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Aufgaben ätherischer Öle in Pflanzen

Pflanzen produzieren ätherisches Öl nicht nur um gut zu duften. Die ätherischen Öle in Pflanzen erfüllen weitaus mehr Aufgaben als man auf den ersten Blick vermuten würden. An erster stelle steht das Anlocken von Nützlingen, wie Bienen oder Schmetterlinge, die den Fortbestand der Pflanzenartsichern. Ausserdem dienen ätherische Öle zum Schutz durch Abhalten von Fraßfeinden und Schädlingen sowie zum Schutz vor dem Austrocknen durch zu hohe Wasserverdunstung. Bekannt ist auch die Nutzung als Kommunikationsmittel zum Warnen anderer Pflanzen durch Duftsignale bei Schädlingsbefall.


Beispiel: Oud (Adlerholz – Aquilaria agallocha)

Pflanzenfamilie: Thymelaceae

Vorkommen: Vorder- und Hinterindien, Vietnam, Bhutan, Laos und Kambodscha

Geschichte: Das Agarkernholz und das daraus gewonnene Oudöl werden mindestens genau so lange verwendet wie Sandelholz bzw. Sandelholzöl. Oud spielt in religiösen Zeremonien eine wesentliche Rolle: Wertvolle Buddha- und Götterstatuen wurden aus diesem Holz geschnitzt und halten ihren Duft jahrhundertelang. Pustaha sind von Zauberpriestern in Ritualsprache verfasste Orakelbücher der Batak, einem Volk in Sumatra, Indonesien. Als Schreibmaterial wurde Baumbast, Bambus und Knochen herangezogen. Baumbast stammte vom Adlerholzbaum. An die Enden geklebte Holzplatten dienten als Einband und wurden mit Ornamenten versehen. Die Inhalte der Pustaha bestehen aus magischen Formeln, Rezepten für medizinische Anwendungen und Zaubermittel und letztlich Anweisungen für rituelle Handlungen.


Orakelbuch aus duftendem Agarkernholz


Herstellungsart: Wasserdampfdestillation

Pflanzenteil: Das durch einen Pilz infizierte Holz

Duftbereich: Basis

Psychische Eigenschaften: Ein tibetisches Medikament mit dem Namen „Aquilaria A“ besteht aus 31 Ölen. Hauptbestandteile sind Oud, Nelke, Anissamen, Cardamom, Myrrhe, Sandelholz und Muskat und wird bevorzugt bei Schlaflosigkeit, Angst, Spannungen, Hysterie und anderen psychischen Symptomen eingesetzt. Man sagt es wäre eines der potentesten Mittel gegen Stress-Symptome.

Besonderheiten: Das Holz stammt von Bäumen der Gattungen Aquilaria, deren Kern z. B. vom Pilz Phialophora parasitica infiziert worden ist. Nicht das Holz selbst wird verwendet, sondern dessen Harz, das als Reaktion des Baumes auf einen Pilzbefall (Phomopsis aquilariae und Phomopsis spp.) entsteht.

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