"Der fremde Moench"

 Benefizkonzert am 3.12.2006
„Chorisma Cannstatt“ sang eigenes Drama – Geschichte zur Musik von Karl Jenkins
Schirmherr: Dr. Wolfgang Schuster (Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart)

Als erstes großes Konzert führte „Chorisma Cannstatt“ am Sonntag, 3. Dezember 2006, um 19.00 Uhr in der Lutherkirche in Bad Cannstatt ein dramatisches Chorstück auf, das in Eigenregie entstand. Unter dem Titel „Der fremde Mönch“ vertonte der Chor unter der Leitung von Ulrich Hafner zwölf Stücke des britischen Komponisten Karl Jenkins (weltweit bekannt durch „Adiemus“ u. a.). Die ausgewählten Songs unterlegte die vom Chor geschriebene Geschichte des Mönchs Michael, der zahlreichen Prüfungen unterzogen wird.
Das Benefizkonzert widmete „Chorisma Cannstatt“ den Menschen im „Treffpunkt“ im Haus Clemens von Galen. Diese Einrichtung der Stuttgarter Caritas unterstützt und hilft Menschen mit Behinderung bei der Freizeitgestaltung, bei Ausflügen und regelmäßigen Treffen. Der Reinerlös des Konzerts kommt zu 100 Prozent diesem Zweck zugute.

Spektakel mit Lichtshow
Insgesamt wirkten rund 30 Sängerinnen und Sänger bei der Aufführung mit, darüber hinaus eine Solistin (Sopran), eine Band mit zwei Keyboards und Schlagzeug, und eine Schauspieler, der als Sprecher die Texte des Dramas zwischen den Liedern vortrug. Der Einsatz einer ausgefeilten Lichtshow rundete das Gesamtspektakel ab.
„Der fremde Mönch“ ist die Geschichte des jungen Michael, der sich nach zahlreichen persönlichen Schicksalsschlägen von Gott lossagt und dem Tod entgegen sieht. Erst durch Wesen aus einer anderen Welt wird er auf eine lange Entdeckungsreise in sein eigenes Inneres veranlasst. Nach vielen Begegnungen, neuen Erfahrungen in der Fremde und durch den Zuspruch seiner Geliebten gelingt ihm der Weg zurück in seine alte Welt.

Der Inhalt:

1. Wüste:
Gott spricht zu Michael, der Familie und Zuhause durch ein Unglück verloren hat; sein Dorf ist verwüstet. Gott war immer für ihn da, aber Michael kümmerte sich nicht um Gott, als es ihm gut ging. Jetzt scheint es zu spät zu sein.

Chor: „Kyrie“

2. Krieger:
Ein kleines Dorf. Mönche, unter ihnen Michael, geben den Menschen mit ihrer tiefen Frömmigkeit Halt und Zuversicht. Um das Dorf versammeln sich Krieger, die das Dorf zerstören wollen.

Chor: „Sanctus“

3. Grab:
Der kleine Gernot erlebt, wie seine Mutter stirbt. Er kann nicht verstehen, warum Gott dies zuließ. Er zweifelt auch an dem Mönch Michael, seinem Freund.

Chor: „Benedictus“


4. Schweigen:
Gernot wendet sich von Michael ab, der ebenfalls beginnt, an Gott zu zweifeln. Am Weihnachtsfest muss Michael miterleben, wie der Junge beim Angriff der Krieger getötet wird.

Chor: „Agnus Dei“

5. Tod:
Michael entkommt als Einziger lebend den Kriegern. Er begräbt Gernot, wendet sich vollends von Gott ab und will sterben.

Chor: „Cantus insolitus“


6. Engel:
Mädchen finden den völlig entkräfteten, fast bewusstlosen Michael. Sie beten zu Gott, er möge ihn beschützen. Neuer Lebensmut erfüllt Michael.

Chor: „The Protector“


7. Berge:
Michael begibt sich auf eine lange Reise. Die Kraft strömt zu ihm zurück, aber er verdrängt Gott. Alte Bäuerinnen weisen ihm den Weg zu einem Kloster. Michael lagert davor und lauscht der Musik, die ihn mit Glück erfüllt.

Chor: „Tintinnabulum“


8. Freunde:
Michael sträubt sich lange dagegen, in das Kloster, in ein Gotteshaus zu gehen. Die Menschen hören die Musik und strömen zum Kloster. Michael wird von allen herzlich aufgenommen. Er lebt auf und will den Weg zurück gehen.

Chor: „Adiemus“


9. Salbung:
Auf dem Rückweg trifft Michael eine demütige Frau. Obwohl er sich zu ihr hingezogen fühlt, gibt er seine Identität nicht preis. Sie kümmert sich um ihn und versorgt ihn. Sie weiß, dass er ein Mann Gottes ist. Michael fasst Vertrauen zu ihr.

Chor: „La la la koora“


10. Schlaf:
Im Traum versuchen Zauberwesen, Michael zu verführen und ihn auf die dunkle Seite zu ziehen. Michael kann ihnen nicht widerstehen. Kurz bevor Michael sich ihnen hingibt und damit seinen Tod besiegelt, rettet ihn seine Begleiterin.

Chor: „Allegrettango“


11. Ankunft:
Michael folgt seiner Geliebten von den Bergen zurück in ihre Heimat. Im Dorf der Frau, im Haus ihrer Eltern findet Michael ein neues Zuhause. Er dankt Gott.

Chor: „Schwanda the Bagpiper“


12. Regen:
Nach langer Dürre fällt der Regen. Überglücklich feiern die Menschen die Rettung ihrer Ernte. Unter ihnen sind Michael und seine Geliebte. Das Leben ergießt sich auf die Erde.

Chor: „Rain dance“



Musik: Karl Jenkins
Text: Thomas Wilk
Ausführende: Chorisma Cannstatt mit Band und Solisten
Gesamtleitung: Ulrich Hafner