Inklusion

Erste Überlegungen zur Inklusion

Über das Thema Inklusion ließe sich viel schreiben und es wird hier an dieser Stelle sicher auch noch mehr. Vorerst diese Vorüberlegungen:

Es gibt kaum jemand, der sich im Allgemeinen gegen Inklusion ausspricht. Je mehr dann ins Detail gegangen wird, umso weniger besteht Einigkeit über die Maßnahmen die ergriffen werden sollten.

Zudem hat jeder Mensch sein ihm eigenes Verhältnis zur Inklusion, das von vielen Faktoren abhängt. So wie es einen Weg zur weitmöglichsten Genesung gibt, so gibt es für jede und jeden einen ganz individuellen Weg dem eigenen Inklusionserfolg näher zu kommen.

Gelungene Inklusion braucht viele Kompetenzen. Wichtig ist dabei der feste Willen dazu und genügend Mut seinen Schutzraun zu verlassen, vor allem wenn man sich da gut eingerichtet hat.

Inklusion schafft Veränderung und bricht alte Muster auf. Die Gefahr besteht, dass Systeme und Lebensentwürfe instabil und chaotisch werden. Deswegen benötigt es Geduld, Feingefühl und gutes planerisches Vorgehen Inklusion umzusetzen.

Nicht erst seit der Behindertenrechtskovention gibt es in Deutschland eine gute Gesetzeslage die Anliegen von ausgegrenzten und von Diskriminierung bedrohten Menschen durchzusetzen. Die Schwierigkeit ist es, dafür zu sorgen, dass die gesetzlichen Vorgaben in der Gesellschaft ankommen.

Inklusion ist nicht nur eine Hilfe für behinderte Menschen oder, weiter gesehen, für alle Exkludierten, sondern eine andere Sichtweise von Gesellschaft. Eine Gesellschaft von Buntheit, Solidarität, Wertschätzung und selbstverständlichem Zusammenleben. In einer Zeit wo durch die Aufnahme von flüchtenden Menschen sich Deutschland neu erfinden muss, ist Inklusion genau das passende Konzept zur richtigen Zeit.

Allerdings stellt sich die Frage, ob Selbsthilfe und Inklusion zusammenpassen? Wie Selbsthilfe prinzipiell eine gewisse Abgrenzung zur Folge hat, denn ihr ist ja gerade zu eigen, dass Betroffene Gleichgesinnte suchen, so hat Inklusion das Ziel die Grenzen zwischen den einzelnen Gruppen aufzulösen und konsequent zu gemeinsamen Lösungen zu kommen. Nichtpsychiatrieerfahrene Menschen werden nie das Erleben  eines Psychiatrie-Erfahrenen so nachfühlen können, wie jemand der ähnliche Erfahrungen gemacht hat. 

Abschließend möchte ich noch betonen, dass Inklusion Geld kostet und allein schon dadurch ist die Umsetzung langwierig und hürdenreich. Allerdings hat Deutschland gute Voraussetzungen im Vergleich zu anderen, ärmeren Ländern.

Manche glauben Inklusion ist eine Illusion. Manche bezeichnen Sie als Vision. Selbst die Optimisten denken hier in Zeiträumen von Jahrzehnten.
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