Diese Site durchsuchen


Das ACE High-System (Tropospheric Scatter Communications System) und die prinzipielle Beschreibung der weltweit vernetzten Frühwarnsysteme, „The ACE High Network during the period of Cold War.“


Das ACE High-System (Tropospheric Scatter Communications System) gemäß NATO-Linienplan von 1976, Rev. 1981 


 
 
 
 

 

Publikationen zum Tropospheric Scatter Communications System:

 

Thema: Troposcatter Communications Network

Autor: Wikipedia

Quelle:Troposcatter Communications Network

 

URL:   WACS     -White Alice Communications System

URL:   DEW      -Distant Early Warning Line

URL:   NARS     -North Atlantic Radio System

URL:   ACE High -ACE High System

 


Das ACE High-System Tropospheric Scatter Communications System

Prinzipielle Beschreibung des ACE High-Richtfunksystems in Europa und sonstige Transmissionssysteme, vor und nach dem ACE High System 



1956 

Ausgangspunkt des weltweiten Überwachungs- und Langstrecken-Kommunikationssystems war das in den USA installierte White Alice Communications Systems (WACS). Dieses System wurde 1956 installiert und verlief, von den USA ausgehend, über Kanada bis Alaska. Das WACS wurde mit dem System Distant Early Warning Line (DEW-Line) gekoppelt. Das System wurde erweitert auf das North Atlantic Radio System (NARS), welches von den USA über Grönland verlief und schließlich in Schottland endete. In Fylingdales Moor erfolgte die Zusammenschaltung mit dem europäischen Langstrecken-Kommunikationssystems Allied Command Europe Tropospheric Forward Scatter Communications Systems (ACE High).Dieses somit global operierende Kommunikations- und Überwachungssystem führte im Norden von Europa, von den Färöer Insel, Station 43 - Sandfelli  (Übergabepunkt der NARS Linie) ausgehend ,mit der sogenannte Normal- Route (Backbone - Route),und verläuft nördlich durch Dänemark und Norwegen bis an die russische Grenze und südlich durch England, Belgien und durch Frankreich,Deutschland nach Italien.Weiterführend über Griechenland bis in die Türkei,wo das ACE High System ebenfalls an der Grenze der Sovjetunion und des Warschauer Paktes endete und führte somit über eine Distanz von 6.739 Km durch Europa.Dieses von dem Militär kontrollierten Kommunikations-System, mit einem sehr hohen technischen und einheitlichen Standard (Abhörsicherheit und Verschlüsselung der Informationen), stand somit für die Streitkräfte der NATO zur Verfügung, um die wichtigsten operativen Zentren und die Radar - Außenposten (Early Warning System)zu verbinden, welche verstreut in den verschiedenen europäischen NATO-Ländern installiert waren.

Die Normal Route (Backbone-Route) von den Shetland Inseln ausgehend nach Schottland, weiter südlich bis zur Station Coldblow Lane in Kent und schließlich mit einem Jump bis nach Paris-Nord/Frankreich. Zwischen den Stationen Paris-Nord und Paris-Süd bestand lediglich eine LoS-Line (Microwave-Line over Sight) über die Stationen Emeville und Rozoy Bellevalle. Über die Station Emeville wurde über eine separate LoS-Line das AFCENT War-HQ in Laffaux bei Margival angeschaltet. Ab Station Paris-Süd verlief das System über die Stationen Lyon nach Nizza in Südfrankreich. Von Nizza aus erfolgte ein Jump nach Nord-Italien zur Ankopplung des Netzes an bestehende Verbindungen in Südeuropa. Das ACE High-System verlief bis nach Süd-Italien, erreichte Griechenland mit einem weiteren Jump, wurde weitergeführt bis nach Izmir/Türkei. Innerhalb Türkei erstreckte sich das System bis in Grenznähe zur Sowjetunion.

1959

Das 1959 geplante Ionosphären - Kommunikationssystem "Douple Jump" der NATO, sollte die redudante Erweiterung des bereits 1961 in Betrieb befindlichen ACE High System sein, wurde aber aus Kostengründennicht nicht realisiert.


1961

Das ACE High-System wurde endgültig an die NATO übergeben und stellt ein gemeinsames handeln der NATO - Mitgliedsstaaten sicher und war seinerzeit mit den modernsten Übertagungstechniken ausgerüstet,(siehe hierzu auch technische Unterlagen) diese Komponenten wurden dann durch die Firma Marconi aus UK auf den jeweiligen militärischen Liegenschaften zusammen montiert.


1966 bis 1967
Am 1. Juli 1966 zog sich Frankreich aus der NATO-Kommandostruktur zurück, da der französische Präsident Charles de Gaulle die NATO als Instrument US-amerikanischer Interessen nicht akzeptierte und Frankreichs militärische Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit bewahren wollte. Daher unterstellte er keine französischen Truppen mehr unter US-Kommando und ordnete an, dass alle alliierten Einrichtungen Frankreich bis zum 1. April 1967 verlassen mussten.Frankreich blieb aber weiterhin in der atlantischen Allinanz integriert.Die Verantwortung für den französischen ACE-High Abschnitt wurde nach Brunssum (Niederlande) unter dem Namen FSB (Forward Scatter Branch) verlegt.Der französische AFCENT Bereich wurde dem Verteidigungs Ministerium in Paris zugeordnet, respektiv die Befehlsverantwortung der MMF ( Militärmission Frankreich).Diese Änderung führte zu keiner Beeinflussung der NATO Stategie.Das europäische Master Kontrollzentrum, installiert in der Station Paris North,in der Nähe von Beauvais (Frankreich), wurde nach der Station Lammersdorf (Deutschland) verlegt.Diese schwierige Mission mit dem Namen "Switch over" wurde erfolgreich durchgeführt.
 
1968 bis 1971
Auf Grund der sich daraus ergebenen neuen Situation, wurde in dem Jahre 1968 die sogenannte Alternate Route installiert,welche von Belgien ausgehend, ACE High-Station Casteau - Nato Code BCAZ (SHAPE HQ) > ACE High- Station Baraque de Fraiture - Nato Code BFRZ - > ACE High-Station Kindsbach - Nato Code ABHZ - nach Süd Deutschland zu der - ACE High-Station Feldberg - Nato Code AFEZ - mit einer Tropo-Scatterverbindung,nach Nord Italien,zu der - ACE High-Station Dosso dei Galli - Nato Code IDGZ - führte.
Diese Linie verbindet sich wieder im Nord Italien mit der bereits vorhanden Linienführung, - ACE High-Station Cavriana - NATO Code IMBZ - weiterführend über die ACE High-Station Livorno - Nato Code IMXZ - mit der durch Frankreich bestehende Normal Route
Die ACE Stationen wurden in dem ACE High Network entsprechend der NATO-Spezifizierung codiert.Die aus der Startphase der ACE High Stationen stammenden Bezeichnungen waren bis zu dem Jahr 1971 gültig und wurden danach europaweit geändert.

1987 bis 1990
Nicht unerwähnt sollte bleiben, das die U.D.S.S.R ein ähnliches System installiert hatte, dieses nannte sich das TPPC (CEBEB) System und ferner das strategische Trophospären Nachrichtensystem "BARS" (dt.Schneeleopard) der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages, betrieben von 1987 bis 1990. Es war flächendeckend über alle Teilnehmerländer des Warschauer Vertrages,außer in Rumänien,installiert worden.

1995
Das ACE High System ist ein Troposcatter - Mikrowellen - Link - System (O.H.over - the - Horizont / Troposcatter),mit einem Netzwerk von 49 Troposcatter - Links und 40 Richtfunkstrecken ( L.o.S.-Line - of - sight / Microwave)in Europa,die über eine Distanz von bis zu 300 Km reichten.Diese erstreckten sich vom nördlichen Norwegen und durch das Zentrum von Europa führend,bis in den Osten der Türkei.Das System verfügte 1976 in der Backbone – resp. Normal Route über 570 Sprachkanäle,260 Telegraphenkanäle und 60 Krypto - Kanäle.Die Sendefrequenz lag zwischen 832,56 MHZ und 959,28 MHZ,und wurde mit einer Transmitter- Klystron - Leistung bis zu 10 KW betrieben.Zusätzlich wurde das System durch regionale Telefonanbieter erweitert,die erdgebundene Kabel - Verbindungen zur Verfügung stellten. Im Jahr 1995 wurde das ACE High System sektionsweise außer Betrieb gesetzt.



Sonstige Transmissionssysteme, vor und nach dem ACE High System 


1951 bis 1967 [AIRCENT – LANDCENT – AFCENT Microwave System]

In den Zeiten des kalten Krieges wurde für die Kommunikation zwischen den Kommandostäben der NATO, seinerzeit ausgehend von dem NATO Hauptquartier Fontainebleau in Frankreich ein eigenständiges, nur dem Militär zugänglichen Richtfunknetz erstellt. Dieses wurde in den Jahren von 1951 bis 1962 von AIRCENT und LANDCENT installiert (in der Regel mit mobilen Stationen).Ab den Jahren 1962 bis 1967 von AFCENT als das „AFCENT Microwave System“ in Frankreich, Belgien, Luxemburg und Deutschland betrieben.

1967 bis 1995 [ACE HIGH System]

In Fylingdales Moor erfolgte die Zusammenschaltung mit dem europäischen Langstrecken-Kommunikationssystems Allied Command Europe Tropospheric Forward Scatter Communications Systems (ACE High).Dieses somit global operierende Kommunikations- und Überwachungssystem führte im Norden von Europa, von den Färöer Insel, Station 43 - Sandfelli  (Übergabepunkt der NARS Linie) ausgehend ,mit der sogenannte Normal- Route (Backbone - Route),und verläuft nördlich durch Dänemark und Norwegen bis an die russische Grenze und südlich durch England, Belgien und durch Frankreich,Deutschland nach Italien.Weiterführend über Griechenland bis in die Türkei,wo das ACE High System ebenfalls an der Grenze der Sovjetunion und des Warschauer Paktes endete und führte somit über eine Distanz von 6.739 Km durch Europa.Dieses von dem Militär kontrollierten Kommunikations-System, mit einem sehr hohen technischen und einheitlichen Standard (Abhörsicherheit und Verschlüsselung der Informationen), stand somit für die Streitkräfte der NATO zur Verfügung, um die wichtigsten operativen Zentren und die Radar - Außenposten (Early Warning System)zu verbinden, welche verstreut in den verschiedenen europäischen NATO-Ländern installiert waren.


1969 bis heute [SatCom III System] (Satelittengestütztes Kommunikationssystem)

Vorbereitend zur Ablösung des ACE High System wurde das satelittengestützte Fernmeldenetz, das SatCom System installiert, welches mit 6 Stationen noch heute (Stand 2010) in Betrieb ist und die weltweite Kommunikation zwischen den NATO Länder sicher stellt.

1967 bis o.A. [CRICS System] (Central Region Integrated Communikation System)

Das CRICS "Central Region Integrated Communikation System" war ein eigenständiges, separat zu anderen NATO Kommunikationslinien installiertes System, in der AFCENT Region.Es führte von der in den 50er Jahren errichteten US -amerikanischen Radarstation,"Prüm Air Station", welche in der Nähe von Prüm gelegen, über die Stationen Baraque Michel(NATO Code - BMIR), Baraque de Fraiture(NATO Code - BFRR) nach Maastricht(NATO Code - HMAR) in den LCO Kommandostand "Bunker Cannerberg" und endete in dem AFCENT HQ in Brunssum (NATO Code - HBBR).Die Linie wurde installiert um die Kommunikation zwischen der NATO und den US-Streitkräften und somit die Kommunikation zu den Militärbasen in "Bitburg Air Base" und "Sprangdahlen Air Base" sowie dem US-Verteidigungs-ministerium sicher zu stellen.  


1967 bis heute [AFCENT CIP 67 System] (Raumdeckendes Richtfunksystem der NATO)

Mit Abschaltung des ACE High System wurde für die Kommunikation im Bereich von AFCENT, das AFCENT CIP 67 System installiert. Diese ist an den Knotenpunkten mit den HQ’s und dem SatCom System ebenfalls verbunden worden.

Ein Kommunikationssystem der NATO ist das  „CIP 67 Communication Improvement Programme 67 - Das Fernmeldetechnische Verbesserungsprogramm von von 1967", oder bezeichnet als AFCENT CIP-67 System.

Dieses Kommunikationssystem ist ein L.o.S.-System (Line of Sight) auf  Mikrowellen-Basis mit Multiplexer, installiert im gesamten AFCENT Bereich, an den verschiedenen AFCENT Standorten in den Niederlanden, Belgien und Deutschland.

Durch das verwendete, einfache Computersystem (FB-40 und FBM-40 ) werden in dem AFCENT  CIP-67 System, Alarme im Netzwerk überwacht und gesteuert. Das Computersystem FB-40 und FBM-40 wurde ursprünglich für das deutsche Schienensystem entwickelt, konnte aber die strengen Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen und wurde daher nicht eingesetzt.

Im Jahr 1967 beschloss die NATO, dieses Computersystem zu übernehmen, um die Alarme in dem AFCENT CIP-67 System zu überwachen. Ein weiteres Stück der Ausrüstung, die in dem AFCENT CIP-67 System verwendet wird, ist eine Standard-Schnittstelle. Mit dieser seriellen Schnittstelle wird die Modulation einer Stimme über einen Frequenz-Kanal des Multiplexer konvertierbar mit dem Telefon gemacht.

Die auf der CIP 67 WebSite dargestellte Linienkarte, stammt aus russischen Kartenmaterial und ist nur bedingt Aussage fähig. Die meisten Stationen sind heute rückgebaut, anderweitig durch z.B dem Mobilfunk genutzt, oder nicht mehr in Betrieb, viele weitere nicht aufgeführte, arbeiten heute noch im „Remote“ Betrieb. Aus sicherheits relevanten Gründen kann über die in Betrieb befindlichen Stationen keine Angaben gemacht werden. Natürlich gibt es auch im AFCENT Bereich weitere unterschiedliche RiFu Systeme der Bundeswehr und der US Army die auf dieser Karte nicht erfasst worden sind, auch diese sind noch teilweise im aktiven Betrieb.


Sonstige Systeme
Jocus System
Tare(Telegraph Automatic Routing Equipment)
IVSN (Initial Voice Switched Network)
SHAPE Rundstrahldienst HZ 001- (Kurzwellenverbindungssystem des Obersten Hauptquartiers)  
 

Update der Seite - 21.04.2014