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Schuldverschreibung Teil 1

Abschrift einer Schuldverschreibung für den Hof Nr. 4 in Brockhimbergen vom 14. Juli 1849

Actum im Gerichte Veerßen

den 14, Julius 1849

Es hatten sich der Vollhöfner Johann Jürgen Suhm aus Brockhimbergen angeblich 49 Jahre alt, und dessen Ehefrau Catharine Marie Elisabeth geborene Schulz angeblich 52 Jahre alt, freiwillig in Person eingefunden und gaben zu verwähnen:

Sie haben behuf Wiederaufbaus ihrer abgebrannten Gebäude von dem Förster Heuser zu Wiebeck die Summe von 250 thr, schreibe Zweihundert und Fünfzig Thalern in Courant bar dargeliehen erhalten. Entsagen demnach der Einrede des nicht empfangenen und in ihren Nutzen nicht verwandten Geldes, versprechen das Capital alljährlich von heute an mit 4 por Cent capitalmäßiger Münze zu verzinsen, auch nach einer vorhergehenden halbjährigen Kündigung, welche sie auch sich vorbehalten, in der erhaltenen Münzsorte zurückzuzahlen.

Setzen für Capital, Zinsen und etwaige Kosten ihr gesamtes Vermögen, nichts davon ausgeschieden, in Spezie des Allodium ihres zu Brockhimbergen Nr. 4 zu belegenen Vollhofes zur öffentlichen gerichtlichen Hypothek und bitten um deren Cinfirmativa und Zugevestation.

Gerichtswegen

wurden der mitgegenwärtigen Suhm'schen Ehefrau mit der Bemerkung, daß ihre vorstehende Erklärung eine Bürgschaft enthalte, die derselben wider der Gültigkeit und Rechtsbeständigkeit der Bürgschaft und die als Bürgin ihr zustehenden Einwände und Rechtswohltaten, namentlich die exceptio Sote Vellejani und der Autehenticae si qua mulier des privilegium dotes des beneficium excussionis, divisionis et cedendarum actionum näher und umständlich erläutert und unter anderen bemerklich gemacht:

Daß nach gemeinem Rechte die Bürgschaft der Frauenspersonen und Ehefrauen, an sich ungültig sei und durch die vorgenannten und anderen diesen gleichstehenden Einwänden ganz unwirksam gemacht werden können; daß die Ehefrau mit dem Brautschatze für die Schulden des Mannes nicht haftet und diesen aus dem Vermögen des Mannes bei ausgebrochenem Conkurse vor allen Gläubigern denselben wieder heraus und zu sich nehmen könne, daß die Bürgen als solche verlangen können, daß der Hauptschuldner vor ihnen ausgeklagt werde, daß mehere Bürgen nur pro zeta haften und der Gläubiger vorher, ehe er von dem Bürgen befriedigt werde, diesem seine Klage wieder dem Hauptschuldner abtrete.

Daß die verbürgende Frauensperson und Ehefrau dagegen aller voraufgeführten Einwände und Rechtswohltaten verlustigt sei, wenn sie denselben auf vorgängige Belehrung des Gerichts entsage, aus welcher Entsagung folge, daß die Bürgin erforderlichenfalls, wenn es der Gläubiger verlange, zu dessen Befriedigung ihr eigenes Vermögen hergeben müsse, und davon auf keine Weise sich frei machen könne.

Die Bürgin entgegnete: Sie habe vorstehende Belehrung wohl verstanden, entsage allem gegen die Gültigkeit und Rechtsbeständigkeit der Bürgschaft und den als Bürgin ihr zustehenden Einwänden, namentlich der exceptio Sote Vellejani und der Autehenticae si qua mulier des privilegium dotes des beneficium excussionis, divisionis et cedendarum actionum und wie sie sonst heißen und erdacht werden mögen, in dieser Hinsicht auch der Ausflucht, daß ein allgemeiner Verzicht nicht gültig sei, wenn nicht ein besonderer vorher gegangen.

Nach vorgelesenem und genehmigten Protokolle ist, eines jeden Dritten Rechtsunbeschadet zu vorstehndem Schuld-, Pfand- und Bürgschaftscontracte die gerichtliche Bestätigung erteilt, und sind die von dem Schuldner der Bürgin constituierten Hypotheken als öffentliche gerichtliche confirmiert, und in die hiesigen Hypotheken-Bücher Tom I pag.49 No.1 ingrossiert. -Übrigens wird bemerklich gemacht, daß die bestellten Hypotheken, wenn sie das in der Feldmark Brockhimbergen belegene Vermögen des Schuldners und der Bürgin mit in sich begreifen sollen, auch in das Hypothekenbuch des Amts Medingen, welchem die Gerichtsbarkeit über die Feldmark Brockhimbergen zusteht, mit eingetragen werden müssen.

Actum ut supra

in fidem