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Verwaltungsgeschichte

Verwaltung

Schon früh haben sich in unserem Gebiet Menschen angesiedelt. Bodenfunde aus der Steinzeit und der Bronzezeit bestätigen die recht dichte Besiedelung des Gemeindegebietes. Davon zeugen auch die vielen Hügel-, Buckel- und Steingräber in den umliegenden Waldgebieten, z.B. die Stein- und Hügelgräber in der "Schmauheide" im Genossenschaftsforst Kettelstorf.

Eine kommunale oder gar staatliche Verwaltungsorganisation ist in diesen frühen Zeiten nicht zu erkennen. Andererseits sind Wirtschaftsstufen und Wirtschaftsformen durchaus erkennbar, nämlich Seßhafte und die periodische Sammelwirtschaft sowie die geschlossene Hauswirtschaft und die Tauschwirtschaft.

Zu Beginn der geschichtlichen Zeit war das Gebiet des heutigen Kreises Uelzen ein Teil des Bardengaus. Seinen Namen erhielt der Bardengau von den Langobarden, deren Heimatland er seit mindestens 300 v. Chr. war. Die aus Holstein über die Elbe kommenden Sachsen breiteten sich ab 200 n.Chr. südwärts aus. Aber in unserem Gebiet konnte keinerlei Siedlungstätigkeit der Sachsen festgestellt werden. Der Übergang zum Sachsentum zeigte sich lediglich im Verschwinden des Volksnamens der Langobarden, die nun auch Sachsen genannt wurden. Ihr Wohngebiet bezeichnete man jedoch weiter als Bardengau.

Nach Dr. Osten ist der Ort Brockhimbergen eindeutig ein Rundlinge mit slawischen Flurnamen, so das anzunehmen ist, daß in diesem Ort Bewohner wendländischen Ursprungs gesiedelt haben. In den Quedlinburger Annalen ist nachzulesen, daß 997 n.Chr. ein großer Einfall selbständiger slawischer Stämme in den Bardengau (dem heutigen Kreis Uelzen) erfolgte. Brockhimbergen hatte ursprünglich eine besonders kleine Feldmark, die erst durch die Felder der Wüstung Pretzier, die zwischen Almstorf und Brockhimbergen lag, erheblich vergrößert wurde.

Geschichtlich faßbar wird die kommunale und territoriale Verwaltungsgeschichte für unser Gebiet erst nach Karl d. Großen.

Vom 9. bis 12. Jahrhundert n.Chr. war der Landkreis Uelzen ein wesentlicher Teil des karolingischen Bardengaues, der in Gohe, später das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, gegliedert war. Der heutige Landkreis Uelzen gliederte sich in etwa in folgende Gebiete:

1. Goh Bevenhusen (Bevensen)

2. das Land Ullessen (Uelzen)

3. das Land Bodendiek (Bodenteich)

4. den Goh Ebbekestorpe (Ebstorf)

5. Suterburg (Suderburg)

Hier werden Bevenhusen (Bevensen) und Nova Ullessen (Neu-Uelzen) Sitze je eines Archidiakonates.

Die Gemeinde Himbergen lag im Goh Bevenhusen.

Diese Gebietsgliederung bleibt für die nächsten Jahrhunderte bestehen, im kirchlichen Raum fand sie ihre Fortsetzung bis vor wenigen Jahren in den beiden Kirchenkreisen Uelzen und Bevensen.

Einen wahrscheinlich radikalen Bruch stellen die Folgen der Reformation in unserem Gebiet dar. Aus den ursprünglich langobardischen Verwaltungsbezirken entstehen durch Herzog Ernst den Bekenner staatliche Verwaltungsbezirke durch rigorose Einverleibung von Kirchenbesitz. Für unseren Kreis bedeutet das die Entstehung der Ämter Oldenstadt, Bodenteich, Medingen und Ebstorf seit etwa 1530.

Aus dem ehemaligen Goh Bevenhusen wurde die Gemeinde Himbergen dem Amte Medingen unterstellt.

Die Verwaltungsreformen im 19. Jahrhundert, vor allem die von 1852 bis 1859, führen zur Zusammenlegung von Ämtern und Aufhebung ihrer Gerichte:

Das Amt Ebstorf wird mit dem Amt Medingen, das Amt Bodenteich mit dem Amt Oldenstadt vereinigt.

Schließlich wird 1885 mit der Bildung des (preußischen) Landkreises Uelzen auch das Amt Medingen aufgehoben, seine Verwaltungsaufgaben gehen an das neue Landratsamt mit Sitz in Oldenstadt über; erhalten bleibt für die nächsten Jahrzehnte das Amtsgericht Medingen, das erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgehoben und dem Amtsgericht Uelzen zugefügt wird.

Am 6. Mai 1884 wird die neue Preußische Kreisordnung eingeführt mit dem Landrat als staatlichem Beamten an der Spitze. Es war die britische Besatzungsmacht, die Anfang 1946 die beiden in der Person des Landrates vereinigten Funktionen in verschiedene Hände legte. Der bisherige Landrat erhielt die Amtsbezeichnung "Oberkreisdirektor", während der Titel "Landrat" auf den vom Kreistag gewählten Vorsitzenden überging.

Am 1. Juli 2004 wurde die Zweigleisigkeit im Landkreis Uelzen wieder abgeschafft. Zum ersten gewählten Hauptverwaltungsbeamten des Landkreises Uelzen wird der ehemalige Oberkreisdirektor Dr. Th. Elster zum Landrat ernannt.