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Amphibienschutz 2014

Die Hinwanderung der Amphibien zum Laichgewässer konnten wir in Neukeferloh über die Leonhard-Stadler-Straße
und "beim Forstwirt" über die Staatsstraße 2079 absichern. Die Rückwanderung der Elterntiere und deren Nachkommen ist zeitlich unbestimmt. Hier können wir nicht mehr helfen.

 Ende April 2014. Das Schlüsselblümchen ist verblüht. Nun wird es Zeit den Amphibienschutzzaun abzubauen.
 
 Zaunabbau an der Staatsstraße 2079
 Zaunabbau in Neukeferloh an der Leonhard-Stadler-Straße



Sie müssen zu dem Gewässer in dem sie geboren wurden. So will es ihre Bestimmung. Warum - wissen wir nicht. Oft finden sich das Weibchen und das Männchen bereits auf dem Wanderweg. Dann trägt das Weibchen das kleinere Männchen zum Laichgewässer. Wenn dann eine Straße ihren Weg zum Laichgewässer durchschneidet, werden sie zum Großteil überfahren. Als Single oder als Paar.










 Manchmal hat man das Gefühl als würden sie wissen, wie gefährlich dieser Weg ist.



  Sie wurden gerettet. Für dieses Jahr.

 Amphibien haben viele Feinde. So zum Beispiel Greifvögel. Übrig vom Krötenverzehr bleiben nur die Eier, die sich im Bauch des Weibchens befanden.






  Das Überholverbot und die Geschwindigkeitsbeschränkung werden oft nicht beachtet. Ein gefährliches Verhalten der Autofahrer für die Kontrollgänger.






 Bergmolchmännchen und Bergmolchweibchen. Sie haben einen orangeroten Bauch.




Und seit 3 Jahren finden wir sie. Derzeit sind wir noch am Abklären ob Wasserfrosch oder Teichfrosch. Viele von ihnen sind sehr klein.


 

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab´ ich vernommen!

Eduard Mörike








Die Truppe der Amphibienschützer sammelt jedes Jahr Unrat am Waldrand ein. Kurz danach das gleiche Bild. Entsorgter Müll.







Das Amphibienschutzmaterial für den Schutzzaun an der Leonhard-Stadler-Straße in Neukeferloh. Und einige der fleißigen Helfer.


   

Beim Aufbau des Amphibienschutzzaunes an der Staatsstraße 2079 fiel uns eine Fichte auf, die so gar nicht mehr standfest aussah. Mit Nachdruck haben wir auf  die Gefährdung der Autofahrer hingewiesen. Und nachdem sie gefällt worden war, stand es fest. Sie wäre nicht mehr viele Tage gestanden.





5.3.2014. Susanne meldet den ersten Fund. Es sind 2 Erdkrötenweibchen. Die Wanderung hat begonnen!




Bei diesen Wetterverhältnissen können wir nicht länger warten. Am Samstag den 1.3.2014 wurde der 700 m lange Amphibienschutzzaun an der Staatsstraße 2079 "beim Forstwirt" aufgebaut.


Dieses Material muss verbaut werden. Die Blinklampen werden zur Sicherheit der nächtlichen Kontrollgänger installiert.



Aufbau des 350 m langen Zaunteils Richtung Osten.


 14 Uhr. Der 350 m lange Zaunabschnitt Richtung Osten steht perfekt da.



Pause - Toni hat für eine Stärkung gesorgt.



Aufbau des 350 m langen Zaunteils Richtung Westen.


  14 Uhr. Der 350 m lange Zaunabschnitt Richtung Westen steht perfekt da.


Danke!
Die Aufbauer kommen aus: Neukeferloh, Grasbrunn, Zorneding, München, Haar, Gronsdorf, Unterhaching
Naomi, Brigitte, Bernhard, Erhard, Thomas, Angi, Günter T, Klaus, Hans, Walter, Axel, Peter, Daniel, Georg, Doris, Max, Günter V, Brigitte V., Werner, Renate, Evi, Daniela


Die Kontrollgänger kommen aus Neukeferloh, Putzbrunn, Haar und Feldkirchen.





Der Schutz wandernder Amphibien an Straßen ist bei der vorhandenen Dichte des Straßennetzes eine wichtige Schutzmaßnahme. Wandernde Amphibien müssen vielerorts Straßen überqueren, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Der Neubau von Straßen führt oftmals durch bislang unzerschnittene Amphibienlebensräume. Aber auch die Verkehrszunahme auf ehemals gering befahrenen Straßen hat meist eine große Zahl überfahrener Amphibien zur Folge.
 
Untersuchungen haben ergeben, dass schon bei einer Verkehrsdichte von 60 Autos pro Stunde 90! Prozent der wandernden Erdkröten überfahren werden.

Durch die Vernichtung ihrer angestammten Lebensräume wandern immer mehr Tiere in die Garten-/Naturteiche und Schwimmbäder (letztere sind immer tödliche Fallen) der Menschen, um dort Nachkommen zu zeugen. Besonders starke Wanderbewegungen findet man vor, wenn die Wasserstellen in den Gärten nahe Waldgebieten oder Feldern liegen. So viel Natur wollen aber viele Menschen nicht haben. Zudem müssen die Tiere, um zu diesen Gewässern zu kommen, Straßen überqueren.
 
Amphibien haben angestammte Lebensräume. Sie werden, solange sie leben, immer wieder zu dem Gewässer zurückkehren indem sie geboren wurden. Ein dauerhafter Schutz vor der Laichablage bietet nur ein gut und rechtzeitig angebrachter Amphibienzaun um die Wasserstelle. Sprechen Sie bitte mit uns, wenn Sie Probleme mit Wildtieren haben. Wir werden versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden.
 

  Das Erdkrötenweibchen hätte nur eine geringe Chance sicher über die Staatsstraße 2079 zum Wasser"hindernis" auf dem Golfplatz Harthausen zu kommen.


Staatsstraße 2079, Fund an der Strecke des Amphibienschutzzaunes. Dieses einjährige Rehweibchen wurde mit voller Wucht von einem Kfz erfasst und durch die Luft in den Wald geschleudert!