Langendreer – Löttringhausen

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Nebenstrecke

Eine weitere Strecke deren Start- und Zielbahnhof außerhalb des EN-Kreis lagen, war die im Jahre 1880 eröffnete Nebenstrecke von Bochum-Langendreer – Dortmund-Löttringhausen, die aber größtenteils auf Wittener Stadtgebiet verlief. Die Gleise wurden noch bis 2001 bis zum ehemaligen Südbahnhof Witten-Annen befahren (Güterverkehr). An der Trasse befinden sich kleinere Viadukte, tiefe Einschnitte und der ehemalige Endbahnhof Dortmund-Löttringhausen. Hauptgrund für den damaligen Bau des Bahnhofs war die nahe gelegene Zeche Gottessegen.

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515 638 überquert die Autobahn-Brücke der A45 bei Großholthausen (Foto: H.Reike)

Rheinischer Esel

Die landespolizeiliche Abnahme der Strecke Langendreer – Witten – Löttringhausen der Rheinischen Eisenbahn ist am 2. Dezember 1880 erfolgt. Eröffnet wurde die Strecke am 15. Dezember 1880. Leider kam diese Strecke nie zu D-Zug-Ehren und blieb bis zu ihrem Ende eine kleine, bescheidene Nebenstrecke, auf der meist Köttersfrauen ihr Gemüse und Obst zu umliegenden Märkten beförderten oder die Arbeiter ihre Arbeitsstellen ohne große Fußmärsche erreichen konnten. Schnell hatte diese Strecke durch den Transport von Körben, Eierkisten, oft auch Hühnern und Stallhasen den merkwürdigen Namen bekommen: „Rheinischer Esel„. Dieser störrische Lastenträger verband die Orte Stockum, Rüdinghausen und Annen mit Witten. 500.000 Goldmark wurden 1879 für die 13,3 km lange Strecke veranschlagt.

Die Beamten im Eröffnungszug lobten damals die neue Strecke, nicht, weil sie an jeder Station mit Musik empfangen wurden, sondern wegen der technischen Ausstattung, wie eiserne Schwellen, eiserne Telegrafengerüste und eiserne Gradienten-Anzeiger (Streckenneigungsanzeiger).

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V 36 231 passiert mit einem DGEG-Sonderzug nach Ept.-Altenvoerde im Herbst 1979 den HP Großholthausen (Foto: H.Reike)

Ein „Eisernes Zeitalter“

In Annen träumte man schon von einer großen Eisenbahnwerkstätte, die von der „Rheinischen Eisenbahn-gesellschaft“ angeblich errichtet werden sollte. Leider nur ein Traum, denn inzwischen war die Eisenbahn-gesellschaft verstaatlicht worden und die neuen „Amtsinhaber“ wollten dort keine Werkstatt. „Das Bahnhofs-gebäude ist recht zierlich und wird eine ebenso hübsche Umgebung mit schönen Anpflanzungen erhalten.“ Über solch kindlich anmutende Äußerungen einer Zeitung kann man heute nur schmunzeln. Dagegen wird eine andere Zeitungsnachricht mehr interessieren: „Demnach können von heute ab zu den Expresszügen außer den Retourbillets für den Verbandsverkehr auch die Retourbillets für den Binnenverkehr der Bergisch-Märkischen Station (also dem Konkurrenzunternehmen) mitbenutzt werden“. War das der erste „Verkehrsverbund“?

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Sparkasse Witten


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103 114 mit IC 669 Westfalen (Dortmund Nürnberg) unterfährt den Rheinischen Esel in Witten-Sonnenschein am 22.05.1988 (Foto: M.Hafenrichter)


Streckengeschichte

Am 30.11.1979 wurde die Teilstrecke zwischen den Bahnhöfen Löttringhausen und Witten Ost durch die Deutsche Bundesbahn komplett stillgelegt. Der Güterverkehr zwischen Witten-Stockum und Witten Ost wurde am 31.12.2001 und auf dem letzten Teilstück zwischen Witten-Stockum und Bochum-Langendreer am 31.12.2004 eingestellt und die Strecke bis Anfang 2006 zurückgebaut.

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Dortmund-Löttringhausen mit 212 001 im März 1981 (Foto: I.Strumberg)


Nach dem Abbau der Schienen ist die Reststrecke seit 1985 als Rad- und Wanderweg ausgebaut worden.
Der Haltepunkt Dortmund-Löttringhausen liegt heute an der Regionalbahn 52 (Volmetalbahn) Dortmund-Hagen-Lüdenscheid und dient nur noch als Nebenbahnhaltepunkt. Drastische Sparmaßnahmen seitens der Deutschen Bahn lassen den Haltepunkt immer weiter verfallen. Im Jahr 2011 wurde der alte Rundlok-schuppen abgerissen. Das Gebäude und die Drehscheibe entstanden um 1910.

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RB 52, Lüdenscheid – Hagen – Dortmund mit 648-111 am Haltepunkt DO-Löttringhausen, 2011 (Foto: Privat)
 

Streckenverlauf

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