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22/23. August 2016 Nadelhorn (4.327m)

Ausgangs- und Zielpunkt:  Saas Fee, Schweiz (ca. 1.800 m)
 
Route: Saas Fee - Mischabelhütte - Nadelhorn (4.327m) - Mischabelhütte - Saas Fee
 
Höhendifferenz:
Tag 1: ca. 1.500 m
Tag 2: ca. 1.000 m
 
reine Gehzeit:
Tag 1: 3:30 Stunden
Tag 2: 9:45 Stunden
 
Schwierigkeitsgrad Hochtouren: PD, WS
 
Distanz: ca. 10 km
 
Einkehrmöglichkeit(en): Mischabelhütte; im Ort in Saas Fee schöne Möglichkeiten
 
Entfernungen:

Saas Fee - Mischabelhütte 3:30
Mischabelhütte - Nadelhorn 4:00
Nadelhorn - Mischabelhütte 3:00
Mischabelhütte - Saas Fee 2:45


 
Tourengeher: Mark, Lukas, Martin, Fabian, Verena, Anna und Stefan
 
Gesamteindruck der Tour: Mittelschwere Hochtour. Klassischer Grat mit einigen einfachen Kletterstellen auf den Gipfel. Perfekter Ausblick unter anderem auf Dom und Matterhorn.  

Vorgefundene Verhältnisse:
Schneefrei bis zur Mischabelhütte und weiter bis auf ca. 3.600 Meter. Dort anfangs etwas Blankeis (nicht problematisch), anschließend guter Trittfirn. Gendarm wurde überklettert im Aufstieg, umgangen im Abstieg. Auf den letzten Metern Aufstieg sowohl über die Felsen als auch im sehr steilen Schneefeld möglich. Letzte Meter zum Gipfel dann schneefrei.
 

Wichtiges:

Danke an Lukas und Martin für die perfekte Führung auf dieser traumhaften Tour!



Aufstieg/Abstieg:

Tag 1:

Nach einer kleinen Besichtigung von Saas Fee und einer kurzen Einkehr nach der langen Anfahrt von Vorarlberg aus, haben wir uns gemütlich an den Aufstieg zur Hütte gemacht. Wobei von gemütlich dann eigentlich nur die ersten Meter die Rede sein kann, denn der Anstieg zur Hütte wird nach Überquerung des Baches gleich sehr steil und bleibt dann auch so bis zur Hütte. Nach dem Bach führt das gute Weglein in unzähligen Serpentinen steil in Richtung der Mischabelhütte hinauf. Die Hütte hat man dabei bereits vielfach im Blickfeld.
So steigt man dann auch gute 1.000 Höhenmeter auf gutem Weg höher bis man anschließend in den klettersteigähnlichen Bereich gelangt. An allen etwas ausgesetzten Stellen wurden ausreichend Stahlseile angebracht. Für gute Kletterer ist die gut 400 Höhenmeter lange Passage ein reines Genussklettern, da absolut unschwierig (maximal bis I+) und an griffigem Fels.

Um die Gruppe an das gemeinsame "seilgehen" zu gewöhnen, entschieden wir uns mit den Bergführerern Lukas und Martin für ein anseilen im Kletterbereich, um uns für morgen schon ein wenig einzulaufen. Notwendig ist es im Normalfall aufgrund der Gegebenheiten eigentlich nicht, aber als Übung war es für die neu zusammengestellten Gruppen ganz gut geeignet.

Nach dem Ende der Kletterpassagen steht man praktisch schon direkt vor den Mischabelhütten.


Tag 2:

Aufstieg:

Abmarsch von der Hütte war um 05:00 Uhr. Mit Stirnlampen ging es dann direkt hinter der Hütte den steilen Felsaufbau hinauf (Markierungen vorhanden) bis man am Ende dieser Felsformation (auf ca. 3.600 Metern) den Gletscher betritt. Hier wurde dann auch angeseilt. Wir haben uns für zwei Gruppen entschieden (Lukas mit Stefan, Fabian und Mark sowie Martin mit Anna und Verena).

Nach einer kurzen Querung auf Blankeis (hier ist dann auch Vorsicht geboten) geht es flach in nordwestlicher Richtung über den Hohbalmgletscher, bevor man dann unterhalb der steileren Flanke nach Nordosten schwenkt und so in einigen wenigen Serpentinen den steilen Anstieg zum Windjoch hinauf geht (insgesamt nördlicher Anstieg).

So erreicht man den Grat zwischen Ulrichshorn und Nadelhorn, dem man dann in südwestlicher Richtung folgt. Der klassische Grat ist bei guten Verhältnissen nach Hochtourenmaßstäben nicht allzu schwer zu gehen, erfordert aber absolute Trittsicherheit, da er ab dem Gendarm (der überklettert oder umgangen werden kann) nordseitig doch sehr steil abfällt. Die südseitigen Wechten sind dabei auch nicht zu unterschätzen. Während die Gruppe um Martin den Gendarmen nordseitig umgangen ist, haben wir mit Lukas den kleinen Felsen überklettert (problemlos bis I+).
In weiterer Folge haben wir als 4er Seilschaft zur Sicherheit auch einige Eisschrauben auf dem schmalen Grat gesetzt, was bei den herrschenden, guten Verhältnissen auch wunderbar geklappt hat. Die kleinere Seilschaft mit Martin ist in der Zwischenzeit schon weiter auf dem Grat Richtung Gipfel vorausgegangen, welchen sie dann auch über den letzten, ebenfalls nicht schwer zu kletternden Felsaufbau (auch maximal bis II) einige Minuten vor uns erreicht hat.

Unsere 4er Seilschaft hat den Gipfel dann hinter dem Felsaufbau auf dem steilen Schneeband erreicht. Einiger Gegenverkehr erschwerte dort gerade den Aufstieg. Die allerletzten Meter sind dann aber so oder so schneefrei. Am Gipfelkreuz selbst bietet sich nur wenig Platz, aber für ein Foto zu viert ist es sich doch ausgegangen! ;)

Der Rundblick ist fantastisch! Der Dom ist zum greifen nahe, und das Matterhorn erstrahlt in vollem Glanz. Insgesamt ein sehr beeindruckender Gipfel, der eigentlich alles bietet was das Hochtourenherz höher schlägen lässt.

Abstieg:

zurück zur Hütte wie im Aufstieg. Allerdings sind wir den Gendarmen im Abstieg auch nordseitig in der Spur umgangen.

Von der Hütte weg geht es dann über den normalen Hüttenweg (zuerst klettern, dann in Serpentinen abwärts) wieder die 1.500 Höhenmeter zurück zum Ausgangspunkt!


Die Fotostory

Nadelhorn ‎‎(4.327m)‎‎, 22, 23. August 2016



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