Motivation

Selbstorganisation - Gemeinsam mehr erreichen

In den Erläuterungen zur Lehrgangs- und Prüfungsordnung für die „Zertifizierte Natur und Landschaftsführerin“/ den „Zertifizierten Natur- und Landschaftsführer“ (ZNL) vom 1.2.05 des BANU (Bundesweiter Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz) ist folgendes nachzulesen:

"In den Regionen sollen Vermittlungs- und Beratungsstellen für Natur- und Landschaftsführer/innen entstehen. Insgesamt soll die Selbstorganisation der Natur- und Landschaftsführer/innen gefördert und gestärkt werden, auch im Bereich der Werbung und Vermarktung. In Großschutzgebieten können nach bereits vorliegenden Erfahrungen deren Geschäftsstellen und/oder Informationszentren diese Aufgaben übernehmen oder unterstützend tätig werden.
Der BANU kann durch Hilfestellung bei der überregionalen Vermarktung tätig werden. Auch Verwaltung und Pflege von Logo, Abzeichen und Urkundengestaltung bis hin zur Entwicklung von Ankündigungsplakaten für Führungen sind unterstützende Maßnahmen. Auch die Gestaltung und Pflege einer Internet-Seite zu diesem Thema könnte Aufgabe des BANU sein."

Entsprechend dieser Vorgaben ist die LANU bereit, uns bei der Selbsorganisation zu unterstützen. Allerdings müssen wir dazu selbst aktiv werden.
Teilweise erhalten regionale ZNL bereits Unterstützung über die Verwaltung des Schutzgebietes, für das sie speziell ausgebildet wurden. Das gilt aber nicht für alle und nach einzelnen Aussagen bleiben immer ein paar Wünsche offen.
ZNL werden bisher meist zu wenig wahrgenommen. Kaum jemand kann mit dem Begriff des ZNL etwas anfangen. Das soll sich ändern. Touristische Vereinigungen zeigen kaum Interesse an einer Kooperation mit einzelnen. Fragen der Versicherung und des Marketing muß meist jeder für sich selbst klären.
Um von einer beliebigen Stelle tatsächlich Unterstützung zu erhalten, ist es sinnvoll gemeinsam aufzutreten. Für Anliegen von Einzelpersonen ist meist der Verwaltungsaufwand zu groß...

Gemeinsam können wir mehr erreichen:
  • mehr öffentliche Wahrnehmung,
  • mehr Verständnis für Natur und Umwelt,
  • mehr Anerkennung,
  • mehr Gäste,
  • ...



Organisationsform - Warum ausgerechnet einen Verein gründen?

Es konnte Übereinstimmung erzielt werden, daß der „e.V.“ als ZNL-Plattform die meisten Vor- und die wenigsten Nachteile vereint.

Ergebnisse aus den Beratungsprotokollen der ZNL Umland Dresden (süd) vom 09.12.2009 und 25.01.2010:

  • Interessensgemeinschaft: Vorteil lockerer Zusammenschluss Gleichgesinnter ohne Satzung ohne Einträge in Register; Plattform möglich; Nachteil Gefahr keine eindeutige Arbeitsverteilung, haftungsrechtlich ist es möglich, dass alle Mitglieder der IG als GbR juristisch angesprochen werden = jeder haftet für jeden; ohne eindeutige Arbeitsstruktur könnte Initiative einschlafen
  • Der Kontakt zum Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) erbrachte eine CD mit Gründungshilfen für eine Genossenschaft. Die CD enthält desweiteren einen brauchbaren Vergleich verschiedener Rechtsformen, darunter auch der eingetragene Verein. Der auf der CD enthaltene Vergleich wurde Punkt für Punkt vorgetragen und diskutiert. Es wurden Vor- und Nachteile von „eG“ und „e.V.“ gegenüber gestellt.
  • Kapitaleinsatz, administrativer Aufwand, Haftungsfragen und Pflichten für Vorstände und Kontrollgremien sprechen gegen einen Zusammenschluß in den Rechtsformen AG, GmbH, GmbH & Co.KG, KG, Partnerschaft und GbR. Diese Richtung wird nicht weiter verfolgt.
  • Die Einfachheit der Gründung und der Geschäftsführung sprechen für den „e.V.“ (eingetragener Verein). Vor allem die Tatsache, daß kein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb - wie bei der „eG“ - zwingend vorgeschrieben wird, macht den „e.V.“ zum Favoriten. Der „e.V.“ bietet auch die Voraussetzungen einer öffentlichen Förderfähigkeit, wenn er satzungsgemäße Ziele verfolgt, die dem Gemeinwohl dienen und er als gemeinnützig anerkannt ist.
  • eine Gemeinnützigkeit lässt sich mit dem Bildungsauftrag der ZNL begründen. Umweltbildung kann einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Das öffentliche Interesse lässt sich zu Beispiel mit Initiativen wie der UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014)" belegen.
  • Auch die „eG“ (eingetragene Genossenschaft) ist geeignet, gemeinsame Interessen wie z.B. Marketing, Umweltbildung, Bündelung von Nachfragemacht u.a. zu verfolgen. Knackpunkt ist jedoch die Verfolgung eines eigenständigen Geschäftszweckes, der von allen Mitgliedern getragen werden müßte. Weiterhin ist der Kapitaleinsatz bei der „eG“ voraussichtlich höher als beim „e.V.“, außerdem ist mit einem höheren Verwaltungsaufwand zu rechnen.
  • Es konnte Übereinstimmung erzielt werden, daß der „e.V.“ als ZNL-Plattform die meisten Vor- und die wenigsten Nachteile vereint. Die Diskussion darüber wurde mit anderen interessierten ZNL während des 1. gemeinsamen Treffens der ZNL im Freistaat Sachsen am 29. und 30.01.2010 in Karsdorf fortgesetzt. Das Ziel besteht darin, weitere Interessenten für eine gemeinsame Interessenvertretung zu gewinnen.

Die vollständigen Protokolle der Initiativgruppentreffen sowie eine Ergebnisdarstellung der Diskussion auf der Ersten Zentralen Veranstaltung für ZNL in Karsdorf am 30.01.2010 findet Ihr  im Archiv.