Kommentar zur PRO-IKEA-Argumentation - Arbeitsplätze und Gewerbesteuer

Arbeitsplätze

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"Wuppertal braucht einen IKEA" und
"IKEA Wuppertal":

Die Arbeitsplatzdiskussion ist ordentlich geschönt!

1. Die Ausstellung verfügt tatsächlich über 200 Arbeisplätze! SPD-Reese macht sich gerne darüber lustig und fragt, wo denn die Arbeitsplätze seien - gar im Keller! Unverschämt und nicht sachlich wird hier argumentiert. Die Herren rechnen die Freiberuflichen einfach nicht mit! Gerne kann man selbst von Haus zu Haus gehen und nachfragen, gar sich selbst überzeugen.

2. Die Homepark-Arbeitsplätze werden zu Verschiebungen von Arbeitsplätzen führen, d.h. geht ein Babyone vom Oberdörnen nach Oberbarmen werden die Arbeitsplätze eben nur verschoben ... Die Verschiebung der Arbeitsplätze wird also gar nicht berücksichtigt.

3. Uns liegen interne Angaben eine IKEA-Projektleiters vor, der tatsächlich von nur ca. 20 hochwertigeren Arbeitsplätzen spricht!

Wichtig ist eine kritische Durchsicht und Prüfung der Argumente und selbstverständlich der Gutachten, die nämlich im Auftrag IKEAs erstellt wurden! Und wie heißt es so schön: Wer die Musik bestellt, der bestimmt auch, was gespielt wird.

So sieht es doch aus: IKEA will nach Wuppertal-Nord! Koste es was es wolle!

Das "Totschlag"-Argument Gewerbesteuer ...

Die Gewerbesteuereinnahmen werden im 7-stelligen Bereich angegeben. Nach unseren Recherchen ist mit max. 1,1 Mio Steuereinnahmen zu rechnen. Dies scheint realistisch (Vergleich mit IKEA-Kaarst-Daten und lt. Aussage des Projektleiters Bastians auf Veranstaltung am 21.03.2012). Das bedeutet: Man kokettiert mit 7-stelligen Beträgen, suggeriert Millionenhöhen (!). Real bewegt man sich im untersten 7-stelligen Bereich. Aber auch hier muss berücksichtigt werden, dass der IKEA selbst - hochgegriffen - max. 700.000 € einbringen wird, während der Homepark wieder für Verschiebungen (konkurrierende Verdrängung durch neu zu erwartende Leerstände aber auch bezüglich der Gewerbesteuereinnahmen) sorgen wird. Das HOMEPARK-Konzept bedeutet neben dem IKEA einen Gewerbepark anzusiedeln mit folgenden geplanten Einzelhandelsbereichen

Zoofachmarkt (2500qm)
Elektrofachmarkt (2200 qm)
Motorradzubehör (2200qm)
Fahrräder (1600qm)
Sportartikelkette (4000qm)
Babymarkt (600qm)
Lebensmittel (800qm)
Heimtextilien, Hausrat, Kunst (500qm)
Möbel (6900qm)

(Quelle: Anlage 07_IKEA_Auswirkungsanalyse_26.04.2012.pdf)
Das bedeutet, dass bspw. BabyOne, Fahrrad Dickten, Fressnapf, Saturn oder MediaMarkt etc. fette Konkurrenz bekommen!

Und Konkurrenz belebt ja theoretisch das Geschäft, aber wir alle wissen doch, dass dieser Spruch in Zeiten der online-Geschäfte (Amazon u.A.) und großer - durchaus attraktiver Gerwebehallen - lediglich dazu führen, dass viel Schauraum zur Verfügung gestellt wird, aber durchschnittlich wenig Verkaufspersonal dort zu finden ist - mit Ausnahme des Kassenbereichs - und der "Konsumelektronikläden" wie Saturn und MediaMarkt.

Einerseits gefährdet dies die bisherigen Standorte bspw. Fahrrad Dickten, BabyOne etc., d.h. dort wird ebenso deutlich Gewerbesteuer abnehmen! Vorausgesetzt die Läden wandern nach Wuppertal-Nord, bedeutet dies Gewerbeleerstände/ -brachen. Auch dieses wurde in dem Einzelhandelsgutachten so nicht berücksichtigt!

Es erfolgt also mit einem HOMEPARK in Wuppertal-Nord keine Innenstandtbelebung, sondern de facto wird ein selbständiges Innenstadtzentrum in Wuppertal-Nord entstehen.
Zum Thema Niedriglohnarbeitsplätze: Wir - gerade auch Frauen - brauchen nicht nur Niedriglohnarbeitsplätze, von denen man mehrere belegen muss, um die Familienexistenz zu sichern. Deshalb vertraten wir die Auffassung das Konzept eines Baumedienzentrums mit dem Anker der Hausausstellung, um nachhaltige Arbeitsplätze im Bau- und Energierssourcenbereich auszubauen, um das Alleinstellungsmerkmal für Wuppertal auszubauen (siehe auch Lokale Agenda 21, http://de.wikipedia.org/wiki/Lokale_Agenda ).

Nun scheint es eh zu spät:
Der Wille des Investors IICG (Inter IKEA Centre Group) mit den Verantwortlichen der Stadt Wuppertal, verdrängt den Hausaussteller an diesem Standort Wuppertal-Nord - ohne Berücksichtigung der Interessen der Anwohner! Und für uns bedeutet das neben den 3 Autobahnen und dem Asphaltmischwerk - ein zusätzliches Verkehrsaufkommen von 16.000 PKW-Fahrten täglich!

Das Alles vor unserer Haustür ...


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