Erdbuch Brackrade

Die Dorfschaft Brackrade ist altbischöflich, wird 1215/16 noch nicht, sondern erst um 1280 erwähnt. Diese Nichterwähnung in der ersten überlieferten Urkunde hat zu mancher abenteuerlichen Hypothese geführt.

Siehe dazu den Artikel

- Bosau – slawische Burgen und Siedlungen .

Dabei ist Brackrade eindeutig erst bei der christlichen Kolonisierung entstanden. Bragrode – Bragrodde – Brakrok - eine Zusammensetzung aus brake ( Brache, Brachland) und rode (Rodung, Rodeland).

Um 1280 umfasste Brackrade 13 Hufen.


Das „Türkenregister“ von 1549 weist folgende Namen auf:

Clawes Wryth

Thewes Burmester

Jasper Latendorp

Tyme Thewes

Clawes Wobeße

Hans Burmester

Clawes Burmester


Das „Verzeichniß der Unterthanen“ um 1650 enthält folgende :

Baurvogt

Tim Wrid

Marx Wrid

Jochim Stender

Asmuß Burmester

Peter Burmester

Asmuß Klübbeke

Marx Wyse



Erdbuch Brackrade

vom 30ten July 1709



Zu diesem Dorfe gehören :

6 Hüfener

1 Kätener oder 1/3 Hüfener

5 Insten



Volle Hüfener

1. Tim Wrieht der Baurvoigt

2. Jochim Stender

3. Marx Wrieht

4. Asmus Dose

5. Tim Kiehl

6. Bartram Erichs

7. Asmus Burmeisters wüstes Erbe, so vor ohngefehr 18 Jahren wüst geworden und numehro unter die 6 Hüfener verteilt .



Kätener oder 1/3 Hüfener

1. Hinrich Jahlas


Volle Insten oder 1/4 Hüfener, so eigene Kahten haben

1. Hanß Asmus ein Tischer

2. Asmus Burmeister


Insten, so zur Häuer wohnen

1. Asmus Jahlas wohnt in Marx Wriehts Altenteil

2. Tim Wrieht wohnt in Tim Kiehls Altenteils Kahte

3. Hinrich Brade wohnt in Bartram Erichs Backhaus


Schulkahte

Hirtenkahte


An Handwercker : Schneider : Asmus Jahlas

                             Tischler : Hanß Asmus


Erdbuch Brackrade 1709


Zu diesem Dorf gehören 8 1/2 Schläge.

Von diesen Schlägen sind allemahl 5 unter dem Pflug

und 3 1/2 werden beweydet


Die Außsart geschieht folgender Gestalt :

Zum 1ten Mahl wenn es außem Dreesch gebrochen wird, wird es mit

Buchweitzen besäet

2. mit Rogken so gemistet

3. mit Haber

4. mit Mager-Rogken

5. abermahl mit Haber


Gerste und Erbsen würden außer in deren Koppeln nicht gesäet.


Wann ein gutes Jahr weher,

köndten nach 1 Scheffel Buchweitzen, wohl 4-5 Scheffel wachsen

sonsten auch wohl weniger, bey schlechten Jahren kaum die Sart geborgen

köndten vom Mist-Rogken 5 Scheffel

vom 1ten Haber 6

vom Mager-Rogken 3

vom letzten Haber 3 Scheffel geborgen werden


An Gemeiner Weyde weher außer obigen Schlägen vorhanden, als

das Bluhmendahler Holtz, welches gräntzt an das Madenfelder Feld, worin

bis 60 St Hornvieh geweydet werden köndten.


In Betreibung der Weyde weher unter ihnen keine Beliebung gemacht, sondern

es mögte ein jeder so viel hineinbringen, als er des Winters durchfüttern könnte.

Die Insten müßten für ihr Vieh waß sie hätten Weydegelt geben

für eine Kuh 16 ß

für ein Schaf oder Schwein 04 ß

Fremdes Vieh hätten einige Hüfener in ihrer Weyde, wovon unten Meldung

geschehen soll.

Fischerey weher bey dieser Dorfschaft gar nicht.


An Höltzung weher auf dieses Dorfes Feld, daß Bluhmenthal genändt, worin über 1000 St alter Eichen und Buchen Bäume, davon unterschiedliche Eichen so polsohr, sonst wehen eine ziemliche Menge junge Eichen und Buchen daselbst in recht gutem Anwachs.

Hochwild hielte sich dieser Ohrten nichts auf, nur daß sich dann und wann einige Rehe im besagten Holtze sehen ließen.


An gemeiner Dorfausgaben müsten sie jährlich zusammen bringen 42 ß, welches das Plöhnerdienstgelt genannt wird, solches bringe der Baurvoigt nach Türck an dortigen Baurvoigt, welcher solches an den Ambtsverwalter nach Eutin bringen müßte.


2. dann brächten sie noch zusammen

das Bluhmendahler Waldgelt genannt von 2 Rtl 20 ß, solches liefere der Baurvoigt an den Ambtsverwalter

3. dem Kuhhirten geben sie an Lohn jährlich 2 Rtl 16 ß,

dann von jedem Hüfener und Kätener aller Wochen 1 Brodt, das gantze Jahr durch. Und wann er im Frühjahr die Kühe zum 1ten Mahl austreibt,

kriegte er von obengenannten 6 Stück Brodt,

ingleichen gebe ihm ein jeder 16 Rogken- und 16 Haber-Garben.


Und dann habe er

1. eine Wiese, die vorderste Hirtenwiese genandt, von 1 Fuder Heu

2. die meddelste Hirtenwiese von 1 Fuder Heu

Solches müßte er selber bearbeiten, die Dorfschaft aber einfahren

3. eine Koppel Lütgen Kroog von 7ten Teil = 3 1/2 Scheffel

Davon brauche er jährlich 1/3 Teil, welches die Dorfschaft bepflügen

und beeggen müßte, dagegen müßte er dann die Schafe alleine hüten.

4.einen kleinen Kohlhof, überdaß habe er 4 Sammlungen im Jahr, bekomme jedesmahl von jedem 1 Brodt und 1 Faß Mehl.Auch müßte ein jeder ihm ein Fuder Holtz beyfahren, so er selber zusammensamblen müßte.

Ein Inste gebe demselben vor jede Kuh 2 ß Hütegelt, überdaß habe er

freye Wohnung und freye Weyde für sein Vieh was er hat. Dafür müßte

er den Sommer über die Kühe und im Winter die Schafe hüten.


4. Dem Schütter Tim Wrieht, welcher in Tim Kiehls Kahte wohnet, geben

sie jährlich an Lohn 3 Rtl,

nebst von jedem Hüfener 1 Spint Rogken und 1 Spint Buchweitzen

von den Kätenern 1 Spint Rogken

Für die Schafe zu hüten, bekomme er für jedes Stück 1ß,dann von jedem Hüfener u. Kätener 2 Spint Rogken


Brandgilde weher in diesem Dorfe nicht, folgende aber wehen in der Niekircher Brandgilde, als

1. Tim Wrieht

2. Marx Wrieht

3. Hinrich Jahlas

Beschwerten sich gleichfalls über die große Verordnung dieser Gilde,und sagen gerne, das dieselbe nach Neuendorf verlegt werden mögte.

Wann aber im Ambte Brandschaden geschehe, müßte

ein Voll Hüfener 24 ß, ein Kätener 12 ß

ein Viertelhüfener 06 ß, ein Achtelhüfener 03 ß

ein Inste 06 ß, ein Häuer Inste 03 ß dafür geben.


Gehörten nach der Madenfelder Mühle und geben außer der ordinairen Matten kein Mahlgelt.

Wehen in der Kirche zu Bosow eingepfarrt.



Volle Hüfener


1. Timm Wrieht der Baur Voigt ist 39 Jahre alt und ist 9 Jahre Baurvoigt gewesen. Besitzet nebst

seiner eigenen vollen Hufe, ein sechstel von Aßmus Burmeisters wüsten Hufe

die Gebäude bestehen in :

1.ein Wohnhaus von 7 Fach, nebst einer angebauten Stube von 1 Fach,

woran einig Leydenholtz fehlt, auch weher das 1 Fach der Stube gantz baufällig

2.einer Scheune von 3 Fach so gantz baufällig


An Ackerland habe er 140 Scheffel

an Wiesen 21 1/2 Fuder


An jährlicher Aussaat habe er:

an Buchweitzen 11-12 , an Mist-Rogken 14-16

an ersten Haber 28-32 , an Mager Rogken 13-15

an letzten Haber 26-30 Scheffel


An Vieh, Wagen und Pfluggerähtschaften würden erfordert :

10 Pferde und ein paar Füllen, 12 Kühe,Starken und Kälber

20 Schafe, 10 Schweine und einige Ferkel,

3 Wagen,2 Pflüge mit den Eggen


Habe aber würcklich :

11 Pferde von 3-15 Jahren, 4 Füllen, 11 St. Hornvieh und 4 kleine Kälber

6 Schafe und 1 Lamm, 7 Schweine und 2 Ferkel,

3 Wagen , 2 Pflüge mit 6 Eggen


Überdem habe er in der Weyde 2 Stiere von Bichel von Marx Tötgen

8 Schafe so seinen Schwestern und Brüdern gehören

4 Schafe von Wöbst von Jochim Schlichting


An Diensten habe er :

1.einen Knecht selbiger bekomme 10 Rtl und das übliche

2.eine Magd selbige bekomme 2 Rtl 32 ß und das übliche

3.einen Jungen und eine Dirn bekommen Kleydung, Essen u. Trincken


Zur Unterhaltung der Pflugeysen mit dem Schmid verdungen 1 ß (?)

zum Unterhalt des übrigen :

dem Schmid 4-5 Rtl, dem Radmacher 3, dem Leinweber 3


Consumiere jährlich :

an Rogken 24 , an Buchweitzen 02

an Gerste 01, an Haber 01 tons


Außer sein Ackerland habe er kein ander Handthierung,

ein Altentheil habe und gebe er itzo nicht. (Brüder : Hanß und Clauß Wrieht ?)



2. Jochim Stender ist 38 Jahre alt bewohnt seine eigene Volle Hufe, nebst ein sechstel von Burmeisters wüsten Hufe

die Gebäude bestehen in :

1.ein Wohnhaus von 7 Fach, nebst einer angebauten Stube von 2 Fach

2.einer Scheune von 4 Fach so in gutem Stande


An Ackerland habe er 129 Scheffel, an Wiesen 16 3/4 Fuder


An jährlicher Aussaat habe er :

an Buchweitzen 10-12 an Mist-Rogken 12-15

an ersten Haber 25-30 an Mager-Rogken 11-14

an letzten Haber 22-28 Scheffel


An Vieh,Wagen und Pfluggerähtschaften würden erfordert :

12 Zugpferde und 2-3 Füllen, 10 St. Hornvieh

20 Schafe, 12 Schweine, 3 Wagen,3 Pflüge mit den Eggen


Habe aber würcklich :

13 Zugpferde von 3-14 Jahren,1 Füllen vom vorigen Jahr

7 St. Hornvieh, 3 Kälber, 3 Schafe, 1 Lamm , 8 Schweine und 5 Ferkel

3 Wagen, 3 Pflüge mit den Eggen

überdies habe er in der Weyde

8 Schafe von Marx Jüren zu Travenhorst

5 Schafe von Clauß Dosen hirselbst, wovon er die halbe Wolle und

die halben Lämmer bekomme anstatt des Weydegelts


An Diensten habe er :

1.einen Hofknecht ,an Lohn 10 Rtl u. 5 Rtl Biergelt und das übliche

2.eine Magd so zu Hofe geht, an Lohn 2 Rtl 32 ß und das übliche

3.einen Erndteknecht, an Lohn 5 Rtl,je 1 Scheffel Rogken u. Buchweitzen

4.eine Erndtemagd, 2 Rtl, 1 Scheffel Rogken u. 1 Scheffel Buchweitzen

5.einen Jungen u. eine Dirn, bekommen nebst Kleydung, Essen u. Trinken


Zur Unterhaltung der Pflugeysen mit dem Schmid verdungen

jährlich 1 Rtl, 1 Scheffel Rogken und 1 Gans

für das übrige dem Schmid an Lohn 4-5 , dem Radmacher 3, dem Leinweber 2 Rtl


Consumiere jährlich :

an Rogken 26-28 , an Buchweitzen 04

an Gerste 02-03 , an Haber 02 ton


Außer dem Ackerland habe er kein ander Handthierung, ein Altentheil gebe er an seine Mutter Gretje Stender,

welche bei ihm im Hause wohnt.

(Bruder : Hanß Stender ? )



3. Marx Wrieht ist 70 Jahre alt, besitzet nebst seiner eigenen vollen Hufe 3 Scheffel von Burmeisters wüsten Hufe

die Gebäude bestehen in :

1.ein Wohnhaus von 8 Fach,nebst einer angebauten Stube von 1 Fach so in gutem Stande

2.einer Scheune von 4 Fach woran etwas Holtz fehlt

3.einer Altentheils Kahte von 3 Fach, wobey gleichfalls etwas Holtz fehlt sonst in gutem Stande


An Ackerland habe er 128 Scheffel 3 Spint, an Wiesen 19 Fuder


An jährlicher Aussaat habe er :

an Buchweitzen 10-13 an Mist-Rogken 13-16

an ersten Haber 26-32 an Mager-Rogken 12-15

an letzten Haber 24-30 Scheffel


An Pferden, Vieh, Wagen und Pflügen würde erfordert :

12 Zugpferde und 2-3 Füllen , 14 St. Hornvieh und ein paar Kälber

20 Schafe , 20 Schweine , 3 Wagen und 3 Pflüge


Habe aber würcklich :

12 Zugpferde von 3-20 Jahren und 3 Füllen, 4 Sogfüllen

10 St. Hornvieh und 4 Kälber 8 Schafe und 2 Lämmer

9 Schweine und 5 Ferkel , 3 Wagen, 3 Pflüge mit den Eggen


An Diensten habe er

ein Hofknecht jährl. 10 Rtl und Trinkgeld jährlich 5 Rtl, 2 Paar Schuhe

12 Ellen He. u. 23 Ellen Fl. Linnen,7 Ellen Wand zum Rock

ein Haußknecht 4 Rtl u. das übrige so der vorige bekomme ohne Trinkg.

eine Magd so zu Hofe geht jährl. 2 Rtl 32 ß,2 Paar Schuhe,16 Ellen He.

u. 8 Ellen Fl. Leinen,4 Ellen Wand,8 Ellen Baywand

eine Erndtemagd 2 Rtl, 1 Scheffel Rogken u. 1 Scheffel Buchweitzen

einen Jungen selbiger bekomme nebst Kleydung, Essen und Trinken


Zur Unterhaltung der Wagengeräthschaft und Pferdebeschlag:

wegen der Pflugeysen mit dem Schmid verdungen :

1 Rtl,1 Scheffel Rogken,1 Gans

zum Unterhalt des übrigen

dem Schmid 4-5 dem Radmacher 3 dem Leinweber 3 Rtl


Consumiere jährlich :

an Rogken 26-28  an Buchweitzen 03-04

an Gerste 09         an Haber o2 ton


Außer dem Ackerbau habe er kein ander Handthierung, ein Altentheil gebe er nicht, die Altentheils - Kahte hätte er verheuert an

Aßmus Jahlas bekomme dafür jährlich 4 Rtl

(Laut Kirchenbuch heiratet ein Asmuß Wriedt aus Brackrade 1712 eine

Stineke Ohrt aus Wöbs)


4. Aßmus Dose ist 38 Jahre alt bewohnt seines Vorwesers Tim Wulfs volle Hufe,

nebst ein sechsten Teil von Burmeisters wüstes Erbe

die Gebäude bestehen in :

1.ein Wohnhaus von 8 Fach, nebst einer angebauten Stube von 1 Fach

ist in ziemlichem Stande, woran aber etwas Holtz fehlt

2.einer Scheune von 4 Fach

3.einer Altenteils Kahte von 3 Fach so in gutem Stande


An Ackerland habe er 128 Scheffel 1 1/2 Spint

an Wiesen 16 Fuder


An jährlicher Aussaat habe er :

an Buchweitzen 10-12, an Mist-Rogken 12-15

an ersten Haber 24-30, an Mager-Rogken 11-14

an letzten Haber 22-28 Scheffel


An Pferden,Vieh,Wagen und Pflügen würde erfordert :

12 Zugpferde mit 2 od. 3 Füllen, 10 St. Hornvieh und ein paar Kälber

16 Schafe 10 Schweine und einige Ferkel

3 Wagen, 3 Pflüge mit 8 Eggen


Habe aber würcklich :

11 Pferde von 3-16 Jahren, 2 Füllen, 7 St Hornvieh und 2 Kälber

8 Schafe u. 1 Lamm, 7 Schweine u. 5 Ferkel

3 Wagen, 3 Pflüge mit 8 Eggen


An Diensten habe er

einen Hofknecht selbiger bekomme jährl. 10 Rtl, Biergelt 5 Rtl

2 Paar Schuhe,23 Ellen Fl.,12 Ellen He. Leinen,7 Ellen Wand

eine Magd selbige bekomme jährl. 2 Rtl 32 ß, sonst wie üblich

1 Jungen u. 1 Dirn, bekommen nebst Kleydung,Essen und Trinken


Zum Unterhalt der Pflugeysen mit dem Schmid verdungen

1 Rtl jährl. nebst 1 Scheffel Rogken und 1 Gans

zum Unterhalt des übrigen: dem Schmid 3-4 Rt

dem Radmacher 3 Rtl dem Leinweber 2 Rtl 24 ß


Consumiere jährlich :

an Rogken 26-28 an Buchweitzen 04-05

an Gerste 02-03 an Haber 01-02 ton


Außer sein Ackerbau habe er kein ander Handthierung, wehe auch wenig mit dem Fuhrwerk zu verdienen.

Gebe ein Altentheil an seinen Vorweser Tim Wulf, welcher in der Altentheilskahte wohnt,

und in jedem besäeten Schlage 2 Scheffel bekomme.

(Laut Kirchenbuch heiratet Asmus Dose 1703 Thriene Burmeister, Tochter des sel. Asmuß Burmeisters aus Thürk)



5. Timm Kiehl ist 50 Jahre alt bewohnt seine eigene volle Hufe nebst ein sechsten Teil von Burmeisters wüsten Erbe

die Gebäude bestehen in :

1.ein Wohnhaus von 7 Fach, nebst einer angebauten Stube von 1 Fach das Haus ist gantz baufällig

2.einer Scheune von 3 Fach gleichfalls Reparation benötiget

3.einer Altentheils Kahte von 3 Fach so in ziemlichem Stande


An Ackerland habe er 125 Scheffel 1 1/2 Spint, an Wiesen 18 1/2 Fuder

An jährlicher Aussaat habe er :

an Buchweitzen 10-12 an Mist-Rogken 12-15

an ersten Haber 24-30 an Mager-Rogken 10-14

an letzten Haber 22-28 Scheffel


An Pferden, Vieh, Wagen und Pflügen würde erfordert :

12 Zugpferde mit 2 oder 3 Füllen, 10 St. Hornvieh mit 3 oder 4 Kälbern

16 Schafe, 20 Schweine, groß und klein,

3 Wagen, 3 Pflüge mit den Eggen


Habe aber würcklich :

12 Zugpferde von 2-12 Jahren und 4 Füllen, 9 St Hornvieh und 2 Kälber

6 Schafe, 2 Lämmer, 4 Schweine und 3 Ferkel

3 Wagen, 3 Pflüge mit 8 Eggen

an fremdem Vieh habe er von Bichel 7 Schafe in der Weyde


An Diensten habe er

einen Knecht so zu Hofe geht bekomme 10 Rtl u. 5 Rtl Trinckgelt

einen Haußknecht bekomme 07 Rtl

an Leinen,Kleidung u. Schuhen was sie

benötigen, weil beyde seine eigenen Söhne sind

eine Dienstmagd bekomme 2 Rtl 32 ß und das übliche


Zum Unterhalt der Wagengerätschaften und Pferdebeschlag :

wegen der Pflugeysen mit dem Schmid verdungen

jährlich 1 Rtl,1Scheffel Rogken, 1 Magergans

für das übrige dem Schmid 3 Rtl dem Leinweber 2 Rtl

die Radmacherarbeit mache er selber


Consumiere jährlich :

an Rogken 25-27 an Buchweitzen 04-05

an Gerste 02-03 an Haber 02


Außer seinem Ackerland wisse er sonst nichts zu verdienen,

gebe kein Altentheil, hätte die Altentheils-Kahte verheuert an den Schütter

Tim Wrieht, bekomme dafür jährlich 4 Rtl



6. Bartram Christian Erichs, ist 33 Jahre alt, besitzet sel. Hans Lattendorfs volle Hufe,

welche er Anno 1702 angenommen und biß Anno 1727, also 25 Jahr bewohnen soll, nachher

soll dessen Stiefsohn Hinrich Lattendorf ihm auf dem Erbe succedieren.

die Gebäude bestehen in :

1.ein Wohnhaus von 8 Fach, nebst einer angebauten Stube von 2 Fach wese gantz baufällig

2.einer Scheune von 4 Fach, welche repariert werden muß

3.ein Backhaus von 3 Fach so in gutem Stande


An Ackerland habe er 122 Scheffel 1 1/2 Spint, an Wiesen 14 1/2 Fuder

An jährlicher Aussaat habe er :

an Buchweitzen 09-12 an Mist-Rogken 11-15

an ersten Haber 22-30 an Mager-Rogken 10-14

an letzten Haber 20-28 Scheffel


An Pferden, Vieh, Wagen und Pflügen würde erfordert :

12 Zugpferde, 2-3 Füllen, 14-16 St. Hornvieh

16-20 Schafe 20 Schweine groß und klein

3 Wagen, 3 Pflüge mit den Eggen


Habe aber würcklich :

12 Zugpferde von 2-18 Jahren, 2 Füllen, 7 St. Hornvieh, 1 Kalb

4 Schafe, 1 Lamm 4 Schweine und 9 Ferkel

3 Wagen,3 Pflüge mit 8 Eggen

habe von Liensfeld 8 Schafe in der Weyde


An Diensten habe er

einen Hofknecht selbiger bekomme 10 Rtl, Biergelt 5 Rtl, u. das übliche

einen Haußknecht bekomme 8 Rtl,2 Paar Schuhe,12 Ellen Fl.,8 Ellen

He. Leinen,5 Ellen Wand

eine Magd selbige bekomme 2 Rtl 32 ß und das übliche


Zur Unterhaltung der Wagengeräthschaft und Pferdebeschlag :

wegen der Pflugeysen mit dem Schmid verdungen

jährlich 1 Rtl 3 ß,1 Scheffel Rogken und eine Gans

für das übrige dem Schmid 4 Rtl, dem Radmacher 4 Rtl, dem Leinweber 3 Rtl


Consumiere jährlich :

an Rogken 26-28 an Buchweitzen 04-05

an Gerste 03-04 an Haber 02-03 ton


Habe außer sein Ackerbau kein ander Handthierung,

ein Altentheil gebe er an seine alte Schwiegermutter welche er bei sich im Hause habe



7. Aßmus Burmeisters wüste Hufe

so vor ohngefehr 18 Jahren wüst geworden, das alte Wohnhaus, welches zu dieser wüsten Hufe gehört, ist im

vorigen Jahr herunter genommen und als kleineres davon wieder auf derselben Stelle von der Hohen Herrschaft aufgebaut worden

welches von 3 Fach


darin wohnt der Holtzvoigt Matthias Jäger

die Altentheils Kahte, so zu dieser Hufe gehört,

ist von 3 Fach und gantz baufällig,

darin wohnt noch itzo der vorige Besitzer dieser Hufe Aßmus Burmeister


Soll Zeit seines Lebens seyne Wohnung darin haben, genießt sonsten

nichts am Altentheil,

Weser itzo Schütter zu Hutzfeld und müßte sich kümmerlich durchhelfen


Die Scheune, so dabey gewesen, welche nachdem diese Hufe wüst geworden, ist abgebrochen und nach Löja versetzet und zu

Hans Broocks sein Wohnhaus gemacht worden.

Wüste Hufe habe an Ackerland 108 Scheffel an Wiesen 17 Fuder



Kätener oder Drittel Hufner

1. Hinrich Jahlas ist 54 Jahre alt besitzet seines Vorwesers Hinrich Süchtings 1/3 Hufe,

solche wehe ihm für 5 Jahren von der Ambts Cammer eingethan, daß er dieselbe so lange bewohnen solle,

biß die 4 Kinder von Hinrich Süchting groß wehen. Hätte desfalls nichts schriftliches vorzuweysen

die Gebäude bestehen in :

1.ein Wohnhaus von 6 Fach so in gutem Stande

2.einer Scheune von 3 Fach gleichfalls in gutem Stande

An Ackerland habe er 34 Scheffel 1 1/2 Spint, an Wiesen 06 Fuder


An jährlicher Aussaat habe er :

an Buchweitzen 03 1/2-04 1/2 Scheffel

an Mist-Rogken 04 -05

an ersten Haber 08 -10

an Mager-Rogken 03 1/2-04 1/2

an letzten Haber 07 -09


Zur Besetzung seiner Hufe würden erfordert :

4 Pferde nebst 1-2 Füllen, 8 St. Hornvieh nebst ein paar Kälber

8 Schafe, 5 Schweine und ein paar Ferkel, 2 Wagen,1 Pflug mit 4 Eggen


Habe aber würcklich :

4 Pferde von 5-14 Jahren, 4 Füllen, 7 St. Hornvieh und 2 kleine Kälber

8 Schafe, 1 Lamm 4 Schweine , 4 Ferkel, 2 Wagen,1 Pflug mit den Eggen


An Diensten habe er :

einen Knecht selbiger bekomme 6 Rtl,2 Paar Schuhe,28 Ellen Fl. und

8 Ellen He. Leinen,7 Ellen Wand zum Rock

eine Erndtemagd bekomme 1 Rtl,wie auch jährlich 1 Scheffel Rogken

und 1 Scheffel Buchweitzen


Zur Unterhaltung der Pflugeysen und Wagengerähtschaften :

an Schmidelohn jährlich bis 3 Rtl, die Radmacherarbeit mache er selber

dem Leinweber jährlich bis 2 Rtl


Consumiere jährlich :

an Rogken 14-16, an Buchweitzen 02

an Gerste 02 , an Haber 02 ton


Habe kein ander Handthierung alß das Ackerwerk, könne zwar seine eigene Radmacherarbeit verfertigen,

aber nichts damit verdiehnen, ein Altentheil habe und gebe er nicht



Volle Insten oder 1/4 Hüfener

1. Hanß Aßmus ist 60 Jahre alt, besitzet seine eigene Kahte, dessen

Wohnhaus von 3 Fach wehe in ziemlichem Stande

An Ackerland habe er nichts, außer einen kleinen Kohlhof,

habe aber etwas gehäuert von Timm Kiehl


An Vieh habe er :

2 Kühe und 1 Kalb

5 Schafe und 2 Lämmer

gebe dafür das gewöhnliche Weydegelt und Hirtenlohn


Contribution voritzo 3 Rtl


Bis dahero hätte er die Schüler in sein Haus gehabt und wehe dahero

frey gewesen itzo aber, da sie eine Kahte zur Schulen erbauet, würde

er wohl von einem Viertel seiner Contribution auf die übliche itzige Contribution kommen

Seye ein Tischer womit er sich nehre




2. Aßmus Burmeister ist 65 Jahre alt, hat für 18 Jahren auf der numehro so

genannten wüste Hufe gewohnt und seyne zur wüsten Hufe gehörige Altentheils-Kahte

zu bewohnen von der Ambts-Cammer angewiesen worden

welche von 3 Fach und gantz baufällig

wobey ein gantz kleiner Kohlhof


Habe an Vieh :

1 Kuh

9 Schafe

1 Schwein

dafür gebe er das gewöhnliche Weydegelt und Hirtenlohn

Habe gehäuert von Jochim Stender 2 Scheffel Saatland



Insten so zur Häuer wohnen

1. Aßmus Jahlas ist 39 Jahre alt

wohnt in Marx Wriehten Altentheils Kahte

wobey ein kleiner Kohlhof

an Ackerland habe er gehäuert 4 Scheffel gebe dafür 16 Rtl


Habe an Vieh :

2 Kühe

3 Schafe

1 Schwein und 1 Ferkel

dafür gebe er das gewöhnliche Weydegelt und Hütelohn


Contribution voritzo 1 Rtl 24 ß


dem Hauswirth gebe er jährlich an Häuer 4 Rtl

Seye ein Schneider womit er sich nehre



2. Timm Wrieht ist 58 Jahre alt wohnt in Timm Kiehlens Altentheils Kahte

wobey ein kleiner Kohlhof

An Vieh habe er :

2 Kühe

4 Schafe und 3 Lämmer

3 Ferkel

dafür gebe er das gewöhnliche Weydegelt


Verrichte keine Hofdienste, seye Dorfsschütter und Schafhirte

dem Hauswirth gebe er jährlich an Häuer 4 Rtl



über den eingangs erwähnten Hinrich Brade

sowie über die Schul- und die Hirtenkahte fehlen die Angaben




Laut Kirchenbuch heiratet Anno 1703

Asmus Dose, Hauswirt zu Brackrade, Trin Burmeister, Asmus Burmeisters zu Thürk nachgelassene Tochter.

Anno 1704 Hinrich Jalas aus Hutzfeld, Thrin, Witwe des Hinrich Süchtings aus Brackrade.


Zum Abschluss einige Amtsprotokolle in gekürzter Fassung.

Raven , Hanß - Brackrade 22.03.1650

dessen Erbe ist taxiert auf :721 M -- Schulden :241 M 9 ß

Hanß Raven wollte nicht auf dem Erbe bleiben, darum wurde ihm

anbefohlen innerhalb 2 Tagen Brackrade zu verlassen.

Seine Frau aber soll zeitlebens ein Altenteil haben.

Das Erbe muß Asmus Burmeister für 500 M übernehmen


 Burmeister, Hinrich - Brackrade 26.07.1667

Sohn des Asmus Burmeister hat sich gegen den Vogt Frantz Gehrdes

bei der Heuernte ungebührlich benommen und deshalb ins Gefängnis gekommen.

Es setzt sich als Bürge ein : Marx Wyse zu Brackrade


Burmeister, Peter - Brackrade 20.07.1669

klagt gegen Asmus Burmeisters Witwe und deren Tochter, die des Klägers Tochter Übles nachgeredet.


Brackrade 05.11.1680

Detleff Wiesens Witwe schließt mit Hanß Asmussen von Fünen bürtig, einen

Erbkaufvertrag wegen ihrer Instenkate.

Asmussen kauft Haus, Acker und Wiesen für 57 Rtl

Zeugen : Marx Burmeister Holzvogt, Peter Köster Schwiegersohn der Witwe Wiesen


Brackrade 07.06.1702

Hanß Lahtendorfs Witwe verheiratet sich wieder mit dem Knecht Bertram Christian Eriksen.

Das Erbe wird ihm auf 25 Jahre überlassen, nach Ablauf dieser Zeit soll

er es dem jetzt 7 jährigen Sohn Hinrich Lahtendorf abtreten.

Die beiden Töchter sollen die übliche Aussteuer erhalten.

Gläubiger : Hanß Hinkelmann zu Meinsdorf,Claas Lahtendorf zu Bujendorf, Schmied Süchting zu Bosau


Brackrade 1713

Tim Wulf wider Asmus Dose klaget, daß er ihm das Altentheil nicht pflügen

wolle, bitte daher, ihn dazu anzuhalten ...

Die Parteyen haben sich solchgestalt verglichen, daß der Hausalte Tim Wulf

sein Land selber pflüge und bearbeite und hingegen beim Erbe weiter keine Handdienste thun solle ..


Brackrade 1747

Kund und zu wißen sey hiermit,

demnach Claus Kiel in Brackrade sein Haus und Erbe an seinen Sohn Timm Kiel übertragen und sich ins Altentheil begeben ...7.7.1747


Brackrade 1747

Kund und zu wißen sey hiemit, demnach Hans Hinrich Schlichting aus Wöbs

des sel. Hinrich Latendorf in Brackrade belegene Erbe vor Jahren angenommen und dessen einzige Tochter Magdalena geheyratet ...


Brackrade Juni 1784

Der Haus-Alte Hans Hinrich Schlichting aus Brackrade wider seinen

Schwieger-Sohn und Besitzer der Hufe, Johann Christoph Behrens , trug

beschwerend an, daß ihm derselbe in dem Halben- Schlage hinter seinem Hause, der mit Buchweitzen besäet worden, den ihm zukommenden Scheffel Saat

verweigere ...




Der berühmteste „Brackrader“ ist zweifellos Heinrich Harms, Lehrer, Geograph und Kartograph.

Generationen von Schülern wurden von seinen Werken durch den Unterricht begleitet, seine Atlanten und Wandkarten wurden von der Landschule bis hin zur Universität benutzt. Trotzdem wissen heute nur noch wenige etwas mit seinem Namen anzufangen, denken vielleicht noch an den Harmsschen Altlas. Doch wer weiß schon, dass das Geburtshaus des berühmten Geographen eine kleine Kate in Brackrade bei Hutzfeld war. Seine Vorfahren waren einfache Dorfhandwerker, Schmiede und Schuhmacher , die im Nebenerwerb etwas Landwirtschaft betrieben. Sein Vater - August Christian Harms - war Tagelöhner und Arbeitsmann. Seine Mutter Catharina Dorothea Sophie, geb. Möller aus Berlin, Kirchspiel Schlammersdorf.

Heinrich Harms wurde am 23.6.1861 geboren. Als er schulpflichtig wurde, besuchte er die zweiklassige Schule zwischen Hutzfeld und Brackrade. Das nebenstehende Foto zeigt die Schule, allerdings recht was später. Das Schulgebäude wurde 1839 zwischen den Dörfern errichtet. Zuerst war das Gebäude einstöckig und hatte ein Strohdach. Im Jahre 1909 wurde es dann aufgestockt und bekam ein Schieferdach. Das Foto stammt wohl aus den 20er Jahren, aber als ich dort 1944 eingeschult wurde, sah sie immer noch so aus. Ich kann also mit Fug und Recht sagen, ich habe die gleiche Schule besucht wie der berühmte Geograph. Vielleicht sogar die gleiche Schulbank gedrückt, zumindest waren die Bänke „uralt“.

Mit 16 Jahren kam H. Harms auf das Lehrerseminar nach Oldenburg in Oldenburg.

Nach seiner Ausbildung ( 1877 – 1881) bekam er eine Anstellung an der einklassigen Dorfschule in Dörnick bei Plön. An dieser Schule wirkte Harms 23 Jahre. Nach seiner frühzeitigen Pensionierung lebte er über 20 Jahre in Plön. Hier sind auch seine meisten Werke entstanden. Nach Plön lebte er einige Jahre bei seinem Schwiegersohn, dem Realschullehrer Hennings, in Malente. Später zog er nach Hannover, wo er im Jahre 1933 verstarb.

Harms ist Namensgeber für die Heinrich – Harmsschule – Realschule in Hutzfeld und für die Heinrich – Harmsschule - Hauptschule in Plön.


Laut Kirchenbuch heiratet 1714 ein

Andreas Harms aus Tönning eine Maria Wriedt aus Hutzfeld.

Die Amtsrechnungen des Stiftes Eutin erwähnen für Brackrade 1750 einen Kleinschmied Andreas Harms.

Zur Volkszählung Brackrade




Die Dorfschaft Brackrade hat sich im Laufe der Jahrhunderte nicht wesentlich verändert. Landwirtschaftliche Betriebe sind allerdings auch dort weniger geworden, nur noch zwei soviel ich weiß und insgesamt etwa 137 Einwohner.


Luftbildaufnahme von Herrn Helmut Schröder aus Hutzfeld.


Quellen :

Landesarchiv Schleswig, Erdbuch Abt. 260/3300, Amtsprotokolle Abt. 275,

Heimatbuch des Kreises Plön, Plön 1953

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