Hänigsen

Hänigsen (niederdeutsch Hähnsen) ist zweitgrößtes Dorf der Gemeinde Uetze. Es liegt etwa 27 km östlich von Hannover. Die derzeit rund 6000 Einwohner entsprechen etwa 30 % der Gesamtbevölkerung der Gemeinde Uetze.

Hänigsen liegt im östlichen Teil der Region Hannover nahe der Burgdorfer Aue etwas nördlich der Bundesstraße 188 zwischen Burgdorf und dem Ortsteil Uetze. Am westlichen Rand ist der Ort mit Obershagen, einem weiteren Ortsteil der Gemeinde, zusammengewachsen.

Der Burgdorfer Berg ist mit 55 m ü. NN die höchste Erhebung des Ortes. Hänigsen wurde 1226 erstmals urkundlich erwähnt und hieß damals noch Henighusen (das bedeutete: Ort der Sippe Henning).

Im Jahr 1529 wurde die Reformation in Hänigsen eingeführt.

Zwei große Brandkatastrophen suchten den Ort heim: Im Jahr 1647 vernichtete ein Feuer einen großen Teil des Dorfes, und am Pfingstmontag des Jahres 1693 brannten 57 Gebäude ab.

Am 8. Juli 1746 stand Catharina Dammann, eine noch junge schöne Schustersfrau aus Hänigsen, auf der Richtstätte des Amtes Meinersen. Die am 29. Dezember 1715 in Obershagen geborene Frau hatte versucht, ein Pferd von einer Weide wegzuführen, um es in Gifhorn zu verkaufen. Sie wurde gefasst, saß zwei Jahre im Meinerser Gefängnis und wurde vom Nachrichter Johann Christoph Funke aus Uetze, der an ihr sein „Meisterstück“ verrichtete, enthauptet.

Ab dem Jahr 1852 gehörte Hänigsen zum Amt Burgdorf, vorher hat es über mehrere Jahrhunderte zum Amt Meinersen gehört.

Bekannt ist es für das älteste Erdölvorkommen in Norddeutschland sowie das tiefste Kali-Salz-Bergwerk weltweit (1525 m). Im Jahr 1905 wurde mit dem abteufen des Schachtes Riedel begonnen, der Betrieb wurde im Jahr 1909 aufgenommen. Von 1938 bis 1945 war dort ein Munitionslager der am Celler Weg errichteten Munitionsanstalt, kurz MUNA, untergebracht. Dort befand sich auch eine Außenstelle des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, deren Barackenfundamente noch heute zu sehen sind.

Unter britischer Besatzung wurde versucht, die Munition vollständig aus dem Bergwerk herauszuholen. Dabei kam es am 18. Juni 1946 zu einem Explosionsunglück, bei dem rund 10.000 t Munition detonierten. Beim Unglück starben, hauptsächlich unter Tage, 86 Menschen. Im Jahr 1996 wurde das Bergwerk stillgelegt. Das Vorhaben, im Bergwerk eine Sondermülldeponie einzurichten, wurde nach Protesten einer Bürgerbewegung und aufgrund geänderter wirtschaftlicher Bedingungen aufgegeben. Das ehemalige Bergwerk wird derzeit planmäßig geflutet. Quelle: Wikipedia.org