Offener Brief im Februar 2010


Liebe Anwohner Wuppertal-Nord,
liebe Interessierte,
sehr geehrte Damen und Herren


Die Neuigkeiten von leben wuppertal-nord e.V. beziehen sich auf nachfolgende Zeitungsartikel in der Westdeutschen Zeitung (5. und 6. Februar 2010).

Wieder einmal wird deutlich, wie offen die Planungen bezüglich des IKEA-Projektes auf dem Gelände der Hausausstellung noch sind. Auch wenn politische Willensbekundungen immer wieder beteuern mögen, dass für IKEA nur dieser Standort der Geeignete sei.
Für uns steht fest, dass für IKEA-Wuppertal der Standort der Hausausstellung der denkbar Ungünstigste ist: Gerade für uns Anwohner (vertreten durch leben wuppertal-nord e.V.), die u.a. Argumente der Verkehrsbelastung/Immission, der Schutzbedürftigkeit anführen, wird deutlich, dass die Standortdiskussion IKEAs mit Alternativstandorten weitergeführt werden muss.
Die hier seit 36 Jahren ansässige Hausausstellung hat für die Anwohner eine große Bedeutung. Und das nicht nur als Puffer-Gewerbe gegenüber Verkehrsbelastungen durch Autobahnen und B51-Verkehrsaufkommen, sondern dazu gibt es hier bis zu 200 Arbeitsplätze, die gerade auch Menschen betrifft, die hier in Wuppertal-Nord leben.
Auch wenn heutzutage gerade im Artenschutz Argumente gefunden werden, Planungsobjekte solcher Größenordnung zu verhindern, muss deutlich werden, dass wir Menschen auch Argumente der Schutzbedürftigkeit gegen einen IKEA-Investor-Einkaufspark haben. Es geht um unseren Lebensraum und unsere Lebensqualität, die hier ohnehin schon eingeschränkt wird; der letzte Rest würde mit dem Projekt IKEA-Homepark genommen werden. Hierzu muss immer wieder betont werden, dass IKEA hier als Investor IKEA genannt wird.
Das bedeutet: Wir sprechen nicht von einem gewöhnlichen IKEA-Möbelhaus, sondern einem riesigen Einkaufspark, der aus zwei Ladenkomplexen mit einem IKEA-Möbelhaus und einem Ladenkomplex mit 5 weiteren Mietern besteht.

Ein Objekt dieser Größenordnung (Einkaufspark) befindet sich in jeder anderen Stadt in einem großen Industrie-/Gewerbegebiet. Auch wenn wir hier im Wuppertaler Osten zunehmend Gewerbebereiche (Nächstebreck) bekommen haben, und die Menschen in Wuppertal-Nord (Wohn- und Mischgebieten) unter der weiter zunehmenden Verkehrsbelastung zu leiden haben, wurde das Areal der Hausausstellung 2001 in einen Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) gewandelt - mit dem Ziel, "Wohnbereiche nachzuverdichten" und auf Grund der verkehrlichen Belastung entsprechend sensibel mit Gewerbeansiedlungen umzugehen (Wortlaut: "Ansiedlung neuer, nicht wesentlich störender bzw. nicht erheblich belästigender Gewerbebetriebe", "... aus den beschriebenen Gründen ist das Gebiet für eine intensive gewerbliche Nutzung ungeeignet" - laut Regionalplanung). Das Unglaubliche geschieht gegenwärtig mit dem Planungsvorhaben eines IKEA-Homeparks ...

Wir fordern deshalb Verantwortliche und Politiker dazu auf, nachhaltig mit dem Planungsvorhaben eines IKEA-Homeparks in Wuppertal umzugehen und entsprechend vorhandene Alternativstandorte zu prüfen. Auch eine Einbeziehung von fachkundigen Stadtbauplanern, die nachhaltige Konzepte für die Wuppertaler Stadtplanung entwickeln, sind hilfreich. Wir fordern weiter dazu auf, den langjährigen Geschäftspartner der Stadt und Nachbar der Anwohner Wuppertal-Nord, die Ausstellung "Eigenheim&Garten" nicht zu vergrätzen, denn nichts Anderes geschieht, wenn man der Ausstellung als Verbund von mittelständischen Unternehmen -  im wahrsten Sinne des Wortes - den Boden entzieht, um ihn IKEA anbieten zu können.

Wir bitten ausdrücklich darum, unsere Interessen als Bürger Wuppertals ernst zu nehmen.

Wir wünschen schöne Wintertage,
mit bestem Gruß
Ihr leben wuppertal-nord e.V.

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