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Eichenlaub erneut deutscher Vizemeister (MZ-Artikel)

veröffentlicht um 20.02.2018, 05:54 von Schützenverein Saltendorf   [ aktualisiert: 20.02.2018, 05:55 ]
Auch im zweiten Jahr der Bundesliga-Zugehörigkeit überraschen Saltendorfer Schützen mit Platz zwei im LG-Finale in Paderborn.
Von Werner Artmann
06. Februar 201813:49 Uhr





Mit dem Deutschen Vizemeistertitel kehrte die SG Eichenlaub Saltendorf mit ihrem Trainer Robert Senft (re.) in die Heimat zurück. Foto: bat

SALTENDORF.Wiederum erlebten die Eichenlaub-Schützen eine dramatische Entscheidung um den Deutschen Mannschaftsmeister im Luftgewehrschießen in Paderborn. So gingen die Saltendorfer mit zwei Vorrundensiegen in den Endkampf gegen den SB Freiheit, doch das Glück war ihnen nicht hold und man holte wie im Vorjahr den deutschen Vizemeistertitel.

Beim letzten Wochenende im Ligasystem in Brigachtal hatten sich die Saltendorfer gerade noch auf Platz vier gemogelt, der dazu berechtigte, am Finale in Paderborn teilzunehmen. Wie schon im Vorjahr reisten die Saltendorfer Eichenlaubschützen als der Außenseiter aus dem Süden an. Als Südvierter musste man gegen den Sieger der Nordgruppe und großen Favoriten BSV Buer-Bülse antreten. „Meine Mannschaft konnte jedoch ganz gelassen an diesen Wettkampf herangehen, denn das Saisonziel Klassenerhalt wurde weit übertroffen und man hatte mit Platz vier Top-Vereine wie Dynamit Fürth und den mehrfachen Deutschen Meister SG Coburg hinter sich gelassen,“ stellte Trainer Robert Senft fest. Das bedeutet aber auch, dass es in der Stadt Teublitz im Herbst wieder einen Bundesligakampf im LG-Schießen in der Dreifachsporthalle zu sehen gibt.

Beim Vorrundenkampf in Paderborn gegen BSV Buer Bülse überzeugte nur dessen ungarischer Star Pèni Istvan mit einem Weltklasse-Ergebnis von 399 Ringen. Obwohl die Saltendorferin Julia Simon 395 dagegenhielt, ging der Punkt nach Buer-Bülse. Die restlichen Schützen vom Nord-Meister zeigten Nerven. Robin Zissel, Leila Hoffmann und Lisa Tüchter schossen alle weit unter ihren Schnitten und mussten die Punkte deutlich an Saltendorf abgeben. Claudia Brunner, mit 396 Ringen auf Position vier, setzte ein klares Zeichen, dass mit den Eichenlaub-Schützen auch 2018 zu rechnen ist. Alexander Schmirl und Helmut Kächele holten mit 393 Ringen die restlichen Punkte ein. Benjamin Moser schaffte gegen Patrick Kurz ein Unentschieden mit je 392 Ringen.
Halbfinale gegen Titelverteidiger


Doch die Verschnaufpause war nur kurz, denn im Halbfinale wartete der Titelverteidiger Hubertus Elsen, gegen den die Saltendorfer im Vorjahr im Finale eine Niederlage einstecken musste. Zu diesem Zeitpunkt waren die Asse des Südens Germania Prittlbach und Bund München bereits ausgeschieden.

Hubertus Elsen zog mit den höchsten Einzelergebnissen ins Halbfinale ein. Doch Julia Simon mit 398 und Claudia Brunner mit 395 Ringen übernahmen gleich die Führung. Benjamin Moser konnte nach schlechtem Rückstand nicht mehr aufholen und musste den Punkt an Dirk Steinicke abgeben. Auch Alexander Schmirl und Helmut Kächele lagen immer in Front. So sah es nach einem klaren Sieg der Saltendorfer aus. Dann aber zeigte Alexander Schmirl Nerven, fing sich einige Neuner ein und verlor noch mit 392:393 Ringen gegen den deutschen Nationalkaderschützen Julian Justus. Als auch noch Helmut Kächele schwächelte, wurde der Wettbewerb zum Krimi. Mit 392 Ringen erzielte er das gleiche Ergebnis wie seine Gegnerin Nadine Hochgeschurz und musste um den Sieg im Halbfinale ins Stechen. Hier zeigte dann Hochgeschurz, die mit 99 und 100 Ringen ihren Wettkampf beendet hatte, Nerven. Sie legte eine „9“ vor und Helmut Kächele ließ mit einer „10,0“ die Saltendorfer-Fangemeinde im Sportzentrum Maspernplatz jubeln. Jetzt hatte man in zwei Jahren Bundesliga das zweite Finale erreicht.

Der Saltendorfer Gegner im Finale, SB Freiheit aus Osterode im Harz, zeigte sich im Viertel- und Halbfinale bereits bärenstark, deklassierten den Südmeister Germania Prittlbach mit 20 Ringen und setzte sich im Halbfinale gegen Pfeil Vöhringen durch. „Für uns war vor dem Endkampf klar, dass es sehr schwer werden würde, an die begehrte Trophäe des Meisters heranzukommen,“ stellte Trainer Senft fest.

Die Vermutung bewahrheitete sich. SB Freiheit konnte seine Leistung abrufen und schon zur Mitte des Wettkampfs war klar, dass die Saltendorfer keine Chance hatten. Obwohl Julia Simon wieder mit 396 Ringen überzeugte, setzte ihr Gegner, der rumänische Olympiasieger von London, Alin George Moldoveanu, der in den Vorkämpfen nicht über 393 und 395 Ringen gekommen war, im Finale ein deutliches Zeichen (398) und brachte seine Mannschaft auf die Siegesstraße. Claudia Brunner (395) hielt die Partie lange offen, doch war gegen Michaela Thöle mit 397 Ringen „kein Kraut gewachsen“. In der letzten Serie gab auch noch Alexander Schmirl den Punkt an die EM-Teilnehmerin Jolyn Beer mit 393:395 ab. Helmut Kächele hatte Schwierigkeiten, in den Wettkampf zu kommen. Mit 390:395 gegen Martina Prekel konnte er nicht zufrieden sein. Benjamin Moser schaffte zum Schluss nochmals ein Unentschieden, das aber angesichts des 0:4-Rückstandes keine Bedeutung mehr hatte.
Erwartungen weit übertroffen


„Auch mit dieser Finalniederlage kann die Saltendorfer Schützengemeinde gut leben“, sagte Trainer Senft. Wieder wurden alle Erwartungen in dieser Saison weit übertroffen. Mit Julia Simon und Alexander Schmirl ist man auch noch Ende Februar bei der Europameisterschaft in Györ (Ungarn) mit zwei Schützen dabei. Beide werden sicher noch an dem einen oder anderen Weltcup teilnehmen, bevor es im September beim Trainingslager in Tirol wieder darum geht, den Feinschliff für die nächste Saison zu bekommen.
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