Selektive Lasertrabekuloplastik - SLT

Ausgangsituation:
Nach über 9 Jahren Glaukombehandlung mittels Augentropfen war im Juli 2009 der Zeitpunkt gekommen wo die Menge der lokalen AT-Therapie komplett ausgereizt war (2x Combigan AT, 3x Azopt AT sowie 1x Lumigan AT) und der Augeninnendruck auf dem rechten Auge dennoch stetig über 22 mmHg lag. Es kam jetzt nur noch ein Laser-Eingriff oder eine drucksenkende Operation infrage um den Augeninnendruck wieder in gesunde Regionen zu senken.

Aufgrund meiner langjährigen meist negativen OP-Erfahrungen auf dem linken Auge kam für mich ein operativer Eingriff nicht infrage. Jedoch wurde mir Anfang 2009 die SLT (selektive Lasertrabekuloplastik) als bestmögliche und risikoärmste Behandlungsmethode nahegelegt. Daraufhin habe ich mich ausführlich darüber informiert und mehrere Ärzte um deren Meinung gebeten. Das Feedback war ermutigend um den ersten Eingriff auf dem rechten Auge vornehmen zu lassen.
 
 
Die Behandlung:
Am 13. Juli 2009 hatte ich den Termin für die SLT im Universitätsklinikum Greifswald. Kleinere Voruntersuchungen leiteten den Weg zur eigentlichen Behandlung ein. Auf das Augendruckmessen wurde im Vorfeld verzichtet um die Hornhaut nicht zusätzlich zu reizen. Das Aufklärungsgespräch offenbarte das neben Einblutungen ein Druckanstieg- sowie abfall und Augenschrumpfen mit Sehschärfenverlust als Nebenwirkungen/Komplikationen auftreten können. Zudem kann es passieren dass der Laser beim Augendruck gar nichts bewirkt. Die obligatorische Unterschrift unter den Aufklärungsbogen ebnete den Weg in den Behandlungsraum.

Im Behandlungszimmer wurden einmal Augentropfen zur Betäubung verabreicht. Unmittelbar danach musste man sich an den Laser setzen denn im Gegensatz zu einer Zyklophotokoagulation sowie Zyklokryotherapie findet die SLT nicht im liegenden sondern im sitzenden Zustand statt.

Der behandelnde Arzt / die behandelnde Ärztin setzt ein Kontaktglas auf die Hornhaut auf um dadurch die Laserstrahlen zu platzieren. Man spürt das Kontaktglas aufgrund der Betäubung nicht. Wenig später nimmt man extrem kurze grüne Blitze auf dem Auge war. Das Lasern hat begonnen. Je nachdem wie viele Herde bearbeitet werden dauert der Eingriff ca. 2-4 Minuten. Während der Behandlung bewegt der Arzt / die Ärztin das Kontaktglas zu den betroffenen Stellen. Auch dies nimmt man nicht wirklich wahr – höchstens optisch.

Schmerzen kamen während der Behandlung keine auf. Noch nicht einmal ein Pieken oder Brennen worauf man evtl. gefasst war. Somit absolut schmerzfrei – in meinem Falle.

Nachdem alle Herde gelasert worden sind wischt man sich nur noch die Überreste der Betäubungstropfen aus dem Auge und das war es dann. Man kann sofort wieder aufstehen und die Klinik verlassen.
 
 
Postoperativ – die ersten 24 Stunden danach:
Unmittelbar nach der Behandlung nimmt man ein leicht verschwommenes Sehen war. Dies resultiert offenbar von den Betäubungstropfen. Diese Erscheinung ließ aber wenig später rapide nach.

Ca. 30 Minuten nach dem Eingriff traten bei mir minimale Druckschmerzen und Nebelsehen auf. Auch eine leichte Reizung der Horn- sowie Bindehaut (laut der Ärzte aufgrund des Kontaktglases auf der Hornhaut) machten sich unscheinbar bemerkbar.

Weitere 30 Minuten später (ca. 1 Stunde danach) wurde das Nebelsehen stärker. Man nimmt es wie Morgennebel war. Insbesondere in hellen Gegenden trat dieser Effekt verstärkt auf. Ein scharfes Sehen war nach wie vor vorhanden jedoch mit eben diesem Nebelschleier getrübt.

Nach ungefähr 3 Stunden bildete sich der Nebelschleier relativ schnell zurück. Es dürften so 90 Minuten vergangen sein bis der Nebel wieder vollständig verschwunden war. Ab diesen Zeitpunkt war alles wie vor dem Laser-Eingriff. Einzig ein kleines Druck- & Reizgefühl blieb bis auf weiteres bestehen. Über den Abend bis zum nächsten Morgen traten keinerlei Vorkommnisse auf welche auf die Behandlung zurückzuführen wären.

24 Stunden später wurde die Nachkontrolle vorgenommen. Dazu wurde das Auge mit der Spaltlampe genau untersucht. Man stellte eine geringe Reizung der Hornhaut fest was jedoch vollkommen normal sein soll. Einblutungen wurden keine gesichtet.

Der spannendste Moment war dann die erste Augeninnendruckmessung nach der SLT. Vorher lag der Druck immer zwischen 22 und 29 mmHg mit 2x Combigan AT, 3x Azopt AT sowie 1x Lumigan AT. Die Messung (24 Stunden danach) gab einen Augeninnendruck von 09 mmHg preis. Die SLT zeigte somit erst einmal vollste Wirkung. Selbst die Ärzte waren von diesem enormen Druckabfall etwas überrascht – relativierten dann jedoch ihre Aussage mit dem Hinweis dass dies kurz danach normal sei. Die nächsten Tage und Wochen werden erst die Tendenz angeben ob nachgelasert werden muss oder nicht.

Zur postoperativen Behandlung wurde mir 3x INDO EDO verschrieben um die Reizung einzudämmen. Die oben erläuterte Lokaltherapie wurde nicht verändert. Lediglich der Hinweis auf dem Behandlungsbrief, je nach Tensioverlauf die lokale Therapie zu reduzieren, deutet den weiteren Weg an wenn weiterhin alles positiv verläuft.
 
 
16. Juli 2009 – ca. 78 Stunden nach dem Eingriff:
In den letzten Tagen nahm ich zwischendurch weiterhin ein kleines Drücken im Auge war. Zudem ist die Reizung noch nicht komplett verschwunden. Andere besorgniserregende Vorkommnisse traten nicht auf.

Noch immer unter der alten lokalen Drucktherapie wurde heute bei der augenärztlichen Kontrolle ein Wert von 10 mmHg (18:00 Uhr) gemessen. Noch hält die Wirkung an. Die Lokaltherapie wurde dennoch nicht verändert. Erst in einer Woche sollen die Azopt AT (3x täglich) bei einen weiteren positiven Verlauf abgesetzt werden.
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