"Eversmiling Liberty"


Dreifach-Premiere für Chorisma Cannstatt in Liebfrauen

Durch turbulente Gefühlswelt gesungen

Chorisma setzt sich gesanglich und filmisch mit „Eversmiling Liberty“ auseinander

Stuttgart-Bad Cannstatt. Mit gleich drei Premieren überraschte das Vokalensemble Chorisma Cannstatt unter der Leitung von Kirchenmusiker Ulrich Hafner seine Gäste bei der Aufführung des berühmten Rock-Oratoriums „Eversmiling Liberty“ am vergangenen Sonntag (29.10.) in der Liebfrauenkirche in Bad Cannstatt. Eine recht große Herausforderung für alle Sänger, Musiker und Techniker. Und, um es gleich vorweg zu sagen: Das Experiment glückte, das Publikum zeigte sich nach dem Schlussakkord des inzwischen bereits siebten großen Jahreskonzertes von Chorisma Cannstatt beeindruckt und begeistert.
Sänger schildern eigene Gefühle in filmischer Collage
Zu den drei Premieren: Zum ersten Mal wurde „Eversmiling Liberty“ in Bad Cannstatt aufgeführt. Das Werk der beiden dänischen Gegenwarts-Komponisten Jens Johansen und Erling Kullberg aus dem Jahr 1990 schildert die Verzweiflung des Volkes Israel in der Knechtschaft, seine Sehnsucht nach Freiheit und die große Hoffnung, die es in Judas Makkabäus setzt. Die zweite Neuerung: Erstmals in seiner Geschichte gab Chorisma Cannstatt ein sogenanntes „Doppelkonzert“. Aufgrund des großen Besucherandrangs in den vergangenen Jahren hatte das Ensemble „Eversmiling Liberty“ bereits am Sonntagnachmittag aufgeführt, um allen Interessierten zu ermöglichen, das Konzert live miterleben zu können. Die dritte – und allerdings bemerkenswerteste – Premiere war eine filmische Collage, die einzelne Chor-Mitglieder im Vorfeld produziert hatten. Darin setzen sie sich mit den recht ernsten und umstrittenen Themen des Oratoriums – Freiheit und Krieg, Furcht und Verantwortung – künstlerisch auseinander und schildern ungefiltert ihre sehr persönlichen Gefühle. Die Film-Beiträge, konzipiert und dramaturgisch inszeniert von dem Geschwisterpaar Stela und Martin Katic, wurden während des Konzerts in der Kirche auf eine Großleinwand projiziert.
Freiheit in Frieden oder Scheitern und Tod? Zweifel und Zerrissenheit des Judas’
Bei der Aufführung von „Eversmiling Liberty“ in der Liebfrauenkirche standen Leben und Taten des biblischen Judas Makkabäus wie unter einem Brennglas im Zentrum der Handlung. Judas, den die Israeliten zu ihrem Anführer im Kampf gegen die Seleukiden erwählten, erscheint musikalisch und filmisch in seiner ganzen inneren Zerrissenheit. Während die Erwartungen an ihn schier grenzenlos sind – sein Volk lechzt nach Unabhängigkeit, Freiheit und Frieden – zweifelt Judas am Gelingen seiner Mission und fürchtet sich vor dem Scheitern und der Niederlage. In dieser schwierigen Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden, Hoffnung, Freiheit und Eigenverantwortung verkörperte Chorisma Cannstatt – ähnlich wie in den antiken Dramen – das erwartungsvolle Volk.
Unter dem einfühlsamen Dirigat von Chorleiter Ulrich Hafner trug der Chor routiniert, auf hohem musikalischen Niveau und mit gewohnter Souveränität „Eversmiling Liberty“ vor. Ergreifend brachte Chorisma Cannstatt in allen Passagen gesanglich und darstellerisch die turbulente Gefühlswelt des Volkes Israel in dessen existenzieller Krise zum Ausdruck. Dazu trug auch eine durchdachte Choreografie bei, die ebenfalls Stela Katic entwickelt hatte. Gleichzeitig wurde alles, was sich bereits in den vergangenen Chorisma-Konzerten bewährt hatte, beibehalten: Die Mezzosopranistin Sonja Müller-Felkel glänzte wieder einmal mit ihrer gewaltig-rauchigen Stimme im Duett mit dem Chor und in einigen Soli. Während Ulrich Hafner Chorisma Cannstatt am Keyboard begleitete, brillierte Michael Marzini filigran an der Gitarre. Rolf Hartnagel glänzte souverän mit seinem einfühlsamen Bass und Armin Egenter agierte am Schlagzeug wie die Präzision und Zuverlässigkeit in Person. Damit bewiesen alle Akteure, dass sie das Attribut „Begleitmusiker“ längst hinter sich gelassen haben. Abgerundet wurde das Konzert von Chorisma Cannstatt wieder mit einer ausgefeilten Licht- und Laser-Show unter der Licht-Regie von Thorsten Schlese. 

Info: Chorisma Cannstatt wird sein nächstes großes Jahreskonzert erst im Herbst 2019 geben. Freunde und Musikliebhaber können das Vokalensemble aber auch in der Zwischenzeit bei verschiedenen Gottesdiensten und Events erleben.

 

 




Jahreskonzert 2017 von Chorisma Cannstatt

Konzert mit Film und Light-Show

Chorisma singt großes Rockoratorium „Eversmiling Liberty“ in Liebfrauen

Mit dem Rockoratorium „Eversmiling Liberty“ bestreitet Chorisma Cannstatt am 29. Oktober um 19 Uhr in der Liebfrauenkirche sein großes Jahreskonzert 2017. Das Werk der beiden dänischen Gegenwarts-Komponisten Jens Johansen und Erling Kullberg aus dem Jahr 1990 für Chor, Alt, Tenor und Band wird in Liebfrauen zum ersten Mal aufgeführt. In einer dramaturgischen Premiere werden während des Oratoriums vom Chor selbst produzierte Filmsequenzen eingeblendet, die sich künstlerisch mit den zentralen Begriffen Freiheit und Frieden auseinandersetzen. Wie in den vorangegangenen Konzerten werden die Mezzosopranistin Sonja Müller-Felkel und Solisten der Band Caprice den Chor begleiten. Abgerundet wird die Aufführung in bewährter Weise mit einer durchdachten Light-Show.

Neu ist in diesem Jahr auch eine offene Probe um 16 Uhr am Nachmittag vor der Aufführung. Interessierte, Neugierige und Menschen, die am Abend keine Zeit haben, sind zu diesem „Preview“ herzlich eingeladen.

In „Eversmiling Liberty“ geht es um die alttestamentarische Geschichte von Judas Makkabäus. Das Oratorium schildert die Verzweiflung des Volkes Israel, das in Knechtschaft geraten war. Besungen wird die große Sehnsucht nach Freiheit in einer friedlichen Welt, das Bitten um einen Retter und die Hoffnung, die Judas Makkabäus im Volk weckt. So ziehen die Israeliten in einen ausweglos erscheinenden Kampf gegen einen übermächtigen Feind. 

Dabei erleben sie Niederlagen, Erfolge und schließlich die Wiedereinweihung des Tempels.

Die Geschichte von Judas Makkabäus hatte Georg Friedrich Händel bereits im 18. Jahrhundert in einem seiner erfolgreichsten Oratorien vertont; 1747 war die Uraufführung in London. 

Johansen und Kullberg beziehen sich mit ihrem Rockoratorium auf dieses Werk und übernahmen auch einzelne Liedtexte von Händel. Die dänischen Komponisten gestalteten ihr Chorwerk mit Rock-, Jazz- und Popelementen. Chorisma Cannstatt führt das Rockratorium in der Original-Version von 1990 auf. Lediglich die musikalische Begleitung und die Instrumentation wurden neu arrangiert.


Bitte jetzt schon vormerken: Chorisma Cannstatt singt „Eversmiling Liberty“ – Sonntag, 29. Oktober 2017, 19 Uhr, Liebfrauenkirche Bad Cannstatt. Der Eintritt ist frei.