II.   Ausstellung "Eigenheim & Garten"


Als das Gewerbegebiet am Eichenhofer Weg erschlossen wurde, äußerte sich damals die Erlenroder Bürgergemeinschaft kritisch gegenüber der Ansiedlung von Gewerbe. Schließlich wurde durch das Anlegen der Kleingärten am Eichenhofer Weg sowie der Ausweisung des Waldes als Grüngürtel eine Pufferzone um die angrenzende Siedlung Erlenrode / Erlenroder Weg geschaffen, und durch das Ansiedeln der „Fertighausausstellung", wie man sie damals noch nannte, war ein Kompromiss gefunden.

Das Grundstück wird nun bereits seit 39 Jahren von der Hausausstellung in bestem Einvernehmen mit den Anwohnern genutzt.

Aus Gesprächen mit dem Geschäftsführer der Ausstellung "Eigenheim & Garten" GmbH & Co. Betriebs- KG, ansässig in Fellbach bei Stuttgart, Herrn Andreas Speer, geht hervor, dass die Hausausstellung nicht beabsichtigt oder beabsichtigte, das bisher genutzte Grundstück zu verlassen. Das Interesse der Hausausstellung liegt darin, diesen Standort zu behalten. Die Geschäftsführung der Hausausstellung spricht für 50 mittelständische Unternehmen, für die über 200 Menschen in rund 60 Häusern berufstätig sind.


 

Funktion der Ausstellung „Eigenheim & Garten“: Integrationscharakter

 

Der Charakter der Hausausstellung ist der einer Besiedelung; sie vermittelt das Bild einer in sich geschlossenen harmonischen Wohngegend. Besiedlungstechnisch ist diese Aufgabe integrativ, die Hausausstellung über­nimmt hier zwei Funktionen: Denn hier findet sich ein Gewerbe, dass sich einer­seits perfekt zwischen Gewerbe und Wohnsiedlung einpasst, andererseits für einen Landschaftsausgleich durch den stark befahrenen Verkehrsbereich der Autobahnen sowie Wittener- und Schmiedestraße sorgt.

Gerade durch diesen Charakter einer Besiedlung hat die Hausausstellung besonders dazu beigetragen, dass trotz der verkehrsstarken Situation sowie der gewerblichen Nutzung im Umfeld innerhalb der vergangenen 35 Jahre die neuen Wohnbereiche Paul-Flocke-Weg, Kattenbreucken und Mollenkotten erschlossen wurden.

In Summe betrachtet hat sich durch die Hausausstellung „Eigenheim & Garten” eine gelungene Symbiose zwischen Gewerbe und Siedlungen entwickelt, die aus stadtentwicklungsgeschichtlicher bzw. besiedlungstechnischer Rückschau ein Plädoyer für den Verbleib der Hausausstellung am Standort Eichenhofer Weg darstellt.

Wenn damals schon ein Planungsvorhaben IKEA in der Diskussion gewesen wäre, hätten mit Sicherheit viele Hauseigentümer, die sich hier neu angesiedelt haben, nicht an dieser Stelle mit großen, privaten Investitionen einen neuen Lebensraum für sich und ihre Familien geschaffen.

 

Bedeutung der Ausstellung „Eigenheim & Garten” für die Stadt Wuppertal

 

Ehemals wurde die Stadt Wuppertal als „Stadt der größten Hausausstellung Europas” beworben (vgl. eines der wenigen noch vorhandenen Schilder am Orts­eingang - von Horath kommend - Richtung Hatzfelder Wasserturm; Zum Alten Zollhaus, Wuppertal). Diese Schilder standen lange, lange Jahre an unter­schied­lichsten Ortseingängen der Stadt.

Wuppertal braucht Werbung dieser Art; oft genug wird unsere Stadt in der Außenwahrnehmung auf die Schwebebahn reduziert.
Diesem können wir nur durch überregional wirksame Anziehungs­punkte entgegentreten, die Besucher auch aus entfernten Gebieten Deutschlands oder dem Ausland nach Wuppertal bringen. Dass dies der Fertighausausstellung gelingt, lässt sich täglich an den Nummernschildern auf den Parkplätzen ablesen. Hierin liegt ein Standortvorteil Wuppertals: Erst in Hannover, Frankfurt und Koblenz sind die nächsten Hausausstellungen.

Der 46te neue Standort IKEAs (in Deutschland) mit regionalem Einzugsbereich kann und wird diese Aufgabe nicht erfüllen!

Stellungnahme von Oberbürgermeister Jung und Dr. Volmerig

Vergleiche hierzu:
"3. Positive Auswirkungen einer IKEA Ansiedlung
Die Ansiedlung von IKEA ist daher ein entscheidendes Leitziel der Stadtentwicklungspolitik. Hierdurch werden: ...
Der Bekanntheitsgrad Wuppertals gesteigert, da eine IKEA Ansiedlung einen erheblich überregionalen Standortfaktor darstellt und viele Bürger aus NRW veranlasst, unsere Stadt zu besuchen."

Oberbürgermeister Jung und Herr Dr. Volmerig (aus der Stellungnahme vom 4. März 2009 an die Erlenroder Bürgergemeinschaft)

 

Folgen des Wegzugs der Ausstellung für Wuppertal

 

Wenn die ehemals größte Hausausstellung Europas 2013 nach knapp 40 Jahren gezwungen ist umzuziehen, wird die Betreibergesellschaft nicht in Wuppertal bleiben. Dieses mag auch an dem "nicht-partnerschaftlichen Verhalten" nach 39 Jahren im Zusammenhang stehen. Der mit dem Umzug verbundene immense logistische und finan­zielle Aufwand für die Ausstellungsbetreiber und die etwa 50 mittelständischen Aussteller des deutschen Bauhandwerks ist nicht von der Entfernung des neuen Standortes abhängig. Auch die von der Stadt Wuppertal angebotenen Alternativflächen für eine Ausstellung dieser Art sind unattraktiv.

Was folgt nun aus einer Abwanderung?

Wuppertal würde, wie oben ausgeführt, ein überregional wirksames Aushänge­schild verlieren. Darüber hinaus verliert es neben - gegenüber IKEA zugegebener Maßen deutlich geringeren – Gewerbesteuereinnahmen etwa 250 Arbeitsplätze sowie die Aufträge für hier ansässige Handwerks- und Servicebetriebe.



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