Heilpflanzen

Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) ist die Lehre vom therapeutischen Einsatz der Pflanzen und ihrer Inhaltsstoffe. Die Anwendung von Arzneipflanzen und ihren ätherischen Ölen zu Heilzwecken hat in der westlichen Medizin eine lange Tradition. Die Pflanzenheilkunde steht aus historischer Sicht am Anfang der Geschichte der Krankenbehandlung mit Arzneien.

Nachdem die Pflanzenheilkunde im 19. Jhd. aus der Mode gekommen war, weil es als schicker und einfacher galt eine Pille zu schlucken als sich ein Pflanzenpulver einzuverleiben, kehrt man heute zunehmend zur Anwendung von Heilpflanzen zurück.

Durch die Anwendung von Phytotherapie haben Sie die Möglichkeit zur:

- Therapie bei leichten bis mittelschweren Erkrankungen und insbesondere bei chronischen Erkrankungen z.B. chronische Obstipation

- Therapie bei Befindlichkeitsstörungen z.B. Katarrhe der oberen Luftwege, Reizmagen, Prostatahyperplasie, allgemeinen Unruhezuständen, Reizdarmsyndrom

- Begleitende Therapie bei Infektionserkrankungen und schweren Erkrankungen, die eine Therapie mit chemisch-synthetischen Arzneimitteln wie Antibiotika oder Chemotherapie erfordern,
zur Unterstützung des Heilungsprozesses und Förderung des Wohbefindens

- Vorbeugung des Wiederaufflammens nach bestimmten Erkrankungen wie Infektionserkrankungen z.B. Blasenentzündung

- Nachbehandlung in der Phase der Genesung zur Wiederherstellung der Gesundheit


Mit der Entwicklung der Naturwissenschaften und der naturwissenschaftlich orientierten Medizin seit dem frühen 19. Jahrhundert wurden die pflanzlichen Arzneimittel Gegenstand naturwissenschaftlicher Analyse. Beispiele für diese Art des Vorgehens sind die Entwicklung des Aspirins aus dem Salicin der Weidenrinde, die Isolierung des Chinins aus der Chinarinde als Malariamittel sowie des Colchicins aus der Herbstzeitlosen als Gichtmittel, um nur einige zu nennen.

Für viele Pflanzen ist bislang ein Wirksamkeisnachweis oder die Bestimmung von wirksamkeitbestimmenden Inhaltsstoffen gelungen. Im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ist die Kommission E für die Bewertung der Pflanzen im Rahmen der Phytotherapie zuständig.

Die Voraussetzung für die Zulassung von pflanzlichen Arzneimitteln für den Markt ist im Arzneimittelgesetz (AMG) geregelt. Wie für jedes Arzneimittel müssen auch für Phytopharmaka Wirksamkeit, pharmazeutische Qualität und Unbedenklichkeit nachgewiesen werden.

In der Bevölkerung erfreuen sich pflanzliche Arzneimittel einer großen Beliebtheit. Sie werden als natürlicher und verträglicher eingeschätzt als die synthetischen Arzneimittel. Mit Einführung des GKV-Modernisierungsgesetzes im Jahr 2004 werden Phytotherapeutika jedoch größtenteils nicht mehr durch die Krankenkassen bezahlt. Seit 2004 sind nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel prinzipiell von der Erstattung durch die Krankenkassen ausgeschlossen. Diese Regelung traf pflanzliche Arzneimittel in starkem Maße, da sie in der Regel nicht verschreibungspflichtig sind.

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