Iron Curtain Trail 
2. Teil Grünes Band: Oebisfelde - Dreiländereck

 

Sonntag, 5.09.2010

3.  Etappe von Schierke/Harz nach Burg Ludwigstein

Über löchrige Betonplatten: bergauf - bergab

Tageskilometer:

130

Tageshöhenmeter:

1760


Tagessattelstunden:

8,5

Tagesfotos:

54

Tourkilometer:

311

Tourhöhenmeter:

3717

Toursattelstunden:

23,5

Tourfotos:

152


Route:

Wetter:

Unterkunft:

  Schierke - Elend - Sorge - Walkenried - Weißenborn -     Burg Ludwigstein


Wechselnd bewölkt und trocken.

Jugendherberge

Burg Ludwigstein


















Am nächsten morgen fuhr ich dann zurück nach Elend. Die Namen diese Harzdörfer geben einem zu denken. Hier ist die kleinste Holzkirche Deutschlands zu bestaunen; sowie diverse weitere Holzhäuser. Hier wurde in früheren Zeiten nur mit Holz gebaut - es wuchs ja gleich nebenan.
















Wenige Kilometer hinter Sorge erreichte ich das Grenzmuseum Hohegeiß. Die rohrähnliche Konstruktion sollte verhindern, dass die Grenze durch Bachläufe überwunden werden konnte.
















Der Radweg führte von hier aus meistens über Lochbetonplatten, welche zu DDR-Zeiten von den Grenztruppen befahren wurden. Die Wege bestehen aus zwei Fahrspuren aus eben diesen Platten. Diese Platten sind für das Befahren mit dem Rad nicht wirklich geeignet. In manchen Fällen ist der Mittelstreifen befestigt und lässt sich dann befahren. Die Berge waren teilweise steil, so dass an fahren nicht zu denken war.






Bei Unterzorge verließ ich nicht nur den Betonplattenweg sonden auch den Harz. Eine schöne neue Straße brachte eine willkommen Abwechslung. Ein letzter Blick zurück auf die Berge des nördlichsten deutschen Mittelgebirges. Mittlerweile hatte ich Sachsen-Anhalt verlassen und befand mich in Thüringen.



































Wenig später, an der Gedenkstätte des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte, wurde ich an die grausame Zeit des  Nationalsozialismus erinnert. Dieses Lager gehörte zu den 40! Außenlagern des KZ Buchenwald. Hier waren unter katastrophalen Bedingungen bis zu 7000 Häftlinge eingepfercht. Sie mussten in den umliegenden , teils unterirdischen Rüstungsbetrieben, Zwangsarbeit leisten.





Mit äußerst gemischten Gefühlen verließ ich über einen schmalen steilen Trampelpfad das Gelände des ehemaligen KZ.















Nach einem Umweg durch einen Steinbruch (verfahren) fand ich doch noch den Radweg wieder.












Hier hatte ich einen herrlichen Ausblick über die Landschaft Thüringens. Sanfte, teils bewaldete, teils landwirtschaftlich genutzte Hügel und am Horizont der Thüringer Wald.





















Nächstes Ziel war das Grenzlandmuseum Eichsfeld.
Das Museum, am ehemaligen Grenzübergang Duderstadt-Worbis, ist in den Zollabfertigungsgebäuden untergebracht. Auf dem Außengelände sind allerlei Fahrzeugen und Gerätschaften der DDR-Grenztruppen zu besichtigen. Ein VW-Käfer und ein Trabbi stehen einträchtig, wenn auch gut verwschlossen nebeneinander.
 
















Weiterhin ist ein weitläufiges Gelände mit gut erhaltenen Grenzanlagen angeschlossen. Über dieses Gelände, speziell über dessen Lochplatten führte mich denn auch mein weiterer Weg so steil bergauf, so dass ich mein Rad schieben musste. Überlegt man sich nur den Stromverbrauch für die komplette Beleuchtung des eisernen Vorhangs...... Rechts auf dem Foto sieht man eine Hundelaufanlage, sie war während des Betriebes natürlich sauber gemäht.






Über ruhige und größtenteils gut befahrbare Wald- und Wirtschaftswege fuhr ich nun durch kleine Dörfer hinunter zur Werra.
























Nach einigen Kilometern und einem steilen Aufstieg, wie bei einer Burg nicht anders zu erwarten hatte ich das Tagesziel, die Jugendburg Ludwigstein erreicht. Nun hatte ich mit "Hessen" ein weiteres Bundesland erreicht. In dem wunderschön restaurierten Bauwerk fühlte ich mich auf Anhieb wohl. Die Burg wird von ehemaligen Gästen, entsprechend ihrer Profession immer wieder kostenlos hergerichtet. Hier traf ich auf einen Zeitgenossen, der, ebenfalls mit dem Rad, die ältesten Bäume der Republik abfahren wollte.