Die Muse der Großen

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Ein Artikel von Jens Geutebrück

Margarete Schröder wurde 27.06.1892 in Düsseldorf geboren.
Sie stammte aus einer gutbürgerlichen rheinischen Familie, welche ihrem dringenden Wunsch, Schauspielerin zu werden, nachgab. 1908 begann sie ein Jurastudium in Oxford und lernte dort ihren langjährigen Freund und Partner Walter Hasenclever kennen. In diese Zeit fällt auch ihr Kontakt zur Astrologie, welche ihr zweites Steckenpferd neben der späteren Schauspielerei werden sollte. In den 1910er Jahren kam sie nach Berlin an das Deutsche Theater. Als 19 jährige absolvierte sie ein Rollenstudium und nahm Sprechunterricht. Unmittelbar am Anschluss daran holte sie Max Reinhardt an seine Bühnen und ließ sie seit der zweiten Jahreshälfte 1911 kleine Rollen spielen. Ihr Debüt war eine Trojanerin in "Die Orestie". Bald darauf heiratete sie den Regisseur Ernst Matray. 1915 wurde beider Sohn Geza-Ernst geboren und Greta machte deshalb eine Theaterspielpause. Nachdem sie sich in den 1920er Jahren von Matray scheiden ließ, heiratete sie 1926  den Schauspieler Paul Wegener. Die Ehe mit Wegener hielt nur bis 1930.Greta traf sich gegen den Willen Wegeners immer wieder mit Hasenclever.
Da sie schon 1910 am Deutschen Theater unter Max Reinhardt in dem Tanzspiel "Märchen" auftrat, erhielt sie 
1913 von Reinhardt ihre erste Filmrolle. Sie spielte die Rolle der Göttin Psyche in dem Stummfilm "Die Insel der Seligen" unter der Regie Reinhardts. 1916 verfasste sie das Drehbuch zur deutschen Erstverfilmung von "Das Phantom der Oper", der unter der Regie ihres Ehemannes Ernst Matray in die Kinos kam.

Greta Schroeder privat 1919 (Copyrigth by Jens Geutebrück)

Ihre größte Rolle hatte sie in "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" (1921) in der Regie von Friedrich Wilhelm Murnau. In den 30er Jahren ging sie kurzfristig wieder nach England zurück, da ihr Sohn dort die Universität zu Oxford besuchte, wie zwanzig Jahre zuvor, sie selbst. Sie trat dort am Theater und im Film unter den Namen Grete Wegener auf. Zu dieser Zeit entstanden die beiden großen Filme um Königin Victoria in denen sie die tragende Rolle der Baronin Lehzen spielte. Nach dem Tode Walter Hasenclevers im Jahre 1940  kam sie nach Deutschland zurück und spielte wieder im Film. Nun trat sie unter dem Namen Greta Schroeder-Wegener auf.
1945 ist sie an der KOMÖDIE IN WIEN engagiert und spielt dort regelmäßig.
Nach einer Rolle in Die Gefangene des Maharadscha (1953) von Veit Harlan spielte sie eine letzte kleine Nebenrolle in Pünktchen und Anton (1953) nach dem Jugendbuch von Erich Kästner.
Bis 1958 tritt sie regelmäßig unter dem Namen Margarete Schroeder-Wegener am Wiener Theater auf.
Ihren Altersruhesitz verlegte sie nach Berlin-Wilmersdorff.
Sie stirbt am 08.06.1980 in Berlin-Steglitz.