Auskunftspflicht

Im Arbeitsrecht gibt es sowohl für Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer die Pflicht, bestimmte Auskünfte zu erteilen. In Betracht kommen unter anderem:

Auskünfte an Gläubiger nach Lohnpfändung

Ist ein Arbeitnehmer Schuldner und wird dessen Lohn durch dessen Gläubiger (z.B. Bank) gepfändet, ist der Arbeitgeber als sog. Drittschuldner gegenüber dem Gläubiger zur umfassenden Auskunft über den Lohn und Entgeltanspruch und die geltenden Pfändungsfreigrenzen des Arbeitnehmers verpflichtet.

Auskunft über geltende Regelungen für das Arbeitsverhältnis (Nachweisgesetz)

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Arbeitnehmern den Zugang zu Informationen zu Gesetzen, Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen einzuräumen, welche auf das Arbeitsverhältnis Anwendung finden.

Auskünfte im Bewerbungsverfahren

Im Bewerbungsverfahren muss der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer über die Anforderungen des Arbeitsplatzes unterrichten, soweit diese überdurchschnittlich oder gesundheitsgefährdend sind.

Ein Arbeitnehmer wiederum muss Umstände mitteilen, die ihn für die in Betracht kommende Stelle ungeeignet erscheinen lassen, wie z.B. fehlende Fahrerlaubnis, Allergie, Behinderungen, bestehende Alkoholsucht, feststehende Verhinderungen (Kur, Gefängnis, etc.). Eine unzulässige Falschauskunft kann zur späteren Anfechtung eines Vertragsschlusses führen.

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