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Auf dieser Seite erzähle ich ab und zu, was grad so passiert bei mir und bei meiner Arbeit.


Möbel


Kurzer Nachtrag. Meine Möbel.

Fast wie ein richtiges Zimmer jetzt =)









PlitschPlatsch


Es plätschert. Es passiert nicht viel. Die Arbeit bleibt dieselbe, vieles steckt fest. Wir kriegen schon wieder eine neue Chefin, weil die bisherige sich mit einem ehemaligen Freiwilligen in die Schweiz absetzt. Nur ist die neue Chefin zu ihrer Einarbeitung bisher nicht gekommen. Deshalb wird jetzt (übergangsweise ?) eine, bisher freiwillig mitarbeitende, Studentin das ganze übernehmen. Das ist gut, denn mit der verstehe ich mich sehr gut. Trotzdem verdutzt, dass die Chefin so oft wechselt. Immerhin war unser Ansprechpartner ursprünglich ein Kerl, der sechs Monate vor unserem Kommen gefeuert wurde. Also schon der vierte Ansprechpartner jetzt, seit wir hier sind. Nachdem ich aus dem kleinen Urlaub wiedergekommen bin, lag hier ein kleiner Stapel Arbeit, da aber grad Ferien für die Kinder sind, ist sonst nichts los und ich kriege wohl Donnerstag frei, um mir mit Antje Mexiko Stadt anzuschauen.

Wie man jetzt schon erknobeln konnte, ist Antje grad da. Das ist irgendwie eigenartig, aber sehr schön - ein Stück des alten Zuhauses hier im neuen. Allerdings führt es mir auch vor Augen, wie wenig Zuhause das hier für mich ist. Ich bekomme das Gefühl, ich bin kein WG-Mensch. Es gibt einfach eine Menge Differenzen im Bezug darauf, wie man sich ein gemütliches Umfeld vorstellt. Und irgendwie fühle ich mich nicht wohl und kriegs bisher auch nicht geändert. Heute bin ich aber schon ganz aufgeregt - denn wir kaufen mir Möbel =). Ich hoffe dass mir ein schönes Zimmer da erstmal weiterhilft.. Und vielleicht finden wir auch noch die eine oder andere Absprache bezüglich des Bads und/oder der Küche.

Zum Urlaub schreib ich wie immer was in den Freizeit-Bereich, sobald ich Zeit dafür habe. Hier ist der direkte Link.

-29.03.2010


Basta


Anmerkung: Wir haben eine irre Spende untergejubelt bekommen - eine US-amerikanische Hilfsgesellschaft will für 12.000 $ unser Dach komplett neu machen und auch neue Räume anbauen. Der Wassertank ist auch bezahlt. An Projektspenden besteht also grad kein Bedarf denke ich. Das einzige was im Moment Sinn macht, sind weitere Patenschaften.

-15.02.2010


KdF


Nach langer Zeit kehrt er nun endlich zurück - Der Jon!

Entschuldigt, dass ich so lange nicht geschrieben habe, ich habe sehr viel gearbeitet und hatte auch einfach keine Lust grad. Meine Arbeit macht mir im Moment sehr viel Spass, was mich dazu motiviert, teilweise den ganzen Tag zu arbeiten. Davon sind meine Chefin hier und der Präsident der amerikanischen Schwesterorganisation begeistert und das sagen sie mir auch. =) Solche Rückmeldungen sind sehr schön.

Ich sitze im Moment an ziemlich vielen Projekten gleichzeitig

  • Ich habe eine Kurzzeit-Freiwilligen-Koordination aufgebaut
  • Ich habe die Projekt-Homepage auf Deutsch übersetzt
  • Ich habe ein offzielles Anschreiben geschrieben, um es an Firmen und Grossspender zu geben
  • Ich baue die gesamte Homepage zusammen mit dem Präsident des US-amerikanischen Schwestervereins neu auf
  • Ich entwerfe und schreibe einen neuen Flyer
  • Zudem eine PowerPoint-Präsentation des Centro für Besucher
  • Ich versuche, die Übersetzungsvorgänge für den Schriftverkehr zwischen Pateneltern und -kindern zu verbessern
  • Dafür nutze ich eine Datenbank, die ich parallel aufbaue; ein Programm, das Helfer aus aller Welt und aller Sprachen sammelt, die dem Projekt von zuhause aus in diversen Fragen helfen können
  • Ich entwerfe gesellschafts-/modenähere T-Shirts
  • Ich kaufe Comics, um die Bibliothek attraktiver zu machen
Ausserdem habe ich ein paar ungeklärte Dinge, bei denen ihr mir vielleicht auch helfen könnt:
  • Wir wollen das unterschriftspflichtige Formular für Spender abschaffen, weil das Ausdrucken und Senden per Post zu umständlich ist. Allerdings war die Unterschrift bisher immer dafür da, die Seriosität des Spenders zu sichern. Nun brauchen wir ein neues Verfahren, wie wir das garantieren können. Meine bisher einzige Idee dazu war ein Lastschriftverfahren unter Angabe der Kontodaten, da ich denke, dass man sich eine Sache gut überlegt, bevor man diese Daten angibt. Ist aber die Frage, ob das auch für Amis gilt.
  • Wie bekommt ein mexikanisch/amerikanischer Verein den gemeinnützigen Status in Deutschland, damit Spenden von der Steuer absetzbar sind?
Langsam krieg ich hier erste Probleme mit der Mentalität - es gab wohl einige Dinge, die ich gemacht habe, die nicht gefallen haben. Nur hat mir das leider niemand gesagt, sondern nur einigen Anderen erzählt. So hab ich diese Dinge dann über Fritz und Simon erfahren.. Und eine davon war zudem entweder ein sehr eigenartiges Missverständnis...

Soviel zur Arbeit..

Das Zwischenseminar in Ecuador war ziemlich scheisse. Ich hab mit den Leuten grossteils nicht so viel anfangen können und die, mit denen schon, sind  meistens früh ins Bett gegangen. Thematisch war es auch nicht so interessant, weil fast alle Lehrer sind. Ich nicht. Also viel Pädagogik, die ich nicht nutzen kann.

Ich bin im Moment viel bei Vero, weil sie grad Abi geschrieben hat (währenddessen also), jetzt kein Auto hat, etc. Aber das sollte sich bald legen, dann können wir auch mal wieder in Oaxaca ein bisschen was entdecken. Ausserdem hat Vero grad zum Geburtstag eine Spielekonsole bekommen, eine Wii, mit der wir natürlich viel machen im Moment... :P

Heute muss ich das Fussballtraining leiten, weil Fritz nicht da ist.. und morgen fahr ich wieder nach Puebla.
Insgesamt geht's mir super. =)

- 10.02.2010


Urlaub war mal


Ich bin wieder gut aus dem Urlaub zurückgekommen und seit Montag arbeite ich wieder. Was im Urlaub war, könnt ihr hier lesen.

Da meine ganze Aufgaben, denen ich bisher gewidmet hab, fertig sind, habe ich mir jetzt neue Arbeit gesucht:

  • Ich werde in Zukunft die Kurzzeitfreiwilligen koordinieren, die nicht wissen, was sie tun sollen.

  • Ich habe mich den deutschen Pateneltern als Ansprechpartner angeboten - das wäre ich natürlich auch für alle von euch, die mitmachen wollen.

  • Wir wollen das Programm auf mehr Plattformen und in mehr Sprachen etablieren und suchen dafür Fremdsprachen-kundige freiwillige Übersetzer. Und Programmierer sind auch nützlich. Wenn jemand Ahnung davon hat, wie man in Deutschland von der Steuer absetzbar wird - immer zu mir. =) Auf der Website sind einige Formulierungen ungeschickt und wichtige Fakten fehlen einfach - zum Beispiel kann man nirgends nachlesen, dass die Pateneltern die volle Übersicht darüber haben, was mit ihrem Geld geschieht. Für mich ist das der größte Punkt, weshalb ich Spenden fraglich finde - nicht zu wissen, was mit dem Geld passiert. In Sachen PR gibt es jedenfalls eine Menge zu tun. Falls ihr Ideen habt oder irgendetwas helfen wollt, seid ihr willkommen und ich erwarte freudig Mails. =)

Das mache ich jetzt jedenfalls - und ich habe vor, damit in die Weltgeschichte einzugehen. Also überschüttet mich mit Ideen, damit das auch sicher funktioniert.

Da ich über den Urlaub in einer anderen Kategorie geschrieben habe, schreib ich hier jetzt nichts weiter - bis bald und viel Spaß beim Ideen formulieren.

- 07.01.2010


Hunger, Durst und Müssen
 
Hallo ihr Lieben..
Unserem Center fehlt es an Wasser, wir bekommen nur alle zwei Wochen Wasser und es ist schon nach einer Woche alle.
Wenn das so weitergeht, muessen wir die Kueche schliessen, in der die Kinder essen.
Um das zu verhindern, brauchen wir einen neuen Wassertank, damit wir mehr von dem gespendeten Wasser speichern koennen.
Der kostet ungefaehr 175 Euro insgesamt - wir koennen also jeden kleinen Betrag gebrauchen.
Falls Ihr grad am PC sitzt und einen oder fuenf Euro uebrig habt, vielleicht wollt Ihr ja was beitragen..
Ich weiss, dass sowas aufdringlich wirken mag, deshalb ist es voellig verstaendlich - ob Ihr nun 0 oder 10 Euro beitragen wollt.
Wenn Ihr das nun doch fuer richtig haltet, schreibt einen Kommentar mit eurer Email-Adresse, dann schick ich euch meine Kontodaten.
(Ich denke, dass die, die mich kennen, mir vertrauen, dass ich das Geld nicht selber einstecke - Zudem denke ich nicht, dass mehr als 175 Euro zusammenkommen, womit uebriggebliebenes Geld auch kein Problem ist)

- 04.01.2010


Home Improvement


Vor kurzem sollte ich also erfahren, dass das Handgeld, das wir bisher angesammelt haben, nur bis zum Ende des Jahres zur Verfügung steht. Da ich grad fertig geworden bin mit der Aufbereitung der Bibliothek kümmere ich mich jetzt also darum, das Geld zu verteilen auf sinnvolle Projekte.

Durchgesetzt wird:

  • ein neues Aufbewahrungssystem für die Zahnbürsten, die bisher alle durcheinander lagen
  • ein Geländer und ein Sonnensegel, damit man auf dem Dach arbeiten kann
  • Buchstützen

Mögliche weitere Anwendungsmöglichkeiten:

  • Vor kurzem hat die Stadt entschieden, dass die kostenlosen Wasserlieferungen an das Projekt ab jetzt nur noch halb so oft stattfinden sollen. Problem ist, dass wir hier nicht genug Tanks haben, um so viel Wasser zu speichern, sodass dann nach einer guten Woche einfach kein Wasser mehr da ist. Das führt dazu, dass die Küche geschlossen werden müsste. Deshalb wurden wir gefragt, ob wir dazu nicht etwas beisteuern können, weil aufgrund unser aktuellen Bemühungen schon aufgefallen ist, dass wir Geld zur Verfügung haben. Es ist ein sehr eigenartiges Gefühl, so umgarnt zu werden, weil man Geldgeber ist - und kein besonders angenehmes. Aber nötig ist das ganze trotzdem - auch wenn wir es natürlich nicht allein finanzieren werden.
  • Des weiteren überlegen wir, Englischbücher für den Unterricht zu kaufen
  • und eventuell kaufen wir etwas Schönes für den sehr spärlich eingerichteten/ausgestatteten Kindergarten

Zu mir

Ich werde ab dem 19.12. für zwei Wochen mit Vero, ihren Eltern und Freunden  -> Weihnachtsurlaub <- in Yucatan machen. =) Das bedeutet dann Weihnachten am Strand oder im Urwald. Ich freu mich tierisch auf den Urlaub, weil ich doch ziemlich bei der Sache bin hier und mir mal ne Pause verdient habe =)

Wie gesagt, mein Projekt, die Bibliothek, ist für's erste durch und nach dem Urlaub werd ich mir dann eine neue Aufgabe suchen. Mit der Ruhe, keine ausstehenden Aufgaben zu haben, werde ich den Urlaub bestimmt noch besser geniessen können. Auch sonst geht's mir gut..nicht prächtig, was daran liegt, dass ich viel zu unregelmässig Sport mache und dadurch ziemlich unausgeglichen bin (da kann Vero euch ein Lied von singen, wenn auch ein sehr schräges), aber doch sehr gut. Ich bin im Moment ziemlich überfordert mit der Suche nach Weihnachtsgeschenken.. Aber euch muss ich, Gott sei dank, nichts schenken - zumindest nicht bis Heiligabend. :P Macht's gut allesamt (Ich wüsste gern mal, wer eigentlich alles den Blog liest mittlerweile)

- 08.12.2009


Schock #1


Gestern wurde eine Art Sorgen-Briefkasten aufgestellt und heute waren schon die ersten Briefe drin:

  • Psychologe gebraucht
  • kein Selbstwertgefühl
  • Prostitution

Das merkt man den Kindern nicht an, außer vielleicht einem oder zweien. Hat uns auf jeden Fall geschockt.

 

Ich habe den Flyer des Projektes unter "Centro" reingestellt, den ich auf deutsch übersetzt habe. Nicht alle haben es so hart wie die oben geschilderten, aber die meisten verkaufen nach der Schule auf der Straße irgendeinen Mist oder ähnliches, teils bis spät in die Nacht hinein, weshalb es hier auch Nachmittags-Schulen gibt - diejenigen, die nicht zur Schule gehen können, haben es mit Sicherheit noch schlimmer. Einem Kind aus solchen Umständen eine Bildung zu ermöglichen, kostet - von Kindergarten bis zu sechsten Klasse - nur 100 € im Jahr. Von der siebten bis zur zwölften Klasse kostet es dann 175 € im Jahr. Davon werden dann Schulgeld, Uniform, Utensilien, Bücher und alles bezahlt, was sie sich selbst nicht leisten können und was sie für die Schule brauchen. Von dem, was wir hier bisher gesehen haben, geht das Projekt mit den Spenden sehr gut um und ist für die hiesigen Bedingungen auch sehr gut geführt. Mit so wenig Geld im Jahr kann man ja auch keinen Mist bauen. Aber auch das Geld, das direkt an das Projekt gespendet wird, scheint gut angebracht zu sein, um die Küche zu unterhalten und den Kindern gewisse Informationsmittel zur Verfügung zu stellen. Ich denke ernsthaft darüber nach, nach dem Jahr oder sogar schon jetzt ein Kind zu sponsorn, weil 8 € im Monat einfach entbehrlich sind, wenn man sieht, wie motiviert die meisten Kinder hier lernen. Ich finds auch sehr gut, dass das Projekt den Kindern kein teures europäisches Leben anbietet, sondern stattdessen drei- oder viermal so vielen vernünftige, warme Nahrung mittags und eine Bildung, mit der sie international halbwegs konkurrenzfähig sind.

-Werbung Ende- (vorerst)

- 28.11.2009


Rasen-See-Fisch-Futter-Massen


Der Rasen war nicht mehr ganz frisch. Sie rannten wie besessen, schossen um sich, doch wollten immer aneinander vorbeischießen. Und treffen. Zehn tapfere Männer, schweißgebadet. Die größten unter ihnen sollen sie führen, auf dass sie viel erreichen. Einer von ihnen nahm Abschied. Nicht allein, auch nicht danach. Klein war ihr Freund, doch immer da. Seine Weste war nicht immer ganz weiß, doch konnte er sie stets wieder säubern. Sie sehen ihn noch heute, doch entfremdet man sich. Es zog ihn hinaus auf den See, obwohl er es nicht wollte. Dort, wo er hingegangen ist, gibt es viele wie ihn - dort ist er unter seinesgleichen. Tiefer unten lebt eine andere Spezies, der Fisch, die nun auch bei den Großen eingekehrt. Schillernde Persönlichkeiten - zumindest zwei von ihnen. Flink, fast wie schwerelos. Ihr Gewässer ist nun kompakt; man kann von einem Ende zum anderen sehen. Zudem brauchen sie sehr wenig Futter - sie zu ernähren ist unkompliziert. Doch derjenige Große, der euch eher bekannt ist, traute sich vor kurzem auf fremdes Terrain. Auf die Strasse. (Mittlerweile tretend, nebenbei. Blau und weich.) Sein Körper blieb auf seiner Seite, auch nachher. Insbesondere seine Zunge war begeistert. Nicht mehr so begeistert ist er selbst von dem, was er einst begeistert begann. Massen von Informationen und Gedanken stellt er täglich zur Verfügung. Doch hat er diese Aufgabe bald beendet. Was mag folgen? Is noch nich raus!

27.11.2009


Tote, Bücher und Cliff


Geschrieben am Sonntag, 8.11. (Internet kaputt):

Heute kommt Simon. Das heißt, wir sind endlich komplett. Wir haben im ersten Monat ca. 85 € für Essen ausgegeben und werden diesen Monat jeder ungefähr 150 € für Miete bezahlen. Da wir jeder insgesamt 300 € bekommen, bedeutet das, dass wir zusammen ungefähr 200 € im Monat als Handgeld - das heißt Geldmittel zum Einsatz im Projekt - zur Verfügung haben. Damit kann man doch einiges anfangen. Zumal uns nach wie vor sehr freie Hand gelassen wird. Ich bin zB grad dabei, die Bibliothek zum Laufen zu bringen. Am Mittwoch kamen ein paar Kinder zu mir und wollten UNO spielen. Ich wollte ihnen die alten Karten geben, aber sie wollten die neuen. Am Nachmittag hatten sie mir die Karten zurückgebracht: Die Schachtel zerrisssen, die Karten zerknickt. Ich war empört, zu meiner Verwunderung nicht mal als einziger. Die müssens ja haben dacht ich mir. Die Straßenkinder, die sich ALLES leisten können. Wer so mit seinen Sachen umgeht, braucht sich nciht wundern, wenn plötzlich ncihts mehr da ist. Wutentbrannt habe ich deshalb am Tag darauf also allen Spielen Nummern gegeben und wenn sie jetzt ausgeliehen werden, ist immer bekannt, von wem. Und wenn die Kinder wieder meinen, alles kaputt machen zu müssen, bekommen sie auf bestimmte Zeit erstmal keine Spiele mehr. Es sei denn, sie ersetzen sie. Sehr witzig. Das Schöne an dem ganzen ist, dass man so viel bewegen kann scheinbar. Zumindest in jener Butz. Ich werd dieses Procedere mit den Büchern wiederholen. Ich hab auch schon einen Tisch in die Bibliothek gestellt. Zum lesen. Mit zwei Stühlen. Fett. Mitstreiter: Cliff. Den kennt ihr noch nciht; außer, ihr habt die Überschrift gelesen. Cliff ist bejahrt und aus Iowa. Cliff hat sieben Patenkinder in diesem Projekt und arbeitet dort alle zwölf Monate. Für: sechs Monate. Im Moment ist er damit beschäftigt, Weihnachtspakete zusammenzustellen aus sämtlichem Stauraum-Inhalt, den die Kapelle in letzter Zeit bot. Nebenher kümmert er sich um ein neues Dach, wobei er gleich neuen Stauraum ergründen will (wie nett, die Idee hatten wir doch auch). Folgendes: Das Gebäude befindet sich im 'Centro histórico', in dem selbe Bauvorschhriften gelten, wie in jeder 'Altstadt' auf der Welt. Ist ja vernünftig, auch wenn jede Altstadt kulturell wertvoller aussieht als die Ränder der Oaxacanischen. Tiefsinniger Kern des ganzen: Das Centro hat diverse Probleme. Das Dach ist undicht. Die tragenden Balken unter der Kapelle lassen im wichtigsten Versammlungsraum nicht mehr als 5 Leute zu. (Nebenbei ist es natürlich nciht wichtig, dass die unteren Exekutiven davon etwas wissen, wenn sie mit Besuchergruppen von zehn Leuten in der Kapelle rumlaufen.) Das Schöne daran ist, dass der Staat sich natürlich ein bisschen Geld davon abzwacken muss. Wie auch nicht. Wie Cliff mir erzählte, wollte er einst eine enorme Ladung Brillen ins Land bringen, um sie an jene, die sie sich nicht leisten können, zu verteilen. Die Erlaubnis war bald erteilt. Zu seiner Freude wollte der Staat für dieses Unterfangen jedoch einen dermaßen hohen Zoll kassieren, dass sie das ganze abbrechen mussten. Keine Hilfe für arme Mexikaner. Aber man braucht ja Prinzipien. Aber zurück zum tragenden Balken. Um einen kaputten tragenden Balken in Oaxaca im 'Centro histórico' zu reparieren, braucht man natürlich ein Erlaubnis. Diese Erlaubnis kostet Geld. Gott sei dank muss man dieses Geld nur bezahlen, wenn man die Erlaubnis auch auf jeden Fall bekommt. Puh. Deshalb wird es vorher geprüft. Nachdem man den Antrag gestellt hat. Der natürlich ein gewisses Geld kostet. Was ein Verein ohne Gewinn, der den Bedürftigen
des Staates hilft, blöderweise nicht bezahlen kann. Also kein tragender Balken. Ist ja auch nciht so wichtig. Was wichtig ist: Prinzipien. Man braucht schließlich welche. Mal sehen, was daraus wird.
Vielleicht habt ihr vom Tag der Toten gehört; hierzulande grandioses Fest. Falls ja und ihr fragt euch, wie es so war oder wie es mir gefallen hat: Nicht. Wir haben - für europäische Gaumen - widerliche Süßigkeiten angedreht bekommen. Wir sind in einer riesigen, fotografierenden, trotzalledem gähnend langweiligen, auch nchct besonders schönen, nicht von Format "Muss man gesehen haben" stammenden, Prozession mitgelaufen und ich war wütend, dass ich nicht zuhause war.
Im Bett. Oder im Mixer. Alles schöner.
Wir vergessen dies und erfreuen uns der Zukunft. Fritz darf eine Schach-Gruppe machen. Wenn er will. Wir alle dürfen ein Fußball-Team aufstellen. Wenn wir wollen.
Und wie wir wollen! Da wir bisher noch immer keine Möglichkeit gefunden haben, ordentlich Sport zu treiben, genau das richtige.
Ich habe bisher zwar schon einen Sportplatz gesehen, aber um euch den vorzustellen, stellt euch einfach ein Stadion vor und nehmt dann alles weg. Der andere Sportplatz, von dem ich mir mehr erhoffe, weil er zu einer Uni gehört, ist so weit weg, dass ich ihn ohne Fahrrad nicht erreiche. Und welchen Bus ich nehmen muss, weiß ich auch nicht.
Aber ich werde mir jetzt so schnell wie möglich ein Fahrrad zulegen.. es gibt hier auch genug Fußwege, also keine Sorge.
Joa..ich hab nochmal zwei Zusatzseiten in Arbeit/schon erstellt, auf denen unser Haus und das Projekt an sich thematisiert werden. Falls es euch interessiert. Also bis dann.

- 11.11.2009


Arbeit macht Ah!


Altgediente Handwerker haben nichts mit unserer Arbeit zu tun. Wir dürfen demnächst eine wohlwollende, aufregend-spritzige, ungemein gehaltvolle Inventur vornehmen. Jippie. Jon ist happy, weil er die Chefin auf diese blöde Idee gebracht hat. Fritz ist happy, weil er sowas ja auch klasse findet. Der Spass beginnt. Jedoch und trotzalledem: Während wir räumen, können wir natürlich auch all den alten Rumpelkack wegpacken! Dadurch kommt Ordnung rein wie einst Hulle. Seit wir da sind hat sich ne Menge getan: wir haben die Computer-/Hausaufgabenräumlichkeiten revolutionär aufgeräumt und erneuert und nach den Heften noch ein anderes Lager sortiert. Jetzt können wir das Platzproblem "Schrotthaufen" bald als beseitigt hinzuzählen. Wir haben uns im Zuge dessen nach Stauraum umgesehen und weitere zukünftige Projekte entdeckt: Es existiert eine Kapelle in dieser Butz, die grandiosen Anblickes ist, die jedoch nur als Stauraum dient. Wie schade. Hey, denken sich die beiden. Wenn hier etwas sollte, dann passieren. Wir werden nun also versuchen, einen frohgemuten Pfarrer/Priester/Kerl zu finden, der einmal pro Woche dieses Häuschen Gottes in erlauchtem Glanze erscheinen lässt. Des Weiteren: Ein medizinisch toffer Saal, doch, siehe da: kein Mediziner weit und da. Deshalb: Wir suchen ebenso frohgemuten Mediziner, um ab und an einem Kind zu helfen. Drittens: Ein Dach. Schön. Kein Geländer. Tief. Auftrag: Geländer. Ziel: Kinder spielen fetzig. Man wird sehen, was sich machen lässt.. wir haben ja ein gewisses Budget. Weitere toffe Nachricht: Vero kommt diesmal schon am Mittwoch, da frei aus Grund, der mir sehr wumpe ist. =) Daher kann sie am Donnerstag mit uns mit den Kindern zum Totenfrühstück gehen, das mindestens so makaber ist, wie es klingt. Als ich am Freitag zum Busbahnhof ging, blieb mein Herz nicht stehen, als ich aus dem Augenwinkel Schuhe mit Beinen dran ein Stück oberhalb meiner Sichtbahn entdeckte, die einer Person gehörten, die sich von einer Laterne abgeseilt hatte. Zur Sicherheit hatte sie sich ein Seil um den Hals gebunden. Das war nicht so schlimm, weil sie aus Stoff war. Die Person. Makaber, aber nicht tot. Immerhin. Das Haus ist toll. Bis bald.

- 26.10.2009


Casa enorme


Das alte Haus ist Schnee von gestern! Wir haben ein neues Haus gefunden, das nicht mal die kleinste Feuchtigkeit hat und auch sonst alles, was das Herz begehrt (mehr oder weniger). Für 8000$ + ca. 600 für Gas+Strom gibt es:

Dieses Wohnzimmer:



















Dieses Esszimmer (und das Bad für die beiden kleinen Zimmer):




















Diese Küche (inkl. Waschmaschine, die man hier nicht sieht):












Diese Terasse:






















Und dies ist das größte Schlafzimmer: 


Wir sind begeistert und wenn Sabine einverstanden ist, ziehen wir am Samstag ein! =)

Zu unserem Unterricht: Wir werden immer besser und es kommen nicht nur alle regelmäßig, es werden auch immer mehr..Mal sehen, wie wir das meistern. Wir erstellen sogar schon Grammatik- und Arbeitsblätter.. Ist eine schöne Aufgabe.

- 16.10.2009


Englisch 


Wir sprechen hier im Hostel sowieso fast nur Englisch, aber jetzt unterrichten wir zu allem Überfluss auch noch Englisch. Und zwar nicht kleine Kinder, sondern große Kinder zwischen 12 und 20, die ungefähr so viel Englisch können wie kleine Kinder, dennoch aber viel mehr wissen wollen. Und unaufmerksam sind sie auch. Das geht noch nicht so gut, aber wir mausern uns langsam..wir entdecken ein paar Sachen, die funktionieren; finden heraus, was zu viel auf einmal bedeutet etc pp. Das Spanisch wird auch besser, wenn auch, durch das Englisch bedingt, nicht so schnell, wie es wahrscheinlich könnte. Wir gucken uns morgen noch zwei weitere Butzen an, die etwas besser ausgestattet sind; heute haben wir leider eine Absage bekommen von zwei wundervollen Appartements, die aber leider zusammen 16.000 Pesos kosten sollen. Wir hatten ihr angeboten, wir geben ihr 10.000 und die Sicherheit, dass immer jemand dort wohnt, aber das hat sie entweder nicht gewollt oder (und das wahrscheinlich, da die Appartements komplett leer sind) nicht gepackt, das durchzurechnen.. Derweil hab ich mit den Heften mal wieder einem Betrieb mein Ordnungssystem aufgedrückt (Jens kann mich da beurteilen =P).. Fortsetzung folgt..

- 15.10.2009


Die erste Woche


Weiterhin Briefe übersetzend ging es am Dienstag weiter. Aber zuerst haben wir uns zusammen mit der Chefin ein Haus angeschaut, das uns wirklich gut gefallen hat. Es ist nicht das tollste, was man kriegen kann, aber mehr als wir ursprünglich erwartet hatten.

Wir haben uns dann im Laufe der Woche noch ein paar andere Häuser angeguckt, aber die waren entweder scheiße und gammelig oder viel zu teuer. Die Briefe durften wir mittlerweile auch zuhause übersetzen, was uns eine viel angenehmere Zeiteinteilung ermöglicht hat. Wir haben dann auch schonmal die Zimmer aufgeteilt, meins würde dieses (es ist ein Scheiß-Foto):

Am Donnerstag durften wir dann zur Abwechslung ein paar Kisten schleppen, bevor wir wieder übersetzt haben, und haben dann noch erfahren, dass wir ab Montag endlich unseren ersten Kontakt mit den Kindern haben würden. Wir sollen den ganz kleinen spielerisch ein wenig Englisch beibringen..mal sehn, wie das wird..=) Am Freitag kam mein absolutes Highlight...: Wir durften zwei riesige Regale voller Schulhefte sortieren und auszählen. Das hat super viel Spaß gemacht =).. Und dann bin ich um 12.30 raus, weil ich vorgearbeitet hatte und bin nach Puebla gefahren, wo ich jetzt bin und wo Vero genervt ist, weil ich hier so viel schreibe grad..deshalb beruhige ich sie jetzt und schreib später mehr..

- 10.10.2009


Das erste Mal


Heute war unser "erster Tag" und es war alles ungefähr so wie erwartet.. Wir sind so gegen zehn nach neun im Projekt angekommen, um nicht überpünktlich zu wirken, und haben uns mehr oder weniger sofort den ersten Job abgeholt, weil die Chefin scheinbar noch nicht so sortiert war. Wir sind daraufhin drei Stunden durch Oaxaca gelaufen und haben Flyer in Hotel- und Herbergslobbys platziert. Als wir wiederkamen, haben wir die nächste Aufgabe bekommen, die uns wohl die nächste Woche beschäftigen wird: Unzählige Briefe von den Kindern an ihre Pateneltern ins Englische übersetzen..ziemlich lahm, aber für den Anfang.. Weiterhin haben wir erfahren, dass "alles nicht so eng" gesehen werde, wir könnten uns auch mal nen Tag frei nehmen etc pp. Mittagessen kann man dort auch kostenlos, allerdings sind Krümel aus dehydriertem Käse (oder was auch immer das war) nicht unbedingt unsere Leibspeise.. Frühstück gibts hier im Hostel, morgen telefoniert die Chefin mal mit ein paar Wohnungen und ein Stadtplanposter haben wir auch schon geschenkt bekommen =)

- 06.10.2009

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