Bürgerkreis Herbede e.V.  / Fan of Earth: IKEA-Homepark

Blog vom 06. Mai 2012: Ikea- Homepark Wuppertal

"Ob Stuttgart, Oberhausen, Duisburg, Werl, Wuppertal oder Herbede - der Aufrüstungswahn lässt grüßen.

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Für wen ist Ikea also "eine Riesenchance"? Für nur 300 neue Arbeitsplätze, die der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wuppertal in Aussicht stellt, werden wieviele Arbeitsplätze im Einzugsbereich Ikeas gefährdet? Bei einem "klaren Ja zu Ikea“ interessiert diese Rechnung offenbar nicht.

Auch Witten wird Kaufkraft an Wuppertal verlieren. Herbede liegt nur 20 km vom geplanten Mega-Zentrum entfernt. Der Streit um die Vergrößerung eines Lebensmittelsupermarktes von 700 Quadratmeter im gewachsenen Herbeder Zentrum auf 1.200 Quardatmeter außerhalb des Zentrums Herbede, wodurch nach Ansicht der Befürworter "Kundenströme" nach Herbede gelockt werden (SPD, "Sackträger", April 2012), wirkt absurd und lächerlich. Dieser geringfügig größere Supermarkt wird dafür sorgen, dass das gewachsenen Zentrum stirbt und die Befürworter der Ansiedlung dennoch nicht davon abhalten, in das bequem zu erreichende Mega-Zentrum nach Wuppertal zu fahren.

Bürger fordern überall Gehör

In einem Leserbrief  zum Interview mit Dietmar Bell (SPD) heißt es: "Warum zählen für Entscheidungsträger und Investor kritische Stimmen und konstruktive Vorschläge nicht? Warum werden Daten und Fakten nicht öffentlich und wirklich ergebnisoffen diskutiert? Warum suchen wir nicht gemeinsam die beste Lösung? Gegen die Aussage „Die Mehrheit der Wuppertaler will IKEA.“ steht das Ergebnis der WZ-Umfrage, ob der IKEA-Homepark an den - alternativlos bestimmten - Standort W-Nord soll. „Die Mehrheit der Wuppertaler will IKEA n i c h t in W-Nord.“ Von 1.300 Abstimmenden können sich 64% dies nämlich weniger gut vorstellen. Von 1.200 Befragten der Forsa-Umfrage befürworten 67% das Projekt. Und nun???" (WZ, 27.04.2012)

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Wie sich die Ereignisse doch gleichen! Und überall bildet sich Widerstand gegen Größenwahn, Umweltzerstörung und Zerstörung vorhandener Infrastrukturen. Aber ist er stark genug, schnell genug? Gibt es überzeugende Konzepte gegen die Marktmacht und das Vordringen der Investorengruppen und Konzerne?

Innenstädte stärken kontra Flächenwachstum 

Eine passende Antwort auf den Aufrüstungswahn könnten die Sozialdemokraten auch in ihren eigenen Reihen finden, wenn es ihnen denn nur gelänge, hinzuhören und den Sinn der Worte zu verstehen:

Dr. Arnim Brux,Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises, zum Thema Ikea-Ansiedlung in Wuppertal:

Innenstädte stärken – ruinösen Wettbewerb verhindern!

Die Stärkung der historisch gewachsenen Innenstädte ist ein Ziel, das politisch breit getragen wird. Nicht umsonst investieren Bund, Land und Kommunen jedes Jahr hohe Millionenbeträge in die Aufwertung und Sanierung unserer Ortszentren. Diese öffentlichen Investitionen stärken zugleich den ortsansässigen Einzelhandel, der seit jeher eine Schlüsselrolle für die Lebendigkeit und Funktionsfähigkeit unserer Ortskerne und Innenstädte besitzt. Durch die Genehmigung großflächiger Einzelhandelsvorhaben „auf der grünenWiese“ wird diese Zielsetzung konterkariert. Ein Ikea-Homepark am Autobahnkreuz Wuppertal-Nord, direkt an den Stadtgrenzen zu Schwelm und Sprockhövel, gefährdet den Einzelhandel der Städte im Ennepe-Ruhr-Kreis. Allein mit seinem zentrenrelevanten Randsortiment erzielt ein Ikea-Möbelhaus rund 25 Millionen Euro Umsatz jährlich. Dies ist mehr, als in diesen Segmenten in Sprockhövel, Schwelm und Gevelsberg insgesamt erzielt wird. Noch bedeutsamer dürfte allerdings der Kaufkraftabfluss sein, der durch das Fachmarktzentrum entstehen würde. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Dies sollte bei alltäglichen Produkten in den zentralen Versorgungsbereichen unserer Innenstädte geschehen, die in der Regel auch ohne den privaten PKW gut erreichbar sind und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.""
Quelle: Edith Winkelmann, http://bkherbede.blogspot.de/2012/05/ikea-wuppertal.html#more


Quelle:  http://bkherbede.blogspot.de/2012/05/ikea-wuppertal.html#more

Anmerkung: Quelle/Link zum Bürgerkreis Herbede seit Juni 2012 nicht mehr verfügbar

Quelle:  Fan of Earth-Blog





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