Klaus Störtebeker

Steckbrief

Name:               Klaus Störtebeker
Geburtsort:        Unbekannt, vermutlich in der Nähe von Rotenburg oder Wismar (Deutschland)
Geburtsjahr:       Ungefähr 1360
Besonderheiten: Angeblich hat Störtebeker seinen Namen aufgrund seiner Trinkfestigkeit erhalten, da Störtebeker auf Niederdeutsch "Stürz den Becher" bedeutet

Lebenslauf:       
Von 1394 bis 1398 trat Störtebeker mit den Vitalienbrüder als Freibeuter in den Schutz der schwedischen Stadt Visby und erhielten Kaperbriefe.Die                 Vitalienbrüder unterstützten ursprünglich König Albrecht von Schweden im Kampf gegen die dänische Königin Margrete I. und betrieben dazu auch Seeräuberei in Nord- und Ostsee. Die erbeuteten Waren konnten aufgrund der Kaperbriefe in Wismar frei auf dem Markt verkauft werden. Ins öffentliche Bewusstsein trat Störtebeker nach der Vertreibung der Vitalienbrüder von der Insel als Kapitän der Likedeeler.

Nachdem der deutsche Ritterorden die Vitalienbrüder bei Visby zur Kapitulation zwangen, floh Störtebeker nach Marienhafe, Ostfriesland, wo er eine Tochter des friesischen Häuptlings Keno ten Broke geheiratet haben soll. Zugleich soll ihm die Kirche St. Marien Unterschlupf gewährt haben, weshalb der heute noch vorhandene Kirchturm auch „Störtebekerturm“ genannt wird. Als die Hanse aber militärisch gegen Ostfriesland vorging, floh Störtebeker erneut. Diesmal nach Holland, wo er die Insel Helgoland zu seinem Stützpunkt machte, von dem er aus englische Schiffe und Schiffe der Hanse überfiel.

Am 22. April 1401 wurde er von einer hamburgischen Flotte unter Simon von Utrecht vor Helgoland gestellt, in der Seeschlacht nach hartem Kampf gefangen genommen und auf dem Schiff  Bunte Kuh nach Hamburg gebracht. Angeblich soll dieser Erfolg erst durch die Hilfe eines Verräters ermöglicht worden sein, der unbemerkt flüssiges Blei in die Steueranlage goss und damit Störtebekers Schiff manövrierunfähig machte – alternativ wird dies mit der Zerstörung des Hauptmastes durch Geschosse der Bunten Kuh erklärt.

Klaus Störtebeker wurde am 20. Oktober 1401 mit rund 30 Gefährten, unter ihnen sein Steuermann Humbert Grobherz, auf dem Grasbrook bei Hamburg durch einen Scharfrichter namens Meister Rosenfeld enthauptet.

Die Köpfe wurden zur Abschreckung längs der Elbe aufgespießt. Hinterlassenschaften Störtebekers, wie sein berühmter Trinkbecher, wurden beim Großen Hamburger Brand 1842 zerstört.

Legende:

Die Sage will wissen, dass Störtebeker dem Senat, nachdem ihm das Todesurteil verkündet wurde, für Leben und Freiheit eine goldene Kette anbot, deren Länge um die ganze Stadt reichen sollte – was der Senat aber mit Entrüstung zurückwies. Als man den legendären Goldschatz der Likedeeler nicht finden konnte, wurde das Schiff an einen Schiffszimmermann verkauft. Als dieser die Säge ansetzte, um das Schiff zu zerlegen, traf er auf etwas Hartes: In den Masten verborgen war der Schatz, einer mit Gold, der andere mit Silber, und der dritte mit Kupfer angefüllt; und er ließ aus dem Gold eine Krone für den Turm der Hamburger St.-Katharinen-Kirche anfertigen.

Der Legende nach soll Störtebeker vom Bürgermeister der Hansestadt Kersten Miles gestattet worden sein, dass all jene Männer überleben durften, an denen er nach seiner Enthauptung noch vorbeizugehen vermochte. An elf Männern schritt der Geköpfte vorbei, bevor ihm der Henker den Richtblock vor die Füße warf (laut einigen Quellen ihm ein Bein stellte). Nach dem Sturz des Piraten brach der Bürgermeister allerdings sein gegebenes Versprechen, und alle 73 Seeräuber wurden enthauptet.

Eine weitere Legende um seine Hinrichtung besagt, dass der Scharfrichter Rosenfeld alle Enthauptungen selbst und fehlerfrei durchgeführt hätte – bei immerhin 73 Enthauptungen am Stück eine ungewöhnliche Leistung. Als ihn ein Mitglied des anwesenden Rates darob lobte, soll er geantwortet haben, das sei noch gar nichts, er könne auf Wunsch auch noch den gesamten, versammelten Rat abtun. Daraufhin wurde er selbst in Gewahrsam genommen und vom jüngsten Ratsmitglied enthauptet.

Quellen:

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