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Wildgratscharte

3.3.2011
der Wetterbericht meinte, Mi/Do/Fr - super. Deshalb, ich gierig freigenommen.
Als ich aber am Donnerstag früh rausschaute aus dem Karpäuschen der Ambergerhütte, war alles grau. Hääääh? Sofort eine Erkundigung beim Hüttenwirt eingeholt, ob es ein lokales Wolkenphänomen ist.
Er meint: "jaja, zmittag tuats schu`au`". Herrlich, ab mittag scheint die Sonne wieder, dann beeile ich mich, weil ich will ja auf den Schrankogel, oder wenigstens auf den Schrankarkogel. Mittlerweile habe ich die Ziele schon etwas heruntergeschraubt, weil ich nicht damit rechnete, daß ich 40 cm frischen Pulver zu beachten hätte.
Und es kam noch dicker. Der ganze Aufstieg, Richtung Schrankogel, Schrankarkogel und auch zur Wildgratscharte war ungespurt. Gottseidank, etwa 30 min vor mir eine Gruppe mit 8 Leuten, die meine Richtung einschlagen.
Juhuu, nicht spuren, so taugts! Um ja nicht aufzurücken versuchte ich verschiedene Modi (Langsamgehmodus, Trödelmodus, Fotografiermodus, Lulu-Modus), aber es half nichts. Bald habe ich aufgeschlossen und zudem macht das ganze Team grad eine Pause.
Ich MUSS vorbei, ob ich will oder nicht. Jetzt schalte ich aber einen Gang zurück, aber das Pulverwühlen ist anstrengend. Zudem verschlechtert sich die Sicht und es kommen starke Böen auf. "Des wird heut`nix mehr mit gutem Wetter", sage ich zu mir selber und beschließe augenblicklich, daß ich am schnellsten Weg zur Franz Sennhütte will. Fein Kuchenessen, lesen und abchillen. Zu diesem Zwecke mache ich die Wildgratscharte aus und bin froh, daß mir ein Vorturner zeigt, wie es am besten geht.
Yeah, wenn schon sonst nix is, die kleine Schartenkraxlerei war wirklich lässig und ich habe mich gewundert über die Aspiranten, die von der anderen Seite rüberwollten. Später erfahre ich, daß die allesamt umgedreht sind, es war Ihnen zu anspruchsvoll, da rauf zu kralen.
Die Spuren meines Vorturners die Scharte auf der anderen Seite hinunter waren Schispuren. Ja genau, ich zieh`mir auch die Latten an und rutsche runter. Schwung machen unmöglich, die Rinne ziemlich genau so breit wie meine Schi.
Aber unten, da lasse ich es stauben und halte mich an die Aufstiegsspur der anderen. Feiner Pulver, manchmal verweht und plattig, aber ganz ordentlicher Spaß. Die Sicht halt, Scheiße. Mir wars trotzdem wurscht, weil ich den Donnerstag als Rasttag geändert hatte und meine Kräfte aufsparte, auf Freitag. Wie sich herausstellte, eine äußerst richtige und gute Entscheidung.
Einchecken in der Franz-Sennhütte, wieder die Fettn: ein Zimmer für mich ganz allein. Den ganzen Plunder ausbreiten und richtig rücksichtslos sein können....
Auf:  "Bitte eine Duschmünze" kontert der Angestellte: "brauggsch nit, 1. Stock, duschen bis zum abwinken". Haha, auf zur Brause, dess war fein! Frisch gstriegelt schnappe ich Fisch mit Reis zu Abend, plaudere mit meinen Tischnachbarn und genieße einen Kakao, sehr gut geeignet zum Einschlafen. 22:15 Uhr, Bettruhe und im Land der Träume bin ich auch sogleich.
 
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