Streckenverlauf in Bildern

Die Ennepetal-Bahn verlief vom Dortmunder Hbf. über Hagen Hbf. und Gevelsberg bis Ennepetal-Altenvoerde. Das besondere an dieser Strecke war, dass sich gleich 3 Strecken und ehemals auch eine Straßenbahnlinie das (recht enge) Tal der Ennepe teilten. Zwischen Hagen und Ennepetal verliefen am nördlichen Hang die Rheinische-Bahn, am südlichen Hang die Bergisch-Märkische-Eisenbahn und dazwischen fast parallel zueinander die Straßenbahnlinien 2 und 3 nach Gevelsberg, sowie die Ennepetal-Bahn nach Altenvoerde. Hier die Beschreibung der Strecke von Hagen-Haspe bis zur Endstation.

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Streckenkarte Ennepetal-Bahn (ED-Wuppertal)

Kückelhausen (km 1,73)

Beginnen wir in Hagen-Haspe in Kückelhausen. Die alte Trasse ist ab der Martinstraße im Bereich Haspe / Kückelhausen für eine Umgehungsstraße verwendet worden und nur im Osten liegen in Höhe Tückingstraße / Preußerstraße noch Gleise bis zum ehemaligen Bahnhof Kückelhausen.

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DB 323 058-8 vor dem Stellwerk Kueckelhausen West (Kw), 1975 (Foto: S.Peter)

HP Niederhaspe (km 3,76)

Der mit einer Schrankenanlage gesicherte Bahnübergang, war lange ein Ärgernis für Fußgänger und Auto-fahrer. Die Schrankenanlage wurde im Jahre 1906 als 4-fügelige Schranke, gebaut und vom dem zeitgleich errichteten Stellwerk "Hko" bedient. Erst im Jahre 1957 erfolgte der Umbau auf eine achtfügelige Schranken-anlage, getrennt für den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr. Die Schließzeit der Schranken summierte sich laut Berichten in den Jahren 1950 bis 1967 auf täglich 8 Stunden.

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Haltepunkt Niederhaspe mit Teckel (Foto: Samlg. Arbeitskreis Haspe für Kultur- und Heimatgeschichte e.V.)

Niederhaspe (km 3,8)

Die Linienführung wurde mit der Aufgabe der „Hasper Hütte“ geändert (Gleisabbau zwischen Kückelhausen und Harkorten), daher steht jetzt in Niederhaspe „einsam und verlassen“ der Posten 4 (ehem. Stw Hko), an der Ecke Kölner Straße / Haenelstraße. Das zweigeschossige Gebäude stammt aus dem Jahre 1906. Das Stellwerk war zugleich Schrankenwärterhäuschen, da die Ennepetal-Bahn an dieser Stelle die Kölner Straße kreuzte.

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Stellwerk "Hko" in Niederhaspe am 25.10.1984 ein Jahr vor dem Umbau des Bahnübergang (Foto: W.Güttler)


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Stellwerk Niederhaspe bei der 100-Jahr Feier im September 2006 (Foto: Privat)

Von dem Stellwerk ist ein Modell-Bausatz im M 1:87 der Fa. FALLER erhältlich (120121 Stellwerk)

Hasper-Hütte / Harkorten (km 4,8)

Nach der Beseitigung der Hasper Hütte (stillgelegt 1972) konnte die Strecke in Hagen – Westerbauer im November 1984 an die Bergisch-Märkische-Eisenbahn (Wuppertal – Hagen) angebunden werden. Zwischen dem alten Hasper Bahnhof und der Haenelstraße wurde die 6 Millionen Mark teure Verbindungskurve zwischen der Bergisch-Märkischen Strecke und der Talbahn gefeiert. Hinter der Einweihung des 1,2 km langen Gleisabschnittes steckt nach den Worten der Offiziellen mehr als nur ein technischer Vorgang. „Eine große Industriebrache kann danach nun erschlossen und baureif gemacht werden“. Das ganze Gelände wurde aufwendig umgebaut, heute befinden sich hier Sportanlagen.

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Hüttenbahnhof der Hasper Hütte 1968 (Foto: A.Krischok)


Neue Verbindungsstrecke
Am  23.  November  1984  wurde  die  neue Verbindungsstrecke ofiziell eröffnet. Der Oberbürgermeister der Stadt Hagen und der Präsident der Eisenbahndirektion Essen hatten dazu eine Einladung verschickt und einen Eröffnungszug mit 218 139-4 disponiert. 

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Eröffnungszug am Bahnhof Hagen-Haspe und vor dem Bahnübergang Südstraße (Fotos: W.Güttler)


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Sonderfahrt mit ETA 515 611-2 am 16. Januar 1993 auf der Verbindungsstrecke (Foto: A,Völmicke)

Bf. Gevelsberg-Vogelsang (km 6,09)

Die alte Straßenbrücke Asker Str. über die Bahn stellt gleichzeitig die Stadtgrenze zwischen Hagen und Gevelsberg dar. Noch im Sommer 1961 gab es regen Personenverkehr im Stundentakt mit dem Ausgangs-punkt Dortmund Hbf. Kreuzungsbahnhof war Gevelsberg – Vogelsang. Von 4 Uhr Morgens bis nach Mitternacht rollten hier Triebwagen über die Strecke und auch Güterverkehr gab es reichlich, so dass fast alle Bahnhöfe mit umfangreichen Gleisanlagen versehen waren. Fast alle Bahnhöfe der Ennepetal-Bahn besaßen übrigens neben einer Waage auch Kräne zur Be- und Entladung für den umfangreichen Güterverkehr.

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Empfangsgebäude und Gleisanlagen des Bahnhof Vogelsang um 1965 (Stadtarchiv Gevelsberg)

Haltepunkt Gevelsberg-Poeten (km 6,87)

Der Haltepunkt wurde um 1912 mit einer Schrankenanlage versehen (Posten 6), aber erst Mitte 1932 mit einem Wartehaus und Agentur ausgebaut. Es gab ein Anschlußgleis zur Fa. Hasenclever Söhne. Mitte Oktober 1960 wurden die Wagon-Baracken gegen einen Neubau ersetzt.

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Haltepunkt Gevelsberg-Poeten (Foto: Archiv Wehner, Samlg. Stadtarchiv Gevelsberg)


Der "Teckel" am Haltepunkt Gevelsberg-Poeten. Im März 1997 ist hier die VT98-Garnitur der Schienenbus-freunde Menden im Auftrag der Interessengemeinschaft zur Bereisung von Straßenbahn- und Eisenbahn-strecken e.V. (IBSE) unterwegs.

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796 690 im März 1997 Sonderfahrt der IBSE am HP Poeten (Foto: V.Blees)

Gevelsberg-Vogelsang (km 8,0)

Obwohl sich die Strecke mitten durch dichtbesiedeltes Gebiet bewegt, gibt es auch landschaftlich reizvolle Streckenabschnitte wie dieses Foto in Gevelsberg-Vogelsang am Rocholz beweist.

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Sonderzug zur 75-Jahr-Feier der Gevelsberger Kirmesgruppe "Mühlenhämmer" mit 38 2267 am Bahnübergang Rocholz in Gevelsberg, 3.8.2013 (Foto: Privat)

Bahnhof Gevelsberg – Haufe (km 9,36)

Der Bahnhof Haufe war mit seinen 15 Gleisen der bedeutenste der sieben Gevelsberger Bahnhöfe im Güter-umschlag. Neben den Gleisanlagen für die Anschließer (Krefft, Agfu, Dörken&Schulte), hatte der Bahnhof Haufe eine Personalstärke in Spitzenzeiten von bis zu 28 Angestellten um 1956.

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 Luftbild vom Bahnhof Haufe, 1969 (Stadtarchiv Ennepetal)


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 Stellwerk Hsw Km 9,717 (Bildmitte) am westlichen Ausgang Bahnhof Haufe 1973 (Stadtarchiv Ennepetal)

Gevelsberg-Nirgena (km 10,02)

Hier hielten einst die Züge auf der Fahrt von Hagen nach Ennepetal (der erste Zug am 26. Oktober 1893). Um 1967 konnte man noch stündlich von Nirgena mit einem Schienenbus nach Hagen oder Altenvoerde fahren.

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 Haltepunkt Gevelsberg-Nirgena, 1978 (Stadtarchiv Ennepetal)

Der Kruiner Tunnel (km 11,21)

Hier nun der wohl in ganz Deutschland bekannte Kruiner-Tunnel, der im Grunde gar kein Tunnel, sondern lediglich eine 94 m lange Unterführung unter der Bergisch-Märkischen-Eisenbahn hindurch war.

Als der Abschnitt Schwelm – Hagen der Strecke Wuppertal – Hamm um 1848 gebaut wurde, schüttete die Bahngesellschaft BME zwischen den Bahnhöfen Milspe und Gevelsberg einen Damm in einen Taleinschnitt. Als später die Ennepetal-Bahn gebaut wurde, wurde der vorhandene Durchlass als kombinierter Schienen-/ Straßentunnel ausgebaut, der neben einer Bundesstraße auch ein Gleis der Straßenbahn aufnahm.

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Dieseltriebwagen Bauart VT 70.9 vor dem Kruiner-Tunnel (Stadtarchiv Ennepetal)

Während anfangs die Strecke vom Straßenraum abgegrenzt durch den Tunnel führte, wurden die Schienen später mit Asphalt aufgefüllt und dem Kraftfahrzeugverkehr stand nun in den Zugpausen eine zweite Fahrbahn zur Verfügung. Wenn heute Zugfahrten stattfinden, wird der gesamte Tunnel für den Straßenverkehr per Ampelanlage gesperrt.

Milspe-Tal (km 11,86)

Der Bahnübergang in Milspe-Tal (heute Ennepetal-Kehr) und im Hintergrund das alte Bahnhofsgebäude, heute Firma Dörken-Oel.

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Haltepunkt und Bahnhofsgebäude Ennepetal-Kehr mit Bahnübergang, um 1965 (Stadtarchiv Ennepetal)

Milspe-Klutert G (km 13,08)

Kurz vor dem Haltepunkt Ennepetal-Kluterthöhle, befanden sich umfangreiche Gleisanlagen, Laderampen mit einem Ladekran. Aufgrund der zunehmenden Umladeaktivitäten, wurde der Güterumschlag von Milspe-Tal nach hier verlegt.

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Güterschuppen Milspe-Klutert G (Stadtarchiv Ennepetal)


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Stadtplan aus dem Jahr 1957 mit dem Gleisbereich Kluterthöhle bis Altenvoerde (Repro: Privat)

Ennepetal-Kluterthöhle (km 13,23)

Kurz danach erreichen wir den Haltepunkt Ennepetal-Kluterthöhle, vor dem Gebäude der bekannten Firma August Bilstein, Aubi-Stoßdämpfer.

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Haltepunkt Ennepetal-Kluterthöhle mit Gleisanlagen Milspe-Klutert G (Stadtarchiv Ennepetal)

Endstation Ennepetal-Altenvoerde (km 13,72)

Der an der Endstation gelegene Bahnhof Altenvoerde wurde von 1882 bis 1903 als Bahnhof Voerde beschildert. Die Umbenennung erfolgte mit der Eröffnung des Bahnhof Voerde an der Strecke der Kleinbahn Haspe-Voerde-Breckerfeld. Er hatte ein zweigeschossiges Empfangsgebäude mit einem eingeschossigen Anbau und Güterschuppen.

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ETA 150 587 am 27.5.1967 an der Endstation Bahnhof Ennepetal-Altenvoerde (Stadtarchiv Ennepetal)

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Bahnhof Altenvoerde mit Ladestraße (Stadtarchiv Ennepetal)

 
schluss


Streckenverlauf

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