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Neues zu Coaching und Supervision

veröffentlicht um 08.05.2014, 08:39 von Christiane Wild   [ aktualisiert: 26.05.2014, 23:12 ]

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist eine Möglichkeit, dem Stress entgegen zu wirken, liest man/frau immer wieder.

Stimmt denn das überhaupt und wie funktioniert Achtsamkeit, was ist das überhaupt?

 Eine kleine Geschichte dazu:

Ich habe ein Smartphone geschenkt bekommen und kaum hatte ich es, war ich begeistert. Es pfiff und summte, brummte. Machte mich auf jede mail aufmerksam, die in meinem Briefkasten eintraf.Zudem zeigte es mir das Wetter, war bunt und ich konnte mir sofort die Bilder meiner Familie anschauen, Musik hören, Fotos machen – also ein Schatz, den ich in meinem Leben nicht mehr missen wollte.

Aber, ich konnte es nur zu hause nutzen, weil ich noch keinen Telefonnummer.Also steckte ich das smarty (es hatte schnell einen Kosenamen) in meinen Koffer.

Auf dem Bahnsteig, sah ich sofort, dass alle anderen ihren Schatz in der Hand hatte und fleißig surften, schauten und telefonierten,.Boa, ich war versucht, sofort in meinen Koffer zu wühlen, vielleicht gab es ja hier einen Hotspot….. 

Und was war das nun, das war der selbst gemachte Stress, die Aufforderung ständig was zu tun, die immer währende Ablenkung….war das Achtsamkeit?

Nein die Achtsamkeit kam , ja wann…..

Zuerst stand ich verloren auf dem Bahnsteig rum, ärgerte mich dass der Zug 5 min später kam, aß noch schnell mein Bretzel….doch dann gab es nichts mehr zu tun….. Und so langsam leerte sich mein Kopf, ich dachte , ja an was….nichts dachte ich,nichts bewegte mich mehr, ich fiel in eine Leere, angenehm, ohne Pflichten, ohne Aufforderungen, ich "ruhte"…..

Langweilig werden sie sagen…..aber wenn wir Langeweile empfinden, dann fehlt uns schon die Anforderung, die Ablenkung, der Reiz…..das Smartphone, das uns dieses Gefühl gar nicht aufkommen lässt….

Ich ruhte also, auf dem Bahnhof stehend und plötzlich nahm ich ganz bewusst meine Umgebung wahr: Ich betrachtete die anderen Leute, schaute zu wie sich der Bahnsteig immer mehr füllte, beobachtete, wie eine Familie sich stritt, schaute dem Liebespaar zu, wie es innig sich küsste….wunderte mich über einen alten Mann, der recht flott einer jungen Frau zuzwinkerte…sah wie ein Hund nicht in die selbe Richtung wollte wie sein Herrchen und ihn fast hinter sich herzog….spürte wie angenehm sich mein Magen anfühlte, merkte die Last von meinem Rucksack auf meinen Schultern, nahm die Werbung auf dem Bahnsteig gegenüber wahr…..dieses achtsame Wahrnehmen von mir, den anderen sowie von meiner Umgebung war herrlich entspannend und amüsant zugleich

und dann wuchs in mir die Geschichte hier, sie kam einfach so…eine Geschichte über Stress und über Achtsamkeit, und ich bin mir sicher das alles hätte ich nicht erlebt, wenn ich mein Handy mit am Bahnsteig gehabt hätte.

Wenn Sie vor haben, Ihren Stress zu reduzieren, dann könnte die erste Aktion sein, zu beobachten, was ihr smartes Handy mit ihrer Zeit macht und welchen Raum sie ihm geben. Und dann wäre der nächste Schritt mal eine Woche ganz bewusst auf das Handy zu verzichten….und wahrnehmen, was passiert mit mir…..und was mache ich, wenn ich ohne Ablenkung bin.

Und vielleicht kommen Sie dann in die Achtsamkeit, nehmen achtsam alles um sich herum wahr, freuen sich an dem, was Ihr Körper, Ihr Geist, Ihre Erinnerung, Ihre Kreativität Ihnen schenkt und vielleicht sind Sie nach dieser Woche viel ruhiger und gelassener geworden…(nach der Entzugsphase )

 


Vorsorge und Prävention werden immer wichtiger, um psychisch gesund zu bleiben.


Warum, werden Sie fragen?

Das würde doch jeder unterschreiben, werden Sie sagen.

Was aber, wenn Sie die Gefahr psychisch krank zu werden unterschätzen?

Eine Zahl läßt da aufhorchen. 42,1 % der Menschen, die berufsunfähig geworden sind,
können wegen psychischer Erkrankungen nicht mehr arbeiten.

Hätten Sie das gedacht?  Oder sogar Ihre eigene Gefährdung so eingeschätzt?

Nein!!!  Ich jedenfalls nicht.

Dann sind Sie in guter Gesellschaft.

Die meisten Deutschen glauben, dass sie wegen Erkrankungen des Bewegungsapparates oder
einem Krebsleiden berufsunfähig werden könnten.
Die meisten Deutschen (42,1%) werden aber wegen psychischen Erkrankungen berufsunfähig.

Was heißt das für Sie und mich?

Wir müssen stärker auf die Umstände achten, die unsere Psyche belasten.

Doppelbelastungen, Probleme am Arbeitsplatz, Stress und Druck, nicht verarbeitete Konflikte,
Perfektionismus, Nicht-Nein-Sagen-Können können unsere Seele so belasten, dass wir krank werden.

Burn-out, Migräne, zuviel Alkohol oder auch Medikamente, all das kann die Folge sein,
wenn man nicht rechtzeitig die Signale erkennt, die zu einer psychischen Erkrankung führen.

Hier ist eine Beratung oder auch ein Coaching sowie die Supervision die Chance,
vor dem Supergau sich im "Spiegel" eines neutralen Beobachters zu betrachten und so die blinden Flecke
zu entdecken, die zu einer Erkrankung führen können.
Meistens findet man dann auch Lösungen, die das Leben positiv gestalten und damit die
Gesundheit und die Widerstandskraft stärken.



Quelle: Bericht in der Wirtschaftswoche vom 30.4.2014 von Anke Henrich