Startpunkt/Zielpunkt: Wanderparkplatz Weiler Chants (ca. 1.750m)
Anfahrt: Im Ort Bergün links abbiegen über eine schmale Brücke auf die Straße nach Chants. Anfangs noch geteert und breit, anschließend aber Güterweg, teilweise etwas schmal, teilweise breiter. Parkplatz befindet sich ein ganzes Stück vor dem Ortsteil Chants auf der rechten Seite (ACHTUNG: Parkticket gibt es nur weiter unten - mehr dazu unter "Wichtiges").
Route: Parkplatz - Kesch Hütte - Piz Kesch (3.417m) - Kesch Hütte - Chants - Parkplatz
Höhendifferenz: Tag1: ca. 900 m
Tag2: ca. 900 m
reine Gehzeit: Tag 1: ca. 2:20 Stunden
Tag 2: ca. 8:00 Stunden (4 Personen Sicherung am Grat - zu weit auch in 6 Stunden machbar)
+ 2;00 Stunden Abstieg Tal.
Schwierigkeitsgrad: schwierig, T5, II
Distanz: ca. 21 km
Vorgefundene Verhältnisse:
Alle Wege in perfektem Zustand. Gletscher im unteren Teil Blankeis, im oberen Teil tiefer Sulzschnee (Nacht war bewölkt). Gipfelaufbau unten teils bröselig und Griffe nicht stabil (jeder Griff ist zu testen), im oberen Teil meist griffiger, stabiler Fels.
Gesamteindruck der Tour:
Beeindruckende Hochtour, die alles mit sich bringt, was man sich auf einer anständigen Hochtour wünscht, nebst Gletscherbegehung auch einen nicht anspruchslosen Kletterteil.
GPX-Track: Zustieg Kesch Hütte
GPX-Track: Piz Kesch
Entfernungen:
Parkplatz - Kesch Hütte 2:20 (gutes Tempo) - sonst 2:30 - 3:00
Kesch Hütte - Piz Kesch 4:30
(bei 4 Personen mehr Zeit für den Kletterteil einrechnen zwecks Sicherung - bei 2 Personen auch in 3:30 machbar)
Piz Kesch - Kesch Hütte 3:30
(wiederum bei mehreren Personen mehr Zeit für die Sicherung einrechnen - bei 2 Personen auch in 2:30 machbar)
Kesch Hütte - Chants 1:40
Chants - Parkplatz 0:20
Gipfelstürmer: Mark, Stefan, Johanna und Alex
Wichtiges:
Achtung: der Parkplatz ist gebührenpflichtig, die Gebühr kann aber nicht am Parkplatz selbst bezahlt werden. Rund auf halber Strecke zum Parkplatz befindet sich rechts dieZahlstation Resgia da Latsch, wo man bar ein Ticket lösen kann (CHF 8,-- Tagesgebühr), ansonsten kann man auch über die App "Parkingpay" bezahlen. Anscheinend drohen Strafen für "frei parken".
GPX Strecke ist korrekt, Höhenerkennung der Uhr leider derzeit ungenau und jeweils ca. 200 Höhenmeter zu niedrig.
Aufstieg:
Tag 1:
Vom Parkplatz aus beginnt schon der Wanderweg rechts, anfangs recht steil, dann in angenehmer Steigung, zwischendurch ein paar Kehren über einen Güterweg immer das Tal hinein. Man kann dann die Hütte schon von Weitem sehen, nach der Bachquerung (Name: "Ava da Salect") trifft man auf den Weg von Chants her (den wir im Abstieg genommen haben), von hier ist es dann nicht mehr weit zur Hütte.
Tag 2:
Aufstieg:
Von der Hütte aus steigt man zuerst einmal ca. 50 Höhenmeter ab und folgt dann den Steinmännern sowie einer Markierung auf überraschend gut angelegtem Weg durch die Schutthalden des ehemaligen Gletschers aufwärts bis man den unteren, meist blanken Anteil des Gletschers erreicht (ca. 200 Höhenmeter bis hierher). Mit Gletscherausrüstung dann über eine etwas steilere Stufe hinauf zum Restschnee, der aktuell aufgrund der bewölkten Nacht nicht tragfähig war, was dann einsinken bis zu den Knien bedeutete und das vorankommen einigermaßen erschwerte. In einem weiten Rechtsbogen dann hinauf unter den Gipfelaufbau, hier dann "Steigeisendepot" und zu Fuß zuerst bröselig und über teils instabiles Gestein hinauf zum Gipfelaufbau. Markierungen gibt es im unteren Bereich eher Wenige, einige Steinmänner weisen den Weg. Die Durchsteigung der Wand ist aber vom Weg her meist mehr oder weniger vorgegeben, dennoch ist Orientierung im weglosen Gelände hier wichtig. Es folgen mehrere Stufen und Quergänge, im unteren Bereich mit bröseliger Auflage und nicht jeder Griff und Tritt sitzt hier fest, her muss man genau testen. Es gibt an den kritischen Stellen überhall Bohrhaken, es kann also gesichert werden. Kletterei im Bereich I bis I+, im oberen Bereich dann auf guten, griffigen Fels schließlich auch mal kurz II. Die Kletterei ist im Bereich "Genusskletterei" anzusetzen, dennoch teilweise ausgesetzt und wie gesagt im unteren Bereich ohne guten Fels. Grundlegende Kenntnisse im Bereich klettern und sichern sind somit absolut unerlässlich, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind sowieso Grundvoraussetzung. Durch das instabile Gestein muss auch immer mit Steinen von Kletterern oberhalb gerechnet werden.
Abstieg:
Der Abstieg folgt im Wesentlichen bis zur Hütte dem Aufstiegsweg. Kurz nach der Hütte kann man - so wie wir - den alternativen Abstiegsweg rechts des Baches wählen. Der Weg ist deutlich schöner angelegt, bis hinunter nach Chants ein reiner Wanderweg, oft nahe und imposant entlang des Baches, ist aber auch ein wenig länger. Am oberen Ortsende von Chants kann man kurz die Brücke queren und dann sofort rechts den Weg hinunter zum Parkplatz nehmen, wo man dann die letzten Meter auf den Aufstiegsweg trifft.
Grafiken: in Arbeit
Die Fotostory (klicken für Album)