"Gospel Mass"

Furioses Finale mit Gospel und Barock

Krönender Abschluss der Woche der Kirchenmusik in der Liebfrauenkirche

Furios war der Abschluss der Woche der Kirchenmusik in Liebfrauen mit der Begegnung von Barock und Gospelmusik. Mit dem Cannstatter Chor Chorisma und unter der Leitung von Kirchenmusiker Ulrich Hafner.

In der „Woche der Kirchenmusik", den die Liebfrauengemeinde nun schon zum vierten Mal begangen hat, macht der Kirchenmusiker Ulrich Hafner die geistliche Musik wieder als lebendigen Bestandteil des Gottesdienstes unserer Zeit bewusst. Krönender Abschluss dieser Auffrischung war am Sonntag der von Pfarrer Martin Kneer und Diakon Eugen Haag gemeinsam gestaltete Gottesdienst, bei dem Chorisma Cannstatt und Sonja Müller-Felkel die Gospel Mass von Robert Ray und drei deutsche Kirchenlieder sangen, begleitet von Hafners Band Caprice. Hafner war es auch, der die barocken Melodien im Stil des 20. Jahrhunderts bearbeitet hatte. So erklangen „Wer nur den lieben Gott lässt walten", „Wir weihen Brot und Wein" und „Lobe den Herren, den mächtigen König", von Sonja Müller-Felkel eindringlich gesungen, als Jazz Waltz, Swing und Rock, ohne ihre Herkunft zu verleugnen. „Gospel meets Barock" war der Titel dieser musikalischen Zeitbrücke. Die Predigt überspannte zwei Jahrtausende. Sie verband die Glaubenskraft des Petrus mit der Hoffnung in der Musik der amerikanischen Negersklaven und der Ermunterung, sich auf die Botschaft des Glaubens einzulassen und „darüber zu reden, was uns mit innerer Freude erfüllt." Dieses Redegebot gilt auch für die englische Version der traditionellen lateinischen Messe, wie sie Robert Ray, der afro-amerikanische Musikprofessor aus der Stuttgarter Partnerstadt St. Louis, 1978 komponiert hat und es gilt für ihre heiter-beschwingte Interpretation durch den Cannstatter Chor Chorisma. Schon mit dem Kyrie schwebte frühlingshaft leicht vertrauter Swing auf zum Altar und der Schwung des Gloria erfasste die Sänger und ließ sie im Rhythmus mitklatschen, ganz wie amerikanische Gospelchöre es schon immer tun. Ray wollte mit seiner Verschmelzung europäischer Kirchentradition und afrikanischer Glaubensäußerung ein Musikerlebnis entstehen lassen, das Körper und Geist erfasst als Freudenfeier des Glaubens. Daran ließen Chorisma und Caprice die Besucher intensiv teilhaben und mit einer durchdringenden Demonstration beseelter Rockmusik, ihrer Version der Bachschen „Toccata", beschlossen Armin Egenter (Schlagzeug), Rolf Hartnagel (Bass), Michael Marzini (Gitarre) und Ulrich Hafner (Synthesizer) Kirche und Konzert