Silscheder Kohlenbahn

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„Schlebusch – Harkorter – Bahn“

Die Silscheder Kohlenbahn (auch Hasper Kohlenbahn) ist eng verbunden mit dem großen Industriepionier Friedrich Harkortder unermüdlich den Transport von Gütern, insbesondere von Kohlen, auf dem Schienenweg propagierte.

So gründete er bereits 1829 (sechs Jahre vor der Eisenbahnverbindung zwischen Nürnberg und Fürth) die „Schlebusch – Harkorter – Bahn“ die erste deutsche Eisenbahngesellschaft.

Beginn als Pferdebahn

Es war ein Konsortium zum Bau und Betrieb einer Kohlenbahn mit Pferdebetrieb zur Verbindung der Zeche Schlebusch, später „Vereinigte Trappe“ in Silschede mit der Harkortschen Fabrik in Haspe.

Schon ein Jahr später, 1830 war die ca. 8 km lange Strecke fertig, was damals angesichts der schwierigen Geländeverhältnisse eine kleine Sensation darstellte, da Einschnitte gegraben, Brücken gebaut und Dämme aufgeschüttet werden mussten.

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150 Jahre alte Unterführung der Kohlenbahn in Gevelsberg-Silschede, Am Behrenbruch, 2008 (Foto: Privat)


Die 8,3 Km (1 preußische Meile) lange Kohlenbahn hatte ihren Ausgangsort bei der Zeche „Schlebusch“ bei Silschede im Sprockhöveler Revier und führte über Wetter-Grundschöttel nach Hagen-Haspe an die Ennepe zur Versorgung des dortigen Hüttenwerkes (Hasper Hütte) mit Steinkohlen. 1832 konnte die Strecke auf ihrer Gesamtlänge eröffnet werden.

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   Schienenprofil der Kohlenbahn (Stadtarchiv Ennepetal)
 

Dampfbetrieb

Später wurde die Bahn bis zur Hasper Hütte verlängert (1858). Neben dem Absatz der Kohlenzeche sollte sie vor allem die Versorgung der Harkortschen Fabrik mit Kohlen sicherstellen. Während die Erbauer vergeblich auf Gewinn hofften, profitierte einzig die „Gewerkschaft Schlebusch“ als Eigentümerin des Bergwerks von der Kohlenbahn. So erwarb denn auch die „Gewerkschaft Vereinigte Trappe“ 1846 mit der Zeche gleich auch die Bahnlinie. 1877 lösten zwei Dampflokomotiven die Pferde ab. Schon vorher (1856) waren die hölzernen Schienen durch Schienen aus gewalztem Stahl ersetzt worden.

Als die Zechen bei Silschede einen Anschluss an die 1889 eröffnete staatliche Eisenbahnlinie Schee-Silschede erhielten, verloren sie das Interesse an der Kohlenbahn. Im Jahr darauf wurde der Betrieb eingestellt.

Kurze Zeit später übernahm die Hasper Hütte den unteren Teil der Strecke um (bis zur Einstellung des Schlackentransports im Jahre 1965) Schlacken, Gichtstaub und andere Abfälle zu befördern. Zunächst beförderte sie die Schlacken in das Schlebuscher Revier, wo damit alte Schächte verfüllt wurden, bevor in Enerke eine große Halde entstand. Diese umfasste im Jahre 1954 schon eine Menge von knapp 10 Millionen Tonnen Schlacke, in diesem Jahr beförderten bis zu 32 Züge pro Tag die Schlacke von Haspe aus hierher.

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Kohlenbahn an der Brücke unter der der Rheinischen Eisenbahn in Haspe (Stadtarchiv Ennepetal)


Dabei kamen aufgrund der Steigung, welche die Harkortsche Kohlenbahn bewältigen musste, für den Betrieb noch bis in die 1960er Jahre hinein nur Dampflokomotiven in Frage. Es waren Spezialanfertigungen, die große seitliche Wasserkästen besaßen, da auf vier Kilometern Strecke ca. 2 Kubikmeter (!) Wasser verbraucht wurden. Den oberen Abschnitt der früheren Kohlenbahn benutzte bis 1959 die Firma „Knorr-Bremse“ in Schmandbruch als Werksbahn zum Bahnhof Silschede.

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Kohlenbahn an der Grundschoetteler Str. (Stadtarchiv Ennepetal)
 

 

Kohlenbahn-Denkmal

Die Schienen an der Grundschöttler Straße wurden vor zwei Jahrzehnten abgetragen, der ehem. Tunnel-eingang zur Unterführung der Ennepetal-Bahn wurde 1993 abgebrochen. Seitdem setzten sich Hasper Heimatfreunde um Werner Kötter (†) dafür ein, die Silhouette wieder aufzubauen. 1999 sicherten sie sich dafür Steine beim Abbruch der alten Brückenlager in der Eichholzstraße. Auszubildende des städtischen Grünflächenamtes Hagen rekonstruierten im Jahr 2005 den alten Tunneleingang an der Straße „An der Kohlenbahn“. Versehen wurde das Denkmal mit einer Infotafel mit den wichtigsten Daten der Kohlenbahn.

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Kohlenbahn-Denkmal, 2006 (Foto: Privat)
 

 

Streckenverlauf

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Historische Karte nach einer preussischen Uraufnahme aus der Zeit zwischen 1830 und 1845
(Karte: M.Tiedt)

Detailkarte

Zeche-Vereinigte-Trappe
Detailkarte Zeche Vereinigte Trappe mit Bf Silschede, heute Baumarkt Klein
Karten mit freundlicher Genehmigung von Michael Tiedt
 


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