IKEA - SCHEIN und SEIN …
(08/2010, 11/2011)

  • ... soweit zur gesellschaftlichen wie sozialen Verantwortung des IKEA-Konzerns!


    • Kritische Hintergründe des IKEA-Konzerns zur Steuervermeidungsstrategie und zur Qualität von Arbeitsplätzen:

      Die ZDF-Sendung Frontal 21 hat am 10. August 2010 über IKEA berichtet (Film von Christian Esser, Norbert Hansen und Joe Sperling), hier der ZDF-TV-Beitrag  
      und hier als youTube-Film:


      Weitere Texte auf der Frontal21-Website dazu hier:
      IKEA wie es keiner kennt - Innenleben eines Konzerns".
      ZDF-Sendung Frontal 21
      "Niedrigsteuern auf Milliardengewinne."
      ver.di: "Das ist asozial" - Komplexes Firmengeflecht
      von Christian Esser, Norbert Hansen und Joe Sperling

      Zitat aus Frontal21

      "Organisierte Steuerflucht" wirft der Wirtschaftsexperte der Gewerkschaft ver.di., Dierk Hirschel, IKEA vor. Nach Recherchen von Frontal21 machte die in den Niederlanden ansässige IKEA-Muttergesellschaft, die Ingka Holding, allein im Jahr 2008 einen Gewinn von 2,28 Milliarden Euro. Der von Firmengründer Ingvar Kamprad kontrollierte Möbelkonzern hat auf diesen Milliarden-Gewinn lediglich 19,3 Prozent Steuern bezahlt. Hier würden massiv Steuerschlupflöcher genutzt, so der ver.di-Experte: "Wenn ordnungsgemäß versteuert würde, müssten zwischen 30 und 35 Prozent gezahlt werden." [...]


      Quelle: Frontal 21


      Zudem hat die IKEA-Gruppe ein undurchsichtiges Stiftungssystem zur Steuerung der Finanzströme aufgebaut. Allein in den Niederlanden betreibt die Gruppe insgesamt fünf Stiftungen - bislang waren nur zwei bekannt. Darüber hinaus existiert auch im Steuerparadies Curacao auf den Niederländischen Antillen eine Inter IKEA Holding NV.

      (...)

      So werden in den deutschen Filialen Leiharbeiter eingesetzt. Im Stammsitz in Wallau sollen insgesamt zehn Prozent aller Arbeitsstunden von Leiharbeitern geleistet werden. "Manche von ihnen verdienen so wenig, dass sie über Hartz IV aufstocken müssen", sagt Professor Rudolf Hickel von der Universität Bremen. "Man kann also zusammengefasst sagen: Die Kostensenkungsstrategie durch Einstellung von Leiharbeitern wird am Ende vom Staat, sprich von den Steuerzahlern noch finanziert. Und das ist ein wirklich miserabler Beitrag für das Image von IKEA", so Hickel weiter. Die deutschen Leiharbeiter würden nur vorübergehend zu "frequenzstarken Zeiten" eingesetzt, so IKEA in einer Stellungnahme gegenüber Frontal21. Außerdem habe man mit der Gewerkschaft eine Betriebsvereinbarung "Leiharbeit" geschlossen.

      vollständiger Artikel (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/26/0,1872,8098714,00.html)

  • Financial Times Deutschland: "EX-Manager rechnet mit IKEA ab" (07. August 2010)

    Zitat aus Financial Times Deutschland

    "Für einen ehemaligen Ikea-Manager ist der schwedische Möbelbauer alles andere als ein Vorzeigekonzern. In seinem Buch bezeichnet er Unternehmensgründer Kamprad als Kontrollfreak - und dessen Sohn und Nachfolger schlicht als unfähig." von Christian Cohrs

    "Es klingt wie der Stoff eines packenden Wirtschaftsthrillers: ein global operierendes Unternehmen mit tadellosem Ruf treibt hinter der makellosen Fassade unethische und sogar illegale Geschäfte. Gesteuert wird dieser Weltkonzern von einem Provinzkaff aus. Von Leute, deren wichtigste Qualifikation es ist, aus demselben Ort wie der Gründer zu stammen. Dieser Patriarch lebt der Steuern wegen in der Schweiz, von wo aus er ein Netz von Spitzeln lenkt, das ihn über alle Bewegungen im Konzern auf dem Laufenden hält.

    Der Autor Johan Stenebo behauptet in seinem Buch "Die Wahrheit über Ikea", dass diese Geschichte keine Fiktion ist, sondern Alltag im schwedischen Vorzeigekonzern. 20 Jahre war Stenebo Ikea-Angestellter. Er leitete Filialen in Deutschland und England, war persönlicher Assistent des Firmengründers Ingvar Kamprad und stieg auf bis zum Geschäftsführer einer Tochterfirma - bis er nach einem Streit mit Peter Kamprad, Ingvars ältestem Sohn, das Unternehmen verließ und dieses Buch schrieb. Nicht aus Rachesucht, wie Stenebo betont, sondern aus Sorge um Ikeas Zukunft." [...]


  • sueddeutsche.de: Billig abkassiert. IKEA: Steuerflucht und Leiharbeit. Von Sibylle Haas und Gunnar Herrmann (12. August 2010)

    Zitat aus der sueddeutschen.de

    "Ist Ikea ein Trendsetter bei Steuerflucht und Missbrauch von Leiharbeitnehmern? Verdi befürchtet das, doch die Möbelkette bestreitet diesen Vorwurf.

    Die Gewerkschaft Verdi erhebt schwere Vorwürfe gegen die schwedische Möbelkette Ikea. Das Unternehmen betreibe "organisierte Steuerflucht" und drücke die Personalkosten über Leiharbeit, sagten deutsche Gewerkschaftsleute am Mittwoch der Süddeutschen Zeitung. Am Dienstag hatte das ZDF-Magazin Frontal 21 entsprechend berichtet." [...]



  • sueddeutsche.de: Erst seit 2010 tariflich gebunden. IKEA: Steuerflucht und Leiharbeit. Von Sibylle Haas und Gunnar Herrmann (12. August 2010)

    Zitat aus der suedeutschen.de

    ""Dennoch ist gut jeder zweite Mitarbeiter an der Kasse ein Leiharbeiter", sagt Grawunder. Das liege daran, dass es in anderen Abteilungen gar keine Zeitarbeit gibt. "Manche verdienen so wenig, dass sie über Hartz IV aufstocken müssen", sagt er." [...]


  • Der Westen (online-Magazin) "Die dunkle Wahrheit über IKEA" (10. August 2010) von Frank Meßing

  • Sächsische Zeitung "Ein Ex-Manager rechnet mit dem IKEA-Gründer ab" (10. August 2010) von Nora Miethke
  • Handelsblatt "Die schlimme Wahrheit über das IKEA-Imperium". von Helmut Steuer  (10. August 2010)

    Zitat aus dem Handelsblatt

    "Ikea ist auf Lügen aufgebaut, sagt Johan Stenebo. Der ehemalige Assistent von Firmengründer Ingvar Kamprad wirft dem schwedischen Möbelkonzern in seinem Buch Bespitzelung von Mitarbeitern und die Diskriminierung von Frauen vor. Auch von Umweltschutz halte Ikea nicht viel." [...]

  • Zeitungsartikel "Manchmal erinnert mich IKEA an eine Sekte" erscheint im STERN-Magazin (STERN-Ausgabe 32/2010 vom 05. August 2010)

  • Frankfurter Rundschau "Enthüllungsbuch IKEAs Wahrheit" (9. August 2010)

    Zitat aus der Frankfurter Rundschau

    "Die Wahrheit über IKEA" verspricht der Titel eines Enthüllungsbuchs. Doch die Vorwürfe darin schlagen nur kleine Wellen." [...]


Weitere Links hierzu:


Zum Thema Umweltbewusstsein:


Zitat aus spiegel-online

Französisches Gericht verurteilt IKEA wegen Umweltsünden

"Das schwedische Möbelunternehmen Ikea muss in Frankreich eine Geldstrafe zahlen: Weil beim Bau eines Zentrallagers der Lebensraum von mehreren geschützten Arten zerstört wurde, sind 30.000 Euro fällig.

Aix-en-Provence - Ein Gericht im südfranzösischen Aix-en-Provence hat Ikea Frankreich schuldig gesprochen: Das Möbelunternehmen soll beim Bau eines riesigen Lagers in der Hafenstadt Marseille mehrere geschützte Blumen-, Vogel- und Reptilienarten zerstört haben. Umweltschutzorganisationen hatten gegen das Unternehmen geklagt, nachdem es 2008 mit dem Bau der 65.000 Quadratmeter großen Lagerhalle begonnen hatte.

Es sei "das erste Mal", dass IKEA wegen so etwas verurteilt werde, sagte Pressesprecher Pierre Deyries. "Wir bedauern diese Situation sehr." Das Unternehmen sei "ständig" darum bemüht, möglichst wenig Schaden anzurichten.

Ikea hatte sein Zentrallager für die europäischen Möbelhäuser bis vor kurzem in der spanischen Hafenstadt Barcelona. Mittlerweile kommen die Waren aus Südostasien im neuen Zentrallager in Fos-sur-Mer an, das zum Hafen von Marseille gehört. In Frankreich hat das schwedische Unternehmen 26 Möbelhäuser."