Hohe Geige (3.393m)
03/04. Juli 2026
03/04. Juli 2026
siehe auch: Hohe Geige über früheren Normalweg
Startpunkt/Zielpunkt: Wanderparkplatz Rüsselsheimer Hütte (ca. 500 Meter vor Plangeross auf der rechten Straßenseite), ca. 1.600 Meter Höhe
Anfahrt: Pitztal Landesstraße bis kurz vor Plangeross
Route: Parkplatz - Rüsselsheimer Hütte - Weißmaurachsee - Rüsselsheimer Hütte - Gahwinden - Hohe Geige (3.393m) - Gahwinden - Rüsselsheimer Hütte - Parkplatz
Höhendifferenz: Tag1: ca. 1..000m
Tag2: ca. 1.100m
reine Gehzeit: Tag 1: ca. 2:45 Stunden
Tag 2: ca. 7:40 Stunden
+ 1:20 Stunden Abstieg Tal.
Schwierigkeitsgrad: schwierig, T5, II
Distanz: ca. 15 km
Vorgefundene Verhältnisse:
Alle Wege in perfektem Zustand. Kein Restschnee auf dem Westgrat. Das übliche Schneefeld kurz vor dem Gipfel benötigt guten Trittschnee, ansonsten Grödel/Steigeisen empfohlen, da sehr steil abfallend zum Geröll
Gesamteindruck der Tour:
Großartige Gratüberschreitung auf einen tollen 3.000er. Nur für Geübte zu empfehlen, wer gerne genussklettert ist hier richtig!
GPX-Track: Rüsselsheimer Hütte
GPX-Track: Hohe Geige
Entfernungen:
Parkplatz - Rüsselsheimer Hütte 1:45
Rüsselheimer Hütte - Weißmaurachsee 0:35
Weißmaurachsee - Rüsselsheimer Hütte 0:25
Rüsselsheimer Hütte - Gahwinden 1:00
Gahwinden - Hohe Geige 3:15
Hohe Geige - Gahwinden 2:40
Gahwinden - Rüsselsheimer Hütte 0:40
Rüsselsheimer Hütte - Parkplatz 1:25
Einkehrmöglichkeit(en): Rüsselsheimer Hütte
Gipfelstürmer: Mark, Anna, Anu und Janis
Wichtiges:
Der alte Aufstiegsweg über den Südwestgrat ist wegen Steinschlags schon seit einigen Jahren gesperrt. Hier gab es auch schon Unfälle. Er ist noch als "Notabstieg" gekennzeichnet, wohl falls man den langen Abstieg über den Westgrat nicht mehr in Angriff nehmen kann - aber zu empfehlen ist es absolut nicht mehr. Die Markierungen werden nicht mehr erneuert und die Steinschlaggefahr ist allgegenwärtig.
Aufstieg:
Tag 1:
Vom Parkplatz aus über die Straße und ein paar Meter weiter rechts beginnt der Wanderweg zur Rüsselsheimer Hütte. Anfänglich in gemächlicher Steigung geht es mehr oder weniger immer links des Kitzelesbachs aufwärts. Mit der Zeit wird es dann etwas steiler, hier und da ist der Weg auch ein bisschen schmal und nach rechts steil abfallend, aber nie wirklich schwierig. Ein bisschen Trittsicherheit ist aber auch hier schon nötig.
Von der Hütte aus folgt man dann rechts dem Mainzer Höhenweg hinauf bis zum Weißmaurachsee, der um diese Jahreszeit leider kein tief blaues Wasser zeigt, sondern meist eher braun daherkommt. Man kann dann linksseitig noch ein oder zwei Kuppen höher steigen für einen guten Aussichtspunkt. Hier finden sich auch einige große Steinmänner für ein schönes Foto. 😁
Tag 2:
Aufstieg:
Um kurz nach 6 Uhr starten wir los zuerst mit dem Anstieg zum Aussichtspunkt Gahwinden. Bis zur Abzweigung wo der alte Aufstiegsweg auf den Südwestgrat führen würde (siehe "Wichtiges" geht es in nur leichter Steigung hinauf und auch die Steigung zum Aussichtspunkt Gahwinden ist nicht stark, aber am morgen bei Nässe muss man schon vorsichtig sein, da der Weg an einigen Stellen durch Muren abgerutscht ist, und die neue "Spur" ein wenig "hängt" und nach links geht es schon steil hinunter, aber für versierte Wanderer sollte das kein Problem sein. Am Aussichtspunkt Gahwinden gibt es ein kleines aber feines Gipfelkreuz.
Der Weg ist in der Folge vorgegeben. Nach wenigen Minuten erreicht man auch schon den Einstieg in den Westgrat. Auch hier geht es anfangs noch in meist mittlerer Steigung über die vielen Stein- und Felsblöcke aufwärts. Vielfach helfen die Hände. Später steilt es dann merklich auf, es wird aber hier nie schwieriger als I+ und ist in aller Regel gut gestuft, sodass es sich auch nicht schwierig anfühlt. Nach einer Querung nach rechts mit einer etwas ausgesetzten, schmaleren Passage folgt dann etwas weiter oben der anspruchsvollste Teil, der aber überall wo es dann wirklich etwas schwerer wird (klettern II. Grad) seilversichert ist. Ja, über einen längeren Abschnitt fühlt es sich sogar wie ein Klettersteig an mit dem Stahlseil durchgehend gespannt. An einigen Stellen hilft es tatsächlich, an anderen Stellen ist der Grat schöner ohne das Stahlseil zu klettern, jeder wie er möchte.
So erreicht man schließlich die sehr hübsche Gipfelmulde mit kleinem Gletschersee unterhalb des Gipfelaufbaus. Hier quert man rechts des Sees hinüber auf den kleinen Grat, der nochmals steil hinauf führt. Die letzte Hürde bildet dann das meist ganzjährig vorhandene, steile und immer überwechtete Schneefeld direkt vor dem Gipfel. Hier empfiehlt es sich Grödel oder Steigeisen anzuziehen, auch wenn die Überschreitung nur sehr kurz ist. Das Schneefeld hängt sehr steil weg und endet unvermittelt im darunter befindlichen Geröll. Ein Ausrutscher kann hier aufgrund der Steilheit fatale Folgen haben. Bei gutem und hartem Trittschnee aber auch "ohne" machbar. Wir haben hier dennoch die Grödel montiert, wäre ja schade sie umsonst hochgetragen zu haben. 😉
Abstieg:
Im Abstieg haben wir uns dazu entschieden das Schneefeld auszulassen und stattdessen einfach rechts (westseitig) dem Grat abwärts zu folgen bis zu einer kleinen Scharte, von hier kann man dann direkt zum Gletschersee absteigen. Achtung: viel loses Geröll. Teilweise unangenehm, aber machbar.
Vom Gletschersee dann dem Aufstiegsweg folgend wieder über den Westgrat und Gahwinden zurück zur Rüsselsheimer Hütte. Nach einer Stärkung an der Hütte schließlich Abstieg ins Tal über den bekannten Weg zur Rüsselsheimer Hütte.
Grafiken: in Arbeit
Die Fotostory (klicken für Album):