Schach ist eines der ältesten Spiele der Welt. Jedermann kann sich vorstellen, dass in jener Zeit, als noch nicht Rundfunk, Fernsehen und Computer die Freizeit der Menschen in Anspruch nahmen, in den Städten und Dörfen der Arzt und der Apotheker sich gelegentlich behaglich nach Feierabend zu einer Partie Schach zusammensetzten. So gibt es auch in der Literatur Beispiele hierfür.

Der Beginn

Und so wie im Roman geschah es auch in Brackwede, dem damals - wie viele behaupten - "größten Dorf Europas".

Dr. med. Leopold Kranefuß

Im Februar 1924 fanden sich auf Initiative von Herrn Apotheker Klusmann und Herrn Dr. med. Kranefuß, zunächst im Arzthause Kranefuß in Brackwede, interessierte Schachfreunde, und zwar die Herren Klusmann, Dr. Kranefuß, Leopold Kranefuß, Lange, Dunker, Quakenack Hoppe, Elbrächter zusammen. Sie beschlossen, einen Schachklub zu gründen. Man gab sich den Namen "Brackweder Schachklub von 1924", und Herr Klusmann leitete zunächst den Klub. Anfangs wurde in der Adler-Apotheke und in den Wohnungen der einzelnen Mitglieder gespielt.

Als die Mitgliederzahl stieg, wurde der "Große Kurfürst" erstes Spiellokal des Brackweder Schachklubs. Der Klub zählte im Gründungsjahr 18 Mitglieder. Herr Erler übernahm den Vorsitz. Auf der 1. Generalversammlung im August 1924 wurde Herr Hoppe zum Vereinsvorsitzenden gewählt, der dieses Amt dann bis zum Jahre 1928 innehatte. Unter seinem Vorsitz festigte sich das Vereinsgefüge - der Brackweder Schachklub etablierte sich im ostwestfälischen Schachleben. Am 4.5.1925 wurde der Aufnahmeantrag an den "Westfälischen Schachbund" gestellt, dem am 22.6.9125 entsprochen wurde.

Ab 1926 beteiligte sich der Brackweder Schachklub an den Mannschaftskämpfen des Westfälischen Schachbundes. In der B-Klasse spielte der Brackweder Schachklub in der Aufstellung: 1. Quakenack, 2. Scheele, 3. Birkmann, 4. Dr. Kranefuß, 5. Beyer, 6. Elbrächter. Damals wurden die Kämpfe noch mit 6er-Mannschaften ausgetragen. Gegner in der ersten Serie waren die Schachklubs Rot-Weiß Bielefeld, Bielefelder Schachklub, Herford, Detmold und Bad Oeynhausen.

Im Jahre 1926/27 wurde das erste organisierte Vereinsturnier ausgetragen. Es beteiligten sich 13 Mitglieder. Sieger wurde Herr Quakenack. Die Vereinsturniere 1927/28/29 wurden von Herrn Scheele gewonnen. Im November 1929 wurde Herr Dr. Kranefuß für seine Verdienste um den Brackweder Schachklub zum Ehrenmitglied ernannt.

1930
Adler-Apotheke

1929 übernahm Herr Erdmann den Vereinsvorsitz. Da sich die Brackweder Schachfreunde durch den Westfälischen Schachbund vernachlässigt fühlten, erklärten sie am 2.3.1930 ihren Austritt aus dem Bund. Sicher dürften dabei auch finanzielle Überlegungen eine Rolle gespielt haben.

Schlimme Jahre

Auch das Vereinsleben litt in der Folgezeit unter den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen. Hatte man noch zur Zeit der Vereinsgründung einen Monatsbeitrag von 1,00 RM erhoben, so sah man sich jetzt gezwungen, den Beitrag auf 0,50 RM zu senken. 1932 erreichte die monatliche Beitragspflicht mit 0,30 RM ihren Tiefstand, wenn man davon absieht, dass Erwerbslose nur 5 Pf Monatsbeitrag zu entrichten hatten. - Unter diesen Umständen einen ordnungsgemäßen Turnier- und Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, dürfte recht schwierig gewesen sein.

In einem Protokollauszug aus dem Jahre 1932 heißt es: "Es lag ein Antrag vor, die Lokalfrage zu klären, da mehrere arbeitslose Mitglieder nicht mehr in der Lage sind, an den Spielabenden etwas zu verzehren. Herr Wiedey (Vereinswirt des "Großen Kurfürsten") erklärte, dass er bisher niemandem zur Pflicht gemacht habe, etwas zu verzehren. Er stelle nach wie vor einen Raum ohne Trinkzwang zur Verfügung."

Das Vereinsturnier des Jahres 1930 wurde wiederum von Herrn Quakenack gewonnen. Vereinsmeister des Jahres 1931 wurde Herr Erdmann.

Im Dezember 1931 verstarb im Alter von 61 Jahren das Ehrenmitglied Herr Dr. Kranefuß. 1932 übernahm Herr Dunker den Vereinsvorsitz. Am 2.11.1932 wurde von den Mitgliedern der Beschluß gefaßt, dem Verband wieder beizutreten. Der Brackweder Schachklub spielte dann wieder in der B-Klasse mit den Schachklubs aus Bielefeld, Herford, Gütersloh und Rheda.

Am 17.9.1933 gründeten die Schachvereine von Bielefeld und Umgebung die "Ravensberger Schachvereinigung". Dieser Schachverband stand unter der Führung von Herrn Peppmöller aus Bielefeld. Jetzt wurde der Brackweder Schachklub eine Abteilung von Bielefeld, ohne aber dabei seine Selbständigkeit zu verlieren. Herr Erdmann wurde als Obmann eingesetzt.

Im Oktober 1933 wurde in Brackwede eine Schachwerbewoche durchgeführt. Auf dem Veranstaltungsplan standen u. a. Mannschaftskämpfe gegen Gütersloh und Rheda sowie eine Simultanveranstaltung. Den Höhepunkt bildete eine gesellige Veranstaltung, die, den Verhältnissen der damaligen Zeit Rechnung tragend, unter dem Motto "Deutscher Abend" durchgeführt wurde. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters von Brackwede. Zu den Gästen zählten zahlreiche Schachfreunde der benachbarten Vereine.

1940

1933 wurde ein Schülerkursus mit 50 Teilnehmern durchgeführt. Der Kursus stand unter der Leitung von Herrn Lehrer Schneider. Eine positive Entwicklung schien sich anzubahnen. Die nachfolgenden politischen Ereignisse blockierten auch das Vereinsleben des Brackweder Schachklubs. Auf Verbandsebene fanden Umgruppierungen statt, die in der Folge negativ auf das Vereinsleben einwirkten. Der Krieg schließlich brachte das Schachleben im Verein weitestgehend zum Erliegen. Einige Schachfreunde trafen sich aber immer noch zum Schachspielen im "Hotel zur Post" das bis 1945 Vereinslokal war. Wenn man die Jahre 1924 bis 1933 zusammenfassend betrachtet, so kann man heute sagen: Damals wurde der Grundstein für unser Vereinsleben gelegt; damals wurden Bindungen geschaffen und Erfahrungen gesammelt, auf denen aufbauend nach Beendigung des Krieges ein neuer, vielversprechender Anfang gemacht werden konnte.

Der Neubeginn

Am 6. Januar 1946 war es soweit. Der Brackweder Schachklub konstituierte sich neu. Beim Wirt Kassing (das Brackweder Klublokal "Hotel zur Post" war von der Besatzungsmacht beschlagnahmt worden) wurde eine Versammlung abgehalten, auf der dem alten Vorstand Entlastung erteilt wurde. Als Vorsitzender wurde Herr Eickhoff gewählt. Am 8. Januar 1946 machte Karl Sardemann, den die Versammlung zum Gerätewart gewählt hatte, Bestandsaufnahme. Der Brackweder Schachklub verfügte über 11 Sätze Figuren, 10 Bretter sowie über ein Demonstrationsbrett mit dazugehörigen Figuren. Es war nur eine Schachuhr vorhanden. Kein leichter Anfang.

Trotz der in jeder Beziehung schlechten Verhältnisse - die Ernährungslage war kritisch, und anfangs herrschte noch Ausgangssperre - wurde ein Vereinsturnier ausgetragen. Es beteiligten sich 14 Mitglieder. Das Turnier gewann Herr Dr. Sarter vor den Herren Haller und Scheele.

Im Laufe des Jahres 1946 wurde in Bielefeld zunächst der Schach- Kreisverband Bielefeld gegründet, dann folgte die Gründung des Schachverbandes Minden-Ravensberg. Im darauffolgenden Jahr konnten die ersten Mannschaftskämpfe der Nachkriegszeit durchgeführt werden. Der Brackweder Schachklub beteiligte sich mit zwei Mannschaften. Die 1. Mannschaft spielte in der Aufstellung: 1. Gerebtzoff, 2. Illgen, 3. Haller, 4. Quakenack, 5. Eickhoff, 6. Scheele, 7. Dr. Sarter, 8. Erdmann. Die 2. Mannschaft trat an in der Aufstellung: 1. Zielke, 2. Sardemann, 3. Wiedey, 4, Kohn, 5. Heidkamp, 6. Traumüller, 7. Schneider, 8. Graul. Die 1. Mannschaft belegte hinter dem Bielefelder Schachklub den 2. Platz in der A-Klasse. Die 2. Mannschaft spielte in der B-Klasse und wurde Dritter. Vereinsmeister 1947 wurde Gerebtzoff vor Haller.

Auf der Jahreshauptversammlung 1948 kandidierte Heinrich Eickhoff nicht mehr als 1. Vorsitzender des Vereins. Zum Nachfolger wurde Heinrich Quakenack gewählt. Heinrich Quakenack gehörte zu den Mitbegründern des Vereins.

Die Vereinsmeisterschaft 1947/48 gewann Illgen vor Gerebtzoff.

Die Währungsreform 1948 brachte den Verein finanziell fast auf den Nullpunkt. Nach der Geldentwertung befanden sich noch 4,00 DM in der Vereinskasse. Eine unter seinen Mitgliedern durchgeführte Sammlung half dem Brackweder Schachklub aus dieser finanziellen Misere.

1948 spielte die 1. Mannschaft des Brackweder Schachklubs erstmals in der Verbandsklasse Ostwestfalen und erreichte hinter Detmold den 2. Platz.

1949 feierte der Brackweder Schachklub sein 25jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß fand im Hotel "Zu den Vier Taxbäumen" ein Stiftungsfest statt. Die Durchführung dieser Veranstaltung wurde in den nachfolgenden Jahren jeweils in der Karnevalszeit beibehalten. Sie diente dazu, durch Erwirtschaftung eines Überschusses die finanziellen Verhältnisse des Brackweder Schachklubs zu verbessern. Der Verein zählte 1949 42 Mitglieder. Die 1. Mannschaft wurde Verbandsmeister.

1950 - Die goldenen Fünfziger

Vereinsmeister 1950 wurde Kleinhans; die Vereinsmeisterschaft 1951/52 gewann Plattner vor den punktgleichen Bordihn und Quakenack.

1951 feierte die Gemeinde Brackwede ihr 800jähriges Bestehen. Der Brackweder Schachklub leistete zur Gestaltung der Feierlichkeiten seinen Beitrag in der Durchführung eines "Lebenden Schachspiels".

Die Vereinsmeisterschaft 1953 ergab Punktgleichheit zwischen Plattner, Quakenack und Kleinhans. -Im Juni 1953 verstarb der langjährige Spitzenspieler des Vereins, Franz Haller. Im Oktober desselben Jahres verstarb im Alter von 48 Jahren der Vereinsvorsitzende Heinrich Quakenack. Mit Heinrich Quakenack verlor der Brackweder Schachklub eines seiner aktivsten Mitglieder. Seit Vereinsgründung 1924 hatte Heinrich Quakenack zu den tragenden Säulen des Vereinslebens des Brackweder Schachklubs gezählt. Der 2. Vorsitzende Walter Graul übernahm den Vereinsvorsitz.

1954 trat mit Werner Stephan ein prominenter Spieler in den Brackweder Schachklub ein. Werner Stephan war 1952 Deutscher Pokalmeister geworden.

Das Vereinsturnier 1954 wurde dem Gedenken Heinrich Quakenacks gewidmet. Am Vorturnier beteiligten sich 12 Mitglieder. Die Endrunde bestritten 10 Teilnehmer. Es siegte Stephan vor Ernst und Kleinhans.

Der Tod ereilte auch im Jahre 1954 zwei verdienstvolle Mitglieder des Brackweder Schachklubs. Die Brackweder Schachfreunde mußten ihrem ehemaligen Schriftführer und Kassierer Leo Zielke und dem amtierenden stellvertretenden Vorsitzenden Herbert Thestorff das letzte Geleit geben. Die beiden Verstorbenen hatten dem Brackweder Schachklub seit 25 Jahren als Mitglieder angehört.

1955 wurde die 1. Mannschaft abermals Verbandsmeister. Am 1. Brett spielend, vollbrachte Werner Stephan die großartige Leistung, alle Partien zu gewinnen. Da die 2. Mannschaft ebenfalls in der Verbandsklasse spielte, mußten Ersatzspieler aus der 3. Mannschaft eingesetzt werden. Im Stichkampf um den 1. Platz gegen Minden wurde auf den Einsatz eines Ersatzspielers verzichtet. Brackwede trat im Ratskeller Bielefeld mit nur sieben Spielern an und gewann 5: 3 (l. Stephan, 2. Ernst, 3. Kleinhans, 4. Gerebtzoff, 5. Eickhoff, 6. Kohn, 7. Bordihn).

Die Vereinsmeisterschaft 1955 gewann Kleinhans vor Bordihn und Gerebtzoff.

Das Jahr 1956 war gekennzeichnet durch einen Wechsel in der Vereinsspitze. Die Jahreshauptversammlung wählte Werner Waske zum 1. Vorsitzenden. Er wurde Nachfolger von Walter Graul, einem langjährigen und verdienstvollen Mitglied des Brackweder Schachklubs, der sich vor allen Dingen in den ersten Nachkriegsjahren durch seinen unermüdlichen Einsatz um den Klub verdient gemacht hatte.

Die Vereinsführung unter der Leitung des neuen Vorsitzenden Werner Waske wirkte äußerst belebend auf den Brackweder Schachklub. Die Erarbeitung einer neuen Satzung, eine für den Klub geltende Turnierordnung sowie die Einführung des Turniers um die Brackweder Stadtschachmeisterschaft legten den Grundstein für eine weitere positive Entwicklung des Vereins, die Gründung des Schachklubs Gadderbaum wurde eingeleitet.

Die Vereinsmeisterschaft 1956 gewann wiederum Kleinhans vor Erpel und Waske.

Im Mai 1956 verlor der Verein durch den Tod seines ehemaligen Vorsitzenden Heinrich Eickhoff abermals eines seiner verdienstvollsten Mitglieder.

Im Jahre 1957 gelangte erstmals die Stadtschachmeisterschaft von Brackwede zur Austragung. Es beteiligten sich 16 Spieler. Günther Kleinhans, dem Sieger der ersten Stadtmeisterschaft, wurde durch den Bürgermeister der Stadt Brackwede, Herrn Menke, der Wanderpokal überreicht. - Das Turnier um die Vereinsmeisterschaft gewann Erpel vor Kleinhans und Lindemeyer. Zu dieser Zeit war das Vereinsleben außerordentlich rege. Zu den Mannschaftskämpfen wurden in den verschiedenen Klassen fünf Mannschaften entsandt, was nicht zuletzt auf die unermüdliche Initiative des Vorsitzenden zurückzuführen war. Die 1. Mannschaft spielte in der Bundesklasse. 1957 hatten die Brackweder Schachfreunde den Tod des ehemaligen Vorsitzenden Karl Schneider zu betrauern. Karl Schneider, Mitglied seit 25 Jahren, war aktiv in der Jugendarbeit tätig. Seinem Gedenken wurde das nächste Vereinsturnier gewidmet.

1958 gewann Werner Stephan die Brackweder Stadtmeisterschaft. Im Vereinsturnier siegte Kleinhans vor Lindemeyer und Erpel. Die 1. Mannschaft war aus der Bundesklasse wieder abgestiegen, die 2. Mannschaft schaffte den Aufstieg zur Verbandsklasse, verzichtete jedoch auf den Aufstieg, um zu verhindern, mit zwei Mannschaften in einer Klasse spielen zu müssen.

Die 1. Mannschaft schaffte 1959 den Wiederaufstieg in die Bundesklasse. Seinen Stadtmeistertitel konnte Werner Stephan erfolgreich verteidigen. Die Vereinsmeisterschaft gewann wieder Kleinhans vor Erpel und Heimen.

1960
Großer Kurfürst

1960 ergab sich ein ähnliches Bild. Während Stephan zum drittenmal hintereinander Stadtmeister wurde und somit den Wanderpokal endgültig in seinen Besitz brachte, gewann Kleinhans zum drittenmal hintereinander die Vereinsmeisterschaft, diesmal vor Stephan und Bordihn.

Neue Impulse

Die Jahreshauptversammlung 1960 brachte einige wichtige Veränderungen für den Brackweder Schachklub mit sich. Die Vereinssatzung wurde in dem Punkt geändert, der den Zeitpunkt der Jahreshauptversammlung regelt. Um einen aktuelleren Überblick der sportlichen Ergebnisse zu erzielen, wurde beschlossen, nicht mehr wie bisher im Januar, sondern statt dessen im April die Jahreshauptversammlung abzuhalten. Aus dem alten Vereinsvorstand lehnten neben dem Vorsitzenden Waske auch Kassierer Kuhl und Schriftführer Kleinhans eine neuerliche Kandidatur ab. Neuer Vereinsvorsitzender wurde Dr. Wolfgang Mummert.

Unter Dr. Mummert stabilisierte sich das Vereinsleben des Brackweder Schachklubs. Die von Werner Waske eingeleitete Entwicklung, die verschiedensten Belange des Vereinslebens mittels Satzung und einer streng auszulegenden Turnierordnung zu regeln, wurde auf Grund gewonnener Erfahrungen weiter ausgebaut und verbessert. Dr. Mummert blieb zunächst Vorsitzender bis zum Jahre 1964. An dieser Stelle sei es dem Chronisten gestattet, noch einmal zum Jahre 1946 zurückzukehren, als sich der Brackweder Schachklub nach dem Kriege neu konstituiert hatte. Bei allem Erfolg des Vereins, trotz -wie man beim Nachlesen leicht feststellen kann eines regen Vereinslebens war es dem Verein nicht vergönnt, ein Spiellokal zu finden, welches man als dauernde Heimat hätte ansehen können. Die unterschiedlichsten Gründe führten zu einem sehr häufigen Wechsel der Spiellokale. War es nach dem Krieg zunächst das Lokal am Brackweder Friedhof, beim Wirt Kassing-Sanner, so wechselte man einige Jahre später zur Gaststätte Tölke. Von dort ging es wieder zurück zu Sanner. Dann wurde der "Große Kurfürst" wieder Vereinslokal. Vom "Großen Kurfürsten" ging es zur Gaststätte "Zu den Vier Taxbäumen".

1961 schließlich spielte der Brackweder Schachklub im Hotel Wiebracht. Von dort wurde wieder umgezogen zum "Großen Kurfürsten". Als das Hotel "Großer Kurfürst" 1967 der Brackweder Stadtkernsanierung zum Opfer fiel, zog der Brackweder Schachklub um in die Gaststätte Wavmann.

1961 gewann Günther Kleinhans die Brackweder Stadtmeisterschaft zum zweitenmal. Stephan wurde Vereinsmeister vor Kleinhans und Keller.

1962 gelang es Alexander Gerebtzoff im Alter von 73 Jahren, die Brackweder Stadtmeisterschaft gegen stärkste Konkurrenz zu gewinnen. Eine erstaunliche Leistung! Gerebtzoff zog sich 1968 im Alter von 79 Jahren vom Schachspiel zurück. - In der Vereinsmeisterschaft 1962 siegte Stephan vor Kleinhans und Upmann.

1963 und 1964 wurde die Stadtmeisterschaft wieder von Günther Kleinhans gewonnen. Vereinsmeister 1963 wurde Bordihn vor Kleinhans und Pollähn. 1964, 1965 und 1966 gewann Werner Stephan die Vereinsmeisterschaft dreimal hintereinander; 1964 vor Kleinhans und Erpel, 1965 vor Erpel und Kleinhans und 1966 vor Erpel und Elges. Mit seinen Siegen in den Stadtmeisterschaften 1965, 1966 und 1967 unterstrich Werner Stephan deutlich seine Vorrangstellung im Brackweder Schachleben.

1964 übernahm für ein Jahr Jürgen Pollähn den Vereinsvorsitz. 1965 wurde Dr. Wolfgang Mummert wieder zum Vereinsvorsitzenden gewählt. Dr. Mummert versah dieses Amt bis zum Jahre 1970.

1967 gewann Erpel die Vereinsmeisterschaft vor Rüdiger Lehrmann. 1968 siegte im Vereinsturnier Stephan vor Erpel und Kleinhans. Stadtmeister 1968 wurde wieder einmal Günther Kleinhans. 1968 knüpfte der Brackweder Schachklub auch gesamtdeutsche Kontakte. Gegen den Schachklub "BSG Stahlwalzwerk Hettstedt" wurde ein Fernschachwettkampf an sechs Brettern ausgetragen. Der Kampf dauerte ein Jahr und endete mit einem 6,5-5,5-Erfolg für den Brackweder Schachklub. Im anschließenden Revanchekampf konnten die Ostdeutschen ein 4: 4 erreichen.

Fernschachnotation

Überhaupt wird Fernschach unter den Mitgliedern des Brackweder Schachklubs recht groß geschrieben. Vier Mitglieder des Vereins, Erpel, Kirwald, Seide und Wagner, spielten seit Jahren in der Meisterklasse des Bundes deutscher Fernschachfreunde (BdF).

Durch den plötzlichen Tod von Artur Falk im Alter von 49 Jahren verlor der Brackweder Schachklub im Sommer 1969 eines seiner treuesten Mitglieder. Artur Falk hatte zeitweise auch dem Vorstand des Vereins angehört.

1969 wurde Ulrich Wagner Brackweder Stadtmeister. In diesem Jahr wurde in den Sommermonaten erstmals das Ferienpokalturnier ausgetragen. Es siegte Werner Stephan vor Fritz Kohn. Eine weitere Neuerung aus dem Jahre 1969 war die Herausgabe einer Vereinszeitung. Sie erscheint seitdem in nicht festgelegten Zeitabständen unter der Regie von Ulrich Wagner und erfreute sich großer Beliebtheit unter den Vereinsmitgliedern.

In der Vereinsmeisterschaft 1969 siegte Bordihn vor Erpel und Kleinhans. Für die 1. Mannschaft war die Spielserie 1969/70 eine der schwächsten in der Nachkriegsgeschichte des Vereins. Die 1. Mannschaft mußte aus der Verbandsliga in die Verbandsklasse absteigen.

1969 trat mit Günther Kleinhans einer der stärksten und erfolgreichsten Spieler aus dem Verein aus. Als Schriftführer im Vorstand und als Mannschaftsführer der 1. Mannschaft leistete Kleinhans lange Jahre Vorbildliches. Er zog sich zunächst vom Schachspiel zurück und wurde später Mitglied eines anderen Bielefelder Vereins.

1970

Auf der Jahreshauptversammlung 1970 wurde als Nachfolger von Dr. Wolfgang Mummert Ulrich Wagner als 1. Vorsitzender des Brackweder Schachklubs gewählt. Ulrich Wagner versah dieses Amt bis zum Jahre 1973.

Werner Stephan

Das Ferienturnier 1970 gewann Franz Kirwald vor Werner Stephan. In der Vereinsmeisterschaft erspielte sich Wagner den Sieg vor Erpel und Elges. Stadtmeister 1970 wurde Franz Kirwald, dem es dann auch gelang, seinen Titel 1971 erfolgreich zu verteidigen. Vereinsmeister 1971 wurde Werner Stephan vor Kirwald und Seide. Auch 1972 siegte Stephan in der Vereinsmeisterschaft, diesmal vor Erpel und Klank. Einmal mehr wurde Werner Stephan 1972 Brackweder Stadtmeister. Es sollte Werner Stephans siebente und letzte Stadtmeisterschaft sein. - Erfolgreich war die 1. Mannschaft im Spieljahr 1971/72. Sie wurde Verbandsmeister und stieg wiederum in die Bundesklasse auf.

Im März 1973 verlor der Brackweder Schachklub durch den Tod von Werner Stephan im Alter von 64 Jahren seine größte Spielerpersönlichkeit. Mit den Brackweder Schachfreunden gaben Schachfreunde aus benachbarten Vereinen Werner Stephan das letzte Geleit, als er auf dem Waldfriedhof in Steinhagen zur letzten Ruhe gebettet wurde.

Prof. Dr. Hans-Georg Lachmann

Mit Prof. Dr. Hans-Georg Lachmann, der Anfang des Jahres vom Bielefelder Schachklub zum Brackweder Schachklub gewechselt war, erhielt der Verein 1973 eine wesentliche Verstärkung.

Die 1. Mannschaft spielte in der Bundesklasse recht unglücklich und mußte wieder in die Verbandsliga absteigen.

Die Vereinsmeisterschaft 1973 gewann Werner Erpel vor Gunther Stephan und Edgar Elges. Brackweder Stadtmeister 1973 wurde Horst Berg.

Die am 1.1.1973 erfolgte kommunale Neugliederung brachte eine Eingemeindung der Stadt Brackwede zu Bielefeld. Der Tradition folgend, soll die Brackweder Stadtmeisterschaft auch weiterhin ausgetragen werden. Hartmut Schüttfort trat auf der Jahreshauptversammlung 1973 als Vereinsvorsitzender die Nachfolge von Ulrich Wagner an.

50 Jahre Schach in Brackwede
Festschrift 50 Jahre Schach in Brackwede

Im Jubiläumsjahr 1974 zählte der Brackweder Schachklub 60 aktive Mitglieder und nahm mit drei Seniorenmannschaften und einer Jugendmannschaft an den Mannschaftsmeisterschaften teil. Die 1. Mannschaft spielte in der Verbandsliga. Die Spitzenspieler des Klubs beteiligten sich rege an den Einzelturnieren in nah und fern. All diese Aktivitäten haben dazu beigetragen, dass sich der Brackweder Schachklub nicht nur zur Spitzengruppe der ostwestfälischen Schachvereine zählen durfte, sondern auch über Ostwestfalens Grenzen hinaus nicht unbekannt geblieben ist.

Aus Anlaß des 50-jährigen Bestehens richtete der Brackweder Schachklub von 1924 die OWL-Meisterschaften 1974 aus. Im Jahre 1974 konnte Horst Berg das Double, die Siege in Vereinsmeisterschaft und Brackweder Stadtmeisterschaft, feiern. Werner Erpel wurde Bezirksmeister. Im Viererpokal wurde der Brackweder Schachklub Bezirksmeister. Erstmalig wurde in diesem Jahr eine Jugendmannschaft gemeldet, die auf Anhieb den 2. Platz belegte.

Prof Dr. Hans-Georg Lachmann konnte sich in dem Turnier um die Vereinsmeisterschaft 1975 vor Werner Erpel und Rüdiger Flockert durchsetzen. Rüdiger Flockert konnte sich den Titel des Brackweder Stadtmeisters sichern. Im Viererpokal konnte sich die Mannschaft des Brackweder Schachklubs bis in das Finale der Verbandsmeisterschaft vorspielen, mußte dort allerdings eine Niederlage einstecken. In den Mannschaftskämpfen konnte die erste Mannschaft den Aufstieg in die NRW-Klasse perfekt machen. Die 2. Mannschaft konnte ebenfalls aufsteigen, in die Verbandsliga. Um den Jugendlichen Rechnung zu tragen, wurde erstmalig das Amt des Jugendwartes im Vorstand besetzt, den Posten übernahm Wolfram Neumann.

Gunther Stephan wurde 1976 erstmalig Vereinsmeister, die weiteren Plätze belegten Horst Berg und Rüdiger Flockert. Brackweder Stadtmeister wurde in diesem Jahr Johannes Schorr. Horst Berg wurde Kreismeister, während die erste Mannschaft wieder aus der NRW-Klasse absteigen mußte. An der Spitze des Vereins löste Werner Erpel den bisherigen Vorsitzenden Hartmut Schüttfort ab.

1977 wurde Rüdiger Flockert Vereinsmeister, Günter Stertenbrink konnte den Titel des Brackweder Stadtmeisters erringen. Horst Berg konnte erneut die Kreismeisterschaft für sich entscheiden. Die 2. Mannschaft konnte den Aufstieg in die Regionalliga unter Dach und Fach bringen. Michael Siemann wurde beim Turnier um die Verbandsmeisterschaft der Jugendlichen 3. und konnte sich somit für die NRW-Meisterschaften qualifizieren.

Rüdiger Flockert verteidigte seinen Titel als Vereinsmeister 1978 erfolgreich, Werner Erpel und Horst Berg belegten die weiteren Plätze. Brackweder Stadtmeister wurde erneut Günter Stertenbrink. Horst Berg war bei der Bezirksmeisterschaft der dominierende Spieler und konnte sich den Titel sichern.

1979 wurde Rüdiger Flockert erneut Vereinsmeister und schaffte damit einen Hattrick. Zweiter und Dritter wurden Werner Erpel und Horst Berg. Den Titel des Brackweder Stadtmeisters sicherte sich Horst Berg. Kreismeister wurde Johannes Schorr, während Rüdiger Flockert bei der Bezirksmeisterschaft den geteilten 1.Platz belegte, womit er sich die Qualifikation für die Verbandsmeisterschaften sicherte. Die 1. Mannschaft spielte weniger erfolgreich und mußte aus der Regionalliga wieder absteigen.

Neben den Vorsitzenden zeichneten sich auch die weiteren Mitglieder Ralf-Günter Hoffmann, Ulrich Wagner, Edgar Elges, Rainer Wimmers und Gunther Stephan durch ihre Arbeit im Vorstand aus.

1980

Werner Erpel setze sich im Turnier um die Vereinsmeisterschaft 1980 durch, dahinter belegte Horst Berg den 2. Rang. Brackweder Stadtmeister wurde in diesem Jahr Thomas Bartelborth. Die Vierermannschaft sicherte sich den Titel des Bezirksmeisters. Hartmut Schüttfort löste Werner Erpel als 1. Vorsitzenden ab.

1981 konnte sich Horst Berg im Turnier um die Vereinsmeisterschaft durchsetzen. Den Titel des Brackweder Stadtmeisters sicherte sich Norbert Becker.

Bernd Fischer wurde 1982 Vereinsmeister, indem er Werner Erpel und Ulrich Wagner hinter sich ließ. Johannes Schorr konnte die Brackweder Stadtmeisterschaft gewinnen. Die erste Mannschaft mußte aus der Regionalliga absteigen. Im Dezember verstarb das Gründungmitglied Leopold Kranefuß. Mit Alfred Bordhin verlor der Brackweder Schachklub ein weiteres verdientes Mitglied.

Die Vereinsmeisterschaft 1983 gewann Werner Erpel vor Franz Kirwald und Gunther Stephan. Die Brackweder Stadtmeisterschaft konnte Gunther Stephan zu seinen Gunsten entscheiden. Im erstmalig ausgetragenen Turnier um die Vereinsmeisterschaft bei den Jugendlichen setzte sich Marold Schatz durch. An der Spitze des Vereins löste Erna Peter den bisherigen Vorsitzenden Hartmut Schüttfort ab.

Noch ein Jubiläum

1984 konnte Ralf-Günter Hoffmann den Titel des Vereinsmeisters erringen, vor Gunther Stephan und Franz Kirwald. Brackweder Stadtmeister wurde Werner Erpel. Die Jugendvereinsmeisterschaft sicherte sich Wolfgang Justus. Die erste Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Regionalliga, ebenso wie die 2. Mannschaft sich in der Bezirksliga durchsetzte. Aus Anlaß des 65-jährigen Bestehens wurden die Ostwestfalenmeisterschaften ausgerichtet. Gunther Stephan belegte als Vereinsspieler in dem starken Teinehmerfeld den 4. Platz.

Horst Berg siegte in dem Turnier um die Vereinsmeisterschaft 1985. Dahinter landeten Werner Erpel und Martin Lehmann auf den weiteren Plätzen. Werner Erpel verteidigte seinen Titel als Brackweder Stadtmeister. Bei den Jugendlichen setzte sich Erik Bonert als Vereinsmeister durch. Die erste Mannschaft konnte die Klasse leider nicht halten und mußte wieder absteigen. Im August 1985 verstarb das langjährige Mitglied Walter Graul.

Gunther Stephan wurde 1986 vor Horst Berg und Norbert Stegemann Vereinsmeister. Durch den Sieg bei der Brackweder Meisterschaft sicherte sich Gunther Stephan außerdem das Double. Jugendvereinsmeister wurde Dirk Husemann.

1987 konnte Werner Erpel vor Gunther Stephan und Ralf-Günter Hoffmann die Vereismneisterschaft für sich entscheiden. Brackweder Stadtmeister wurde wieder Gunther Stepahn. Den Titel des Jugendvereinsmeisters konnte Dirk Husemann erfolgreich verteidigen. Die erste Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Regionalliga. Bei den Jugendlichen konnte sich die Viererblitzmannschaft für die NRW-Meisterschaften qualifizieren.

Werner Erpel konnte sich 1988 bei Vereinsmeisterschaft und Stadtmeisterschaft durchsetzen. In der Vereinsmeisterschaft landeten Gunther Stephan und Michael Pollmüller auf den weiteren Plätzen. Die 2. Mannschaft stieg in die Verbandsklasse auf. Der Brackweder Schachklub richtete außerdem die NRW-Meisterschaften im Viererblitzen der Jugendlichen aus. Nach über 25 Jahren Mitgliedschaft verstarb Hans Fischer.

1989 schaffte es Werner Erpel beide Titel des Vojahres zu verteidigen. Ralf-Günter Hoffmann und Peter Rommelfanger belegten in der Vereinsmeisterschaft die weiteren Plätze. Jugendvereinsmeister wurde Dirk Husemann. Die 2. Mannschaft konnte nach nur einem Jahr direkt weiter in die Verbandsliga aufsteigen. Stephan Peters qualifizierte sich durch einen zweiten Platz bei den Bezirksmeisterschaften für die OWL-Meisterschaften. Die Vierermannschaft der Jugendlichen schaffte im Blitzen den OWL-Titelgewinn. Alex Chatziparaskewas wurde bei den Jugendlichen Bezirksmeister. Viel zu früh verstarb Vereinsmitglied Marold Schatz.

Durch langjährige Vorstandsarbeit zeichneten sich in den 80-er Jahren Gunther Stephan, Martin Lehmann und Rainer Wimmers aus. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass unter dem langjährigen Jugendwart Ekkehard Neumann der Anteil der Jugendlichen im Verein von knapp 10% auf über 25% anstieg. Auch darin ist die Ursache zu sehen, dass der Brackweder Schachklub zeitweise mehr als 100 Mitglieder umfaßte. Hartmut Schüttfort bekleidete Anfang der 80-er Jahre das Amt des Bezirksvorsitzenden des Schachbezirks Bielefeld.

1990 - Die Neuzeit

1990 war das Jahr von Martin Lehmann, da er sowohl die Vereinsmeisterschaft - vor Gunther Stephan und Norbert Wolf - als auch die Brackweder Stadtmeisterschaft gewann. Den Titel des Jugendveriensmeisters sicherte sich Matthias Warmuth. Die Jugendmannschaft konnte sich erstmalig in der Vereinsgeschichte für die OWL-Jugendliga qualifizieren. Im Blitzen erreichte die Jugendmannschaft erneut die Qualifikation für die NRW-Meisterschaften.

Gunther Stephan wurde 1991 vor Martin Lehmann und Alex Chatziparaskewas Vereinsmeister. Andreas Frücht wurde Brackweder Stadtmeister. Daniel Johnen gewann die Vereinsmeisterschaft bei den Jugendlichen. Zum ersten Mal wurde das Quirkendörper-Schnellschachturnier ausgerichtet, welches von IM Karl-Heinz-Podzielny gewonnen wurde. Die Jugendmannschaft marschierte als Aufsteiger durch die OWL-Jugendliga und stieg weiter in die NRW-Jugendliga auf. Im Blitzen wurden zum wiederholten Male die Titel des Bezirks- und Verbandsmannschaftsmeisters gewonnen, damit auch die Qualifikation für die NRW-Meisterschaften zum 5. mal in Folge verwirklicht. Ulrich Steidl belegte bei den Bezirksmeisterschaften der Jugendlichen den 2.Platz und qualifizierte sich somit für die Verbandsmeidterschaften. Im Dähne-Pokal erreichte Dirk Husemann das Finale auf Bezirksebene. Vereinsmitglied Rainer Thiele verstarb völlig unerwartet. An der Vereinsspitze übernahm Martin Lehmann das Amt des Vorsitzenden von Ulrich Wagner.

Michael Pollmüller wurde 1992 Vereinsmeister, vor Ralf-Günter Hoffmann und Martin Lehmann. Gunther Stephan sicherte sich den Titel des Brackweder Stadtmeisters. Beim 2. Quirkendörper-Pokal setzte sich erneut IM Karl-Heinz Podzielny durch Im Viererpokal wurde die Brackweder Vertretung Bezirksmeister. Die Jugendmannschaft mußte nach nur einjähriger Zugehörigkeit wieder aus der NRW-Liga absteigen. Im August verstarb mit Prof Dr. Hans-Georg Lachmann einer der langjährigen Spitzenspieler des Brackweder Schachvereins. Prof Dr. Lachmann hatte bis ins hohe Alter von über 80 Jahren noch an den Mannschaftskämpfen teilgenommen.

1993 konnte Michael Pollmüller den Gewinn der Vereinsmeisterschaft vor Ulrich Steidl und Kartsen Schimmer feiern. Daniel Johnen wurde Brackweder Stadtmeister. Die erste Mannschaft stieg aus der Regionalliga ab.

1994 wurde erstmalig Kartsen Schimmer Vereinsmeister, die weiteren Plätze belegten Gunther Stepahn und Martin Lehmann. Thomas Biernath wurde Brackweder Stadtmeister. Die erste Mannschaft konnte den Wiederaufstieg in die Regionalliga bewerkstelligen.

Martin Lehmann siegte bei der Vereinsmeisterschaft 1995. Auf den folgenden Plätzen landeten Detlef Kirwald und Werner Erpel. Die Brackweder Stadtmeisterschaft gewann ebenfalls Martin Lehmann. Die erste Mannschaft stieg aus der Regionalliga wieder ab.

1996 sicherte sich Michael Pollmüller den Titel des Vereinsmeisters vor Martin Lehmann und Detlef Kirwald. Martin Lehmann verteidigte seinen Titel bei der Brackweder Stadtmeisterschaft.

1997 schaffte Gunther Stephan das Double. In der Vereinsmeisterschaft belegten Detlef Kirwald und Daniel Johnen die weiteren Plätze.

1998 wurde Daniel Johnen vor Gunther Stephan und Werner Erpel Vereinsmeister. Daniel Johnen konnte außerdem auch die Brackweder Meisterschaft für sich entscheiden. Vereinsmeister der Jugendliche wurde Viktor Brenitsch. Die erste Mannschaft verpaßte knapp den Aufstieg in die Regionalliga, während die 2. Mannschaft in die Verbandsklasse aufstieg. Die Jugendmannschaft der Jugendlichen errang souverän den Titel des Bezirksmeisters im Blitzen. Der Qurikendörper-Pokal wurde zum 5. Mal ausgetragen, diesmal trug sich Igor Glek in die Siegerliste ein. Neuer erster Vorsitzender wurde Werner Erpel, der dieses Amt von Gerhard Hochmann übernahm. Das langjährige Vereinsmitglied Eugen Spatz verstarb.

75 Jahre Schach in Brackwede
Festschrift 75 Jahre Schach in Brackwede

1999 konnte Daniel Johnen seinen Titel als Vereinsmeister verteidigen. Auf die weiteren Plätze kamen Norbert Wolf und Franz Kirwald. Brackweder Stadtmeister wurde Gunther Stephan. Janko Winterling qualifizierte sich in der Altersklasse U16 für die Ostwestfalenmeisterschaften, wo er den 4. Platz belegte. Die zweite Mannschaft stieg in die Verbandsliga auf. Die Jugendvereinsmeisterschaft sicherte sich Janko Winterling. Aus Anlass des 75-jährigen Jubiläums wurden die Ostwestfalenmeisterschaften im Hotel Ummelner Mühle ausgetragen, das mittlerweile einem Lebensmittelmarkt weichen mußte. Völlig überraschend konnte sich hier Norbert Wolf, der den Vereinsplatz bekommen hatte, bei den Herren mit großem Vorsprung durchsetzen.

Langjährige Vorstandarbeit in den 90-er Jahren leisteten neben den Vorsitzenden Gunther Stephan, Norbert Wolf, Christoph Linkemann, Helmut Quakernack, Jens Placke, Stephan Peters. Auf Verbandsebene war Michael Nitsche mehrere Jahre als Spielleiter tätig. Die Vereinszeitung erlebte unter der Regie von Gerhard Hochmann und Jens Placke einen Aufschwung, so dass sie zu einem Forum für den Verein avancierte.

2000

2000 wurde Ulric Thiede erster Vorsitzender. Die Vereinsmeisterschaft sah Gunther Stephan als Sieger vor Detlef Kirwald und Martin Lehmann, der sich allerdings den Titel des Brackweder Stadtmeisters holte. Bei den Jugendlichen setzte sich Janko Winterling erneut durch. Er wurde in seiner Altersklasse U18 Bezirksmeister und belegte bei den Ostwestfalenmeisterschaften den 3. Platz. Norbert Wolf konnte seinen Titel als Ostwestfalenmeister zwar nicht verteidigen, belegte aber immerhin einen beachtlichen 2. Platz.

Gunther Stephan verteidigte 2001 den Titel des Vereinsmeisters vor Stephan Peters und Sascha Pollmann. Bei der Brackweder Stadtmeisterschaft konnte sich ebenfalls Gunther Stephan durchsetzen. Vereinsmeister der Jugendlichen wurde Max Willenberg, der auch die Bezirksmeisterschaft in seiner Altersklasse U18 gewann und bei den Verbandsmeisterschaften den 4. Platz belegte. Die zweite Mannschaft schaffte den Wiederaufstieg in die Verbandsliga. Neu ins Leben gerufen wurden zwei Schnellschachturniere für Jugendliche: Der Brackweder Schulschach-Cup und der Teuto-Cup.

Gunther Stephan wurde 2002 erneut Vereinsmeister, diesmal kamen Karsten Schimmer und Martin Lehmann auf die weiteren Plätze. In der Brackweder Stadtmeisterschaft konnte sich Michael Neumann den Titel sichern. Bei den Jugendlichen konnte Max Willenberg seinen Titel verteidigen. Fides Mohr konnte sich bei der U14w auf Bezirksebene ebenso durchsetzen wie Max Willenberg in der U18. Fides Mohr qualifizierte sich als Vizeverbandsmeisterin für die NRW-Meisterschaften und wurde für die Deutschen Meisterschaften in der U10 nominiert. Die erste Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Regionalliga, auch die Jugend U20-Mannschaft stieg auf, in die Verbandsliga. Die beiden Jugendturniere Brackweder Schulschach-Cup und Teuto-Cup erlebten einen regen Zuspruch und konnten die Teilnehmerzahlen im Vergleich zur ersten Auflage des Vorjahres um mindestens 50% steigern. Die Jugendabteilung wuchs auf über 40 Mitglieder an.

2003 gewann Gunther Stephan wieder den Vereinsmeistertitel; vor Karsten Schimmer und Oliver Schmidt. Die Stadtmeisterschaft konnte Holger Henrich für sich entscheiden. Die 2. Mannschaft stieg sensationell in die Regionalliga auf. Im Jugendbereich konnte die U16 Mannschaft in die Verbandsliga aufsteigen; die erste U14 Mannschaft konnte bei den Verbandsmeisterschaften den 3. Rang belegen. Jannik Beninde gewann knapp vor Lukas Klein und Fides Mohr das neugeschaffene Turnier des Brackweder Jugendpokals.Fides Mohr, Lukas Kammel und Jannik Beninde qualifizierten sich für die Verbandsmeisterschaften, dort konnte sich Lukas Kammel sogar für die NRW-Meisterschaften qualifizieren. Fides Mohr wurde erneut für die Deutschen Meisterschaften nominiert, diesmal belegte sie in ihrer Altersklasse U10 bei den Mädchen den 5. Rang, der zur Teilnahme an den Weltmeisterschaften berechtigte. Dort belegte sie unter 82 Teilnehmerinnen den 56. Rang.

2004 verteidigte Gunther Stephan den Vereinsmeistertitel vor Norbert Wolf und Oliver Schmidt. Auch der Stadtmeister Holger Henrich konnte den Titel verteidigen. Die 2. Mannschaft musste die Regionalliga wieder verlassen; allerdings konnten die 3. und die 5. Mannschaft sich in ihren Ligen (Bezirksliga beziehungsweise 2. Kreisklasse) durchsetzen und jeweils aufsteigen. Beim Mühlenturnier in Hücker-Aschen wurde die Sechsermannschaft Sieger, die Jugendmannschaft konnte ebenfalls das Turnier gewinnen. Im Jugendbereich schaffte es die U12 Mannschaft, sich durch einen 2. Platz im Verband für die NRW-Meisterschaften zu qualifizieren, dort konnte der 10. Platz belegt werden. Kevin-Morris Wigand und Fides Mohr wurden Bezirksmeister. Fides Mohr belegte bei den NRW Meisterschaften in der U14w den 3. Rang und konnte erneut an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen. Den Brackweder Jugendpokal gewann in der A-Gruppe Lukas Klein, in der B-Gruppe siegte Sven Kuhlmann. Richard Olyschläger gewann seine Altersklasse U14 beim traditionellen Schnellschachturnier in Georgsmarienhütte.

2004/2005 wurde Gunther Stephan erneut Vereinsmeister, nachdem er zuvor schon das neugeschaffene Turnier um den Vereinspokal gewinnen konnte. Das Brackweder Weihnachtsopen gewann Werner Brakemann. Die erste Mannschaft belgte den 2. Rang in der Regionalliga; die 5. und 6. Mannschaft konnten jeweils den Aufstieg aus 1. beziehungsweise 2. Kreisklasse feiern. Im Jugendbereich qualifizeirte sich die U12 Mannschaft erneut für die NRW-Meisterschaften. Sarah Niemeyer wurde erst Bezirks-, dann auch noch Verbandsmeisterin in der U14w. Richard Olyschläger gewann die Vizeverbandsmeisterschaft der U14. Bei den Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften lag Fides Mohr lange Zeit gut im Rennen, letztendlich wurde sie 5. der U12w. Lukas Klein gewann die U16 beim Max-und-Moritz-Turnier in Paderborn. Sarah Niemeyer wurde Siegerin der U14w beim vereinseigenen Teu-Cup. Den Brackweder Jugendpokal gewann Rapahel Grzonka vor Tim Ehrlich. Die Mannschaft des Brackweder Gymnasiums mit Björn Kuhlmann, Sarah Niemeyer, Rapahel Grzonka, Victor Küpper und Kevin Stockhuß belegte nach dem Titel auf Stadt- und Regierungsbezirksebene bei den NRW-Meisterschaften den 3. Rang. Beim Mühlenhofturnier konnte in der Jugendklasseder Titel des Vorjahres verteidigt werden.