Anwaltsgebühren

Anwaltliche Unterstützung ist oft gar nicht so teuer wie ursprünglich gedacht. Vor allem wird größtenteils auf der Basis des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) abgerechnet. Im Internet finden sich einige Rechner, mit denen die Anwalts- und Gerichtskosten kalkuliert werden können, z.B. der Prozesskostenrechner, der DAV-Prozesskostenrechner oder der FORIS- Prozesskostenrechner.

Ausgangspunkt ist der Gegenstandswert. Bei Lohnforderungen ist dies beispielsweise der Bruttobetrag, um den es geht. Bei einer Kündigung wird oft ein Gegenstandswert von 3 Bruttomonatsgehältern bestimmt (richtet sich regelmäßig nach Länge der Kündigungsfrist), während ein Arbeitszeugnis mit 1 Bruttomonatsgehalt gewertet wird. Derzeit wird oftmals ein Streitwertkatalog angewandt. Aus diesem können die von den Arbeitsgerichten angesetzten Gegenstandswerte entnommen werden. Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass die dortigen Angaben nicht verbindlich sind und manche Gerichte hiervon abweichen.

Eine Abfindung wird nicht im Gegenstandswert einberechnet, egal wie hoch sie ist.

Ist der Gegenstandswert ermittelt, kann in der RVG-Tabelle nachgeschaut werden, wie hoch eine 1,0 Gebühr ist. Im Regelfall fallen in der 1. Instanz vor den Arbeitsgerichten bei Urteil insgesamt 2,5 Gebühren an. Bei einem Vergleichsabschluss fallen meist 3,0 Gebühren an. Hinzu kommt die Postauslagenpauschale (regelmäßig 20,00 € pauschal) und die Mehrwertsteuer. Bei erforderlichen Reisen können weitere Kosten entstehen.

Immer sollten Sie von Anfang an über die Kosten mit ihrer anwaltlichen Vertretung sprechen, damit alle Beteiligten sich darüber klar sind, was auf Sie zukommt.

Nicht übersehen werden soll, dass für bedürftige Menschen die Möglichkeit der Beratungs- und Prozeßkostenhilfe besteht und auch Gewerkschaften für deren Mitglieder tätig werden. Eine etwaig bestehende Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten gemäß den dortigen Vertragsbestimmungen. Fragen Sie einfach nach, welche Kosten auf Sie zukommen. Uns können Sie per Mail den Sachverhalt schildern (bitte mit Angabe des durchschnittlichen Bruttolohnes pro Monat) und wir teilen Ihnen sodann mit, welche Kosten für eine Beratung auf Sie zukommen.

Und noch ein Hinweis ist notwendig. In der 1. Instanz der Arbeitsgerichtsbarkeit trägt jede Partei ihre Kosten selbst. Sie müssen also im Regelfall nicht die Kosten der Gegenseite übernehmen, erhalten Ihre Aufwendungen jedoch auch nicht erstattet.

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