Pressemitteilung Mai 2011

(veröffentlicht am 08. Mai 2011)

Fragen über Fragen zur geplanten Ansiedlung eines IKEA-Homepark in Wuppertal-Nord. Zur Diskussion gestellt:

  • Beantwortung einer Großen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen durch Dr. Rolf Volmerig, Wirtschaftsförderung Wuppertal AöR

  • Beitrag und Kommentar Stefan Seitz in der Wuppertaler Rundschau vom 04.05.2011: „Neue Jobs und mehr Steuern“ und „Lasst die Schweden kommen“

Dass das Ansiedlungsvorhaben eines IKEA-Homeparks sich schwerer gestaltet als von vielen angenommem und es inzwischen mehr als fraglich ist, ob der IKEA-Homepark hier angesiedelt werden kann, ist zurzeit FAKT. Fragen über Fragen wurden von den Grünen für den Ausschuss „Stadtentwicklung und Wirtschaft“ formuliert, um sich dem Thema „IKEA-Homepark“ sachkompetent zu nähern. In der kommenden Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Bauen (11. Mai 2011, 16h, Ratssaal Wuppertal-Barmen) wird die „Große Anfrage zum IKEA-Homepark“ erörtert werden. Die Beantwortung der Fragen oblag Dr. Rolf Volmerig von der Wirtschaftsförderung.

Nachträglicher Kommentar zu FAKT - FALSCH - FATAL vom 15. Mai 2011

Unsere Pressemitteilung hat die Wuppertaler Rundschau eine Woche später unter dem Titel ""Falsch" und "Fatal"" veröffentlicht (Erscheinungsdatum 11. Mai 2011). Insofern ist unsere geäußerte scharfe Kritik vom 08. Mai an den Wuppertaler Rundschau-Artikeln (vom 02. Mai 2011) und Stefan Seitz zurückzunehmen. Die Form der Darstellung ist aus unserer Sicht SACHGERECHT und ausgesprochen FAIR! BESTEN DANK!


FAKT - FALSCH - FATAL

FAKT ist, dass sich die Stadt Wuppertal und der Investor IKEA längst noch nicht einig sind über die „Auswahl des Einzelhandelssortimentes“ – und nicht nur darüber.

FAKT ist, dass es echte Schwierigkeiten gibt (Stichwort: Gutachten zu Einzelhandel und Verkehr), dass sich vieles als deutlich schwerer darstellt, was auch den deutlich mehr als einjährigen Zeit­verzug in den „Klärungen der Planungserfordernisse“ erklärt.

FAKT ist immer noch, dass die Ausstellung „Eigenheim&Garten“ auf ihrem seit 37 Jahren gepachteten Areal verbleiben möchte und ein Kaufangebot über ihr gepachtetes Areal gemacht hat (August 2009).

FALSCH ist immer noch die Behauptung dass die Ausstellung „Eigenheim&Garten“ ihr gepachte­tes Areal auf 35.000qm verkleinern möchte. (Eine FRECHHEIT ist es, dieses zu behaupten.)

SIEHE dazu:
PRESSEINFORMATION der Ausstellung "Eigenheim&Garten"
vom 17. Mai 2011

FATAL ist, dass die Stadt Wuppertal die Attraktion der Hausausstellung „Eigenheim&Garten“ verlieren wird, und gleichzeitig eine Chance verpasst, ein Alleinstellungsmerkmal wirtschaftlich auszubauen! Ein echter Magnet, der zeitgerecht ist und wäre, indem nämlich Zukunfts­techno­logien in Wuppertal etabliert würden. Eine Chance, die Wirtschaftsförderer Volmerig voran­treiben sollte, anstatt Investoren mit Verdrängungspotential zu fördern.  

FATAL ist, dass Stefan Seitz, als Journalist der Wuppertaler Rundschau, Antworten des Dr. Rolf Volmerig unkritisch wiedergibt, d.h. dass er sich, ohne zu recherchieren, zum Sprachrohr der Wirtschaftsförderung macht. Journalistische Arbeit definiert sich anders.

FALSCH ist die Behauptung, dass laut Dr. Volmerig und Stefan Seitz „neue 400 Jobs“ entstehen –ohne dabei die in Wuppertal-Nord verloren gehenden 250 Arbeitsplätze auch nur mit einem Wort zu berücksichtigen.

FATAL ist, dass Seitz die gegenwärtige „dörflich-idyllische Anfahrt“ über die Schmiedestraße gegenüber „Dimensionen“, die ein IKEA-Homepark mit sich bringt, verbindet – ohne auf befürchtete dramatische Belastungen für die Bürger in Wuppertal-Nord einzugehen.

FALSCH ist es, den Standort Wuppertal-Nord als Industrie-Gewerbebrache-Areal vermarkten zu wollen – ohne die gegenwärtige Belastung durch Verkehr und Gewerbe für uns Anwohner zu berücksichtigen.

FATAL ist, dass Wirtschaftsförderer Volmerig mit der Veröffentlichung seiner Antworten auf die „Große Anfrage“ vor der kommenden Sitzung des Ausschusses Wirtschaft (am 11. Mai 2010) Meinungen zur IKEA-Homepark-Problematik „Einzelhandel“ schüren kann, und öffentlichen Druck erzeugt!

FANTASTISCH hört es sich an, dass es darum gehe, „in den Segmenten mit Kaufkraftdefiziten neue Anbieter aus NRW und Deutschland“ in den Homepark zu holen (lt. Volmerig).
FAMOS stellt sich hier die Frage: Welche Anbieterbereiche könnten dieses sein – wenn IKEA doch eine Anfrage formuliert hat, die sich auf folgende Bereiche bezieht: Garten, Möbel, Sport, Konsumelektronik, Fahrrad, Bürobedarf, Babyartikel???

FALSCH ist, dass „Vergleichsstudien in Ulm und Freiburg“ herangezogen werden, um zu belegen, dass Innenstadt-Umsätze steigen würden – ohne Wuppertaler Verhältnisse zu berücksichtigen!
Der Ulmer wie auch der Freiburger Homepark sind 1,5-2,5km von den jeweiligen Innenstädten entfernt – vergleichbar wären diese Standorte nur, wenn der IKEA-Homepark beispielsweise im Wickülerpark der Stadt Wuppertal angesiedelt werden würde. FATAL ist es, zusammenhanglos Studien heranzuziehen, um eine Objektivität und Sachlichkeit zu suggerieren.

FATAL ist die unkritische Veröffentlichung der Antworten der Wirtschaftsförderung in einer verbreiteten Gesamtauflage von gut 350.000 Ausgaben der Wuppertaler Rundschau. FATAL ist, dass mit diesem Wuppertaler-Rundschau Artikel, der Informationsstand von vor 2,5 Jahren herbeigeführt wurde, eben oberflächlich, bisweilen falsch und unkonkret sind die Fragen beantwortet. Dabei sind doch Vertreter des Einzelhandels und der Politik durchaus bemüht, sachkundig und sensibel mit diesem Thema umzugehen.

Dass Dr. Rolf Volmerig bewusst diese Informationen vor der Ausschusssitzung publiziert hat, zeigt wie eng und schwierig die Planungsverhandlungen mit IKEA laufen: Im Mai steht nämlich ein nächstes Treffen mit IKEA an. Und IKEA möchte man mit der öffentlichen Stellungnahme des Wirtschaftsförderers Volmerig einfach nur zeigen:
ALLES WIRD GUT...

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