Iron Curtain Trail 

1. Teil Grünes Band: Travemünde - Oebisfelde


Donnerstag, 30.06.2010

4Etappe von Hitzacker zum Arendsee 

Dorfrepublik und geschleifte Weiler

Tageskilometer:

89

Tageshöhenmeter:

383


Tagessattelstunden:

9

Tagesfotos:

42

Tourkilometer:

301

Tourhöhenmeter:

1381

Toursattelstunden:

26,5

Tourfotos:

141


Route:

Wetter:

Unterkunft:


Hitzacker - Rüterberg - Dömitz - Schnackenburg - Arendsee

Es wird immer wärmer

Wilder Schwan Zießau







Wieder zurück mit der kleinen teuren Fähre auf die östliche Elbseite. Es geht durch kleine Dörfer und ländliches Gebiet entlang der Elbe.
















Schon bald ist sie erreicht, die "Dorfrepublik" Rüterberg.
Rüterberg war zu DDR-Zeiten auf Grund seiner Lage völlig eingezäunt und somit vom Rest des Landes abgetrennt. Rein und raus gings nur mit Passierschein. Das waren die Einwohner irgendwann leid, sagten sich von der DDR los und gründeten eine "Dorfrepublik" nach Schweizer Vorbild. Kurz nach dem ausrufen der "Dorfrepublik" gingen dann tatsächlich die Grenzen auf.













Auch hier erinnern ehemalige Grenzanlagen an die Zeiten des kalten Krieges. Das rostfreie Gittergeflecht der Zäune stammt zum Teil aus Westdeutschland?!













Hier ein Beispiel für die zivile Nutzung eines ehemaligen Wachturmes. Da hat sich jemand häuslich niedergelassen.















Der Radweg führt weiter längs der Elbe durch eine naturnahe Auenlandschaft.








Schon aus der Ferne, beim Überqueren der einzigen Elbrücke dieser Gegend, sieht man die Überbleibsel der im Krieg zerstörten Eisenbahnbrücke bei Dömitz. Die über 1000m lange Brücke wurde 1873 gebaut und 1945 durch einen Bombenangriff zerstört. Da man in DDR natürlich keinerlei Wert auf den Wiederaufbau der Brücke legte, steht sie als Mahnmal des Krieges unverändert.
















Nun wieder in Niedersachsen erreichen wir bald Gorleben, den Ort des atomaren "Endlagers", bekannt durch die alljährlichen Atommülltransporte. Auch hier, im Westen, wurde Anfang der 80er Jahre die "freie Republik Wendland" ausgerufen, um das geplante Endlager zu verhindern.
















Vorbei am Heimatmuseum Vietze war es nicht mehr weit bis zum Aussichtsturm "Schwedenschanze", der einen herrlichen Rundblick über die Elbe und die sie umgebende Landschaft bot. Leider war vorher ein schweißtreibender Aufstieg über Waldwege zu absolvieren. Hier kreuzten wir mal wieder die Elbe  und befanden uns zum ersten Mal im Bundesland Brandenburg.
















Allerlei Getier am Wegesrand.
Entlang der Elbe, auf nunmehr gut ausgebauten Wegen fuhren wir weiter längs des Flusses, um uns nahe Schnackenburg entgültig von ihm zu verabschieden. Hier verlässt der ehemalige Grenzverlauf die Elbe.





 Wir erreichten das ehemalige Dorf Stresow und die dortigen erhaltenen Grenzanlagen. die Stresower Bürger wurden bis 1974 zwangsausgesiedelt und das komplett dem Erdboden gleich gemacht. Nur noch ein Gedenkstein erinnert an die Ansiedlung.























Hier hatten wir dann ein sehr interessantes Gespräch mit einem Anwohner. Wir erfuhren so aus erster Hand viele Details über die Geschichte von Stresow und das Leben im Grenzgebiet. Im Anschluss wurden wir noch zum Schwimmen eingeladen, was wir unter anderem wegen der vorgerückten Zeit leider ablehnen mussten. ;-)
Nun war es nicht mehr weit bis zu unserem Tagesziel, dem Arendsee, wo wir einen (fast) fahrradfreien Tag zur Erholung einlegen wollten.