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29-31. Juli 2018 Lagginhorn (4.010m) und Jägihorn (3.206m - über Klettersteig)

Ausgangs- und Zielpunkt:  
Saas Grund, Schweiz (1.559m)
 
Route: 
Tag 1: Saas Grund - Weissmieshütte
Tag 2: Weißmieshütte - Lagginhorn (4.010m)  - Weißmieshütte
Tag 3: Weißmieshütte - Jägihorn (3.206m - über Klettersteig) - Weißmieshütte - Saas Grund
 
Höhendifferenz:
Tag 1: ca.    400 m
Tag 2: ca. 1.300 m
Tag 3: ca.    700 m
 
reine Gehzeit: 
Tag 1: 0:50 Stunden
Tag 2: 9:00 Stunden
Tag 3: 5:30 Stunden
 
Schwierigkeitsgrad:
Hochtouren: PD
Klettersteig: D/E

Daten Klettersteig:

Zustieg: 0:45
Abstieg: 1:30
Zeit im Steig: 2:30
Zeit gesamt: 5:00
Schwierigkeit: D/E
Zustand: befriedigend
Landschaftlich: ausgezeichnet

Distanzen:

Tag 1: 
Tag 2:
Tag 3:
 
Einkehrmöglichkeit(en): Weissmieshütte
 
Entfernungen:

Saas Grund - Hohsaas Mittelstation Seilbahn 0:10 (Bahnfahrt)
Hohsaas Mittelstation - Weißmieshütte 0:50
Weißmieshütte - Lagginhorn 5:00
Lagginhorn - Weißmieshütte 4:00
Weissmies - Jägihorn (Klettersteig) 3:30
Jägihorn - Weißmieshütte 1:30
Weißmieshtte - Saas Grund Mittelstation 0:30
Bahnfahrt ins Tal


Tourengeher: Mark, Sabine und Stefan
 
Gesamteindruck der Tour: Großartige und abwechslungsreiche Tour die alles zu bieten hat was geübte Bergsteiger und Klettersteigfans von einer tollen Tour erwarten. Beide Touren sind aber nur für Experten geeignet! 

Vorgefundene Verhältnisse:
Lagginhorn im oberen Bereich teilweise Blankeis (Eisschrauben wurden eingesetzt). Kann aber im Fels auf der rechten Seite kletternd umgangen werden. 
Jägihorn Klettersteig: Zustand insgesamt okay, allerdings dieses Jahr noch nicht gewartet. Deshalb einige Stellen mit ausgerissenen Haken sowie zwei losen Ketten auf der Seilbrücke. 
 
 
Wichtiges:

aktuelle Fahrpläne Bahn hier: Hohsaas Seilbahn


Aufstieg/Abstieg:

Tag 1:

Am ersten Tag haben wir neben der langen Anreise nur den gemütlichen Aufstieg von der Mittelstation zur Weissmieshütte absolviert, um am nächsten Tag ausgeruht den langen Aufstieg zum Lagginhorn angehen zu können.

Tag 2:

Aufstieg:

Nach dem Frühstück um 03:30 Uhr starteten wir mit den Stirnlampen den Aufstieg zum Lagginhorn. Anfangs geht es über Geröll einige Meter auf dem Weg zur Weißmieshütte aufwärts. Nach dem ersten Bogen muss man aber im Dunkeln darauf achten rechtzeitig den Fluß zu überqueren. Einige "Katzenaugen" helfen bei der Orientierung. Nach der Querung steigt man auf der kleinen Moräne immer Richtung Lagginhorn auf. Nach einer ersten Steilstufe geht es nochmals eher flach zu einem Schneefeld. Hier werden die Steigeisen angezogen (anseilen nicht nötig). Über das Schneefeld erreicht man in einem Linksbogen den Grat.
Ab hier folgt man dann immer dem Gratverlauf. Zwischendurch sind immer wieder leichte Kletterstellen zu überwinden (meist I. Grad). Eine steile und recht glatte Platte bildet in diesem Bereich die Schlüsselstelle. Ca. 200 Meter unterhalb des Gipfels haben wir wieder die Steigeisen angezogen. Über die steile Flanke geht es dem Gipfel entgegen. Hier gibt es aktuell schon viele Blankeisstellen. Ich habe daraufhin hier auch einige Eisschrauben gesetzt, da das Gelände sehr steil (bis 40 Grad) ist und nach unten hin fast senkrecht auf den Gletscher zum Fletschhorn hin abfällt. 
Es besteht hier aber auch die Möglichkeit diese Stellen rechterhand im felsigen Gelände schneefrei zu umgehen (klettern bis II. Grad). 
Kurz vor dem Gipfel ist dann nochmals für ca. 50 Höhenmeter ein Schneefeld mit Steigeisen zu bewältigen bevor man auf dem kleinen, ausgesetzten Gipfel steht. Traumhafte Aussicht und ein absolutes Hochgefühl!

Abstieg:

wie Aufstieg, allerdings im Abstieg vorbei an den Blankeisstellen über die felsigen Passagen abgeklettert.

Tag 3:

Aufstieg:

Nach einer ausgiebigen Nachtruhe gab es ein spätes Frühstück um 07:30 Uhr. Anschließend starteten wir zum Einstieg des Jägihorn-Klettersteigs. Man muss dazu zuerst wieder einige Meter absteigen. Der Weg trifft sich dann mit einem Zustieg von der Mittelstation der Bahn. Gleich nachdem die Wege zusammenkommen sollte man sich linkerhand (westlich) orientieren. Einige alte Markierungen führen nämlich zuerst steil aufwärts und dann entlang der steilen Wand in einer Linkskurve zum Einstieg. Das dürfte der alte Zustieg sein (wir haben den genommen.....). Dieser Zustieg ist zwar spannender, der Sicherungsseile sind aber großteils kaputt, weshalb der Weg nur für Experten als Zustieg geeignet ist. 

Stefan hat es übrigens vorgezogen heute einen ruhigen Tag mit einer Wanderung einzulegen. So starteten Sabine und ich den Klettersteig mit dem langen Aufstieg auf den Nebengipfel. Die Seilabstände sind meist sehr lange. An einigen Stellen ist das Seil in schlechtem Zustand, einige Felsbrocken sind ausgerissen. Vorsicht ist also angesagt. Insgesamt kann der Steig aber gut begangen werden und die Route ist wirklich sehr schön angelegt. Schon vor der Seilbrücke kommt man an einige ausgesetzte, sehr interessante Passagen die richtig Spaß machen! Mehrere Leitern sorgen zudem für Abwechslung. Vom höchsten Punkt aus muss man dann nochmals ca. 100 Höhenmeter zur Seilbrücke absteigen. Hier bietet sich auch die Möglichkeit die Seilbrücke auf dem Normalweg zu umgehen. Für schwindelfreie Geher ist diese 100 Meter lange - in 120 Metern Höhe angebrachte - Seilbrücke aber ein Leckerbissen! Sehr luftig und extrem wackelig geht es über die Holzlatten Schritt für Schritt auf die andere Seite. 
Gleich danach beginnt der senkrechte und technisch anspruchsvollste Teil des Aufstiegs. Das auf den Topos noch eingezeichnete Netz gibt es aber nicht mehr. Stattdessen steigt man schön ausgesetzt die senkrechte Wand des Jägihorns hinauf. Der schwierigste Teil (D/E) wurde leider durch künstlich angebrachte Tritte in der Wand etwas entschärft. Dabei kann man hier sehr schön entlang eines Risses aufsteigen. 
Über eine weitere ausgesetzte Passage am Gratverlauf (zusätzlich etwas spannender durch derzeit kaputte Sicherung) erreicht man schließlich den Gipfel. 

Abstieg:

Der Abstieg folgt den Markierungen zuerst über Blockgelände und anschließend durch eine steile Rinne (Achtung, bei Nässe gefährlich) hinunter zum Aufstiegsweg und auf diesem zurück zur Weißmieshütte.

Von der Weißmieshütte dann gemütlich in einer halben Stunde zurück zur Mittelstation der Bahn (Fahrzeiten beachten) und mit der Bahn zurück nach Saas-Grund. 


Grafiken in Arbeit


Die Fotostory

Tag 1: Hüttenzustieg Weissmieshütte


Tag 2: Lagginhorn (4.010m)


Tag 3: Jägihorn (3.206m) - Klettersteig




3D-Kartenflugreise Lagginhorn



Die Klettersteig Topo



Der Weg in Google Maps

Weissmieshütte - Lagginhorn - Jägihorn




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