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Das Steinauer Wappen

Am 20. Juni 1260 wurde Steinau das Recht verliehen ein Wappen zu führen. Das Ortswappen ist das Sinnbild des Ortes. Es zeigt die Bilder dessen, was den Ort am besten zu kennzeichnen vermag: Ein Symbol des am Orte betriebenen Wirtschaftszweiges, einen Hinweis auf die geografische Lage, ein Idealbild des Ortes selber oder das Hauptgebäude, eine Erinnerung an ein historisches Ereignis, das Wappen des Landes- oder des Grundherrn, eine auf den Ortsnamen anspielende Darstellung oder sonst ein auf den Ort bezügliches Emblem. Dieser Grundregel folgt auch das Wappen der Gemeinde Steinau. Es enthält im roten Schilde einen silbernen Adlerflügel, der ein Schwert greift. Das Wappen weist auf die Vergangenheit des Ortes. Der bewaffnete Adlerflügel ist das ursprünglich Schaubild der Herren von Steinau. Dieses Adelsgeschlecht entstammte dem Orte Steinau. Im südöstlichen Teil des Dorfes lag ein Stammsitz, eine feste Wasserburg. Der erste bekannte Angehörige ist Giso von Steinau, der in den Jahren 1260 bis 1308 in Urkunden genannt wird. Ein vorzüglich erhaltenes Siegel, das an einer Urkunde vom 28. September 1289 hängt, zeigt in einem gotischen Schilde den Adlerflügel mit dem Schwerte, dazu die Unterschrift b S(igillum) DOMINI GISONIS DE STEINOWE. Das Wappen der Gemeinde wurde dem Siegel Gisos nachgebildet. Die zu dem Familienwappen gehörige Helmzier ist nicht überliefert. Es ist fraglich, ob wappenmäßige Helmzierden vor 1300 beim fuldischen Adel schon gebräuchlich waren. Das Adlerflügelwappen wurde von den Steinauern geführt bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit nahmen sie drei (2:1) fünfspeichige schwarze Räder, auf dem Helme steht ein mit fünf silbernen Straußfedern bestecktes fünfspeichiges schwarzes Rad. Erstmals begegnet dieses Wappen in einem Siegel Heinrichs von Steinau aus dem Jahre 1327. Der Wappenwechsel ist nichts Außergewöhnliches. Wenn ein Geschlecht sich einen neuen Stammsitz gründete, so wählte es in der Regel ein neues Wappen. Weil Giso von Steinau an der Ermordung Abt Berthos aus dem Jahre 1271 beteiligt war, wurde der Anteil an Burg Steinau von der Abtei geschleift. Sein Sohn Heinrich machte um 1327 das Dorf Poppenhausen zum neuen Wohnort und begründete hier die Linie von Steinau-Steinrück. Neben dem Beinamen nahm er auch ein neues Wappen an, das erwähnte Räderwappen.


Siegel von Giso aus dem Jahre 1289

Das alte Steinauer Wappen

Wappen der Herren von Steinau

Das heutige Steinauer Wappen

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