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Lisener Villerspitze

gestern war ich einfach zu müde, aber irgendwie möchte ich die Tour doch festhalten im Netz. Vom Eldorado-Parkplatz in Lüsens brechen wir auf, genau entgegengesetzt zu ALLEN anderen, die Richung Klassiker stürmen. Zuerst der Loipe entlang talauswärts, dann am Beginn eines Wäldchens steil nach oben.
Man könnte ja auch den Sommerweg benutzen, der weiter taleinwärts nach oben führt, aber aufgrund der überaus steilen Anstiege ist die Winterroute eben woanders, weil sie auch einige hundert Höhenmeter durch lichten Wald führt, bevor es über eine große Geländekuppe ins  Schönlüsenstal geht. Eine Spur ist vorhanden, aber schon einige Zeit nicht mehr benutzt worden. Nicht ganz richtig, wie wir später sehen (2 Kusteiner waren am 10.2. am Gipfel, aber vorher lange niemand).
Nach der Kuppe müßte man, legte man eine sichere Spur an, zig Höhenmeter in den Talgrund gleiten, um dort aufzusteigen. Eingerahmt wird das ganze von steil abfallenden Hängen. Aber die vorhandene Spur führt in der steilen Flanke - ohne Höhenverlust - talein. Weil wir wissen, es ist sicher, bleiben wir der Route treu.
Es folgen lange Meter ohne nennenswerte Aufregung, einige male sehr steile Höcker überwindend. Bald können wir das Hochgraffljoch sehen.
Vorher ist es noch einmal angenehm flach, die Piste zieht nach rechts und ein neues "Joch" taucht auf. Wie weit denn eigentlich noch? Das neue Joch war bald erklommen, da steilt sich die Spur derart auf, daß nach weiteren 50 Höhenmetern nix mehr ging, mit Schi an den Füßen. Aber man konnte sehen, daß es sich nur um einen sogenannten "Schnapper"  handelt. Also vielleicht 30 Stapfer und man war über den Steilaufschwung drüber. Dann war wieder Schianziehen das Richtige und für weitere 75 Meter aufwärts war es wieder eine "normale" Schitour.
Vor einem Felsriegel - ich war ein paar Minuten voraus,  weil Wolfi der Birgit unterstützend zur Seite stand - dann instinktives Schidepot. Ganz gierig stapfte ich zum Block, der alles versperrte, kraxelte drüber und begann ein paar Trittstufen in den komoden Schnee zu stoßen.  Die Trapperei ist immer (wurscht wo) extra anstrengend. Aber nicht lange, und der Giebel lacht mich an.
Ein kleines Kreuzerl, als Fundament oberschenkelhoch Natursteine. Umziehen, Essen, die wenige Zeit nutzen, die Wolfi hinter mir ist, und schon schlägt er ein. Handshake mit Daumen nach oben  (soll übrigens Kraft spenden - meint Baldur Preiml, ex Nationaltrainer der Tiroler Schisprung-Adler). Wir ruhen noch kurz aus und schon gehts wieder zum Schidepot, immer schön vorsichtig, weil es doch ein bisserl ausgesetzt ist und einige glatte Felsplatten unter dem wenigen Schnee hervorlugen.
Die Krabel-Stelle war in einem Schwung bewältigt und ich stand bei den Schiern. Jetzt gehts flott voran, es käme zuerst die kurze Normalpassage, gefolgt vom steilen Stapfstück. Dieses umfuhren wir aber links, wobei wir eine kleine Wächte zu queren hatten und dann in eine wirklich stark abfallende Mulde einfuhren (so 45-50° cirka). Aber es war sehr griffig und gleich danach wieder human.
Zammenwarten unten. Die weitere Abfahrt möchte ich nicht mehr so detailiert schildern, ich fasse zusammen in einem Begriff: "Survival-Oberschenkelburner-extreme". Plattenpulver, grundloser Pulvergries, Bruchharsch. Gespikt - manchmal - mit griffigen oder pulvrigen Passagen, die zum Lässigsein anspornten, gleich aber in einem der oben genannten Gammel endeten und den Spaß immer wieder prompt beendeten. Egal, der alte Spruch mußte raus: "besser schlecht gfahrn als guat gangen". Fast-Höhepunkt war die Waldgaude
(Franz-Josef-Schwung Könner habens leichter), getopt nur mehr vom letzten Kilometer, wieder auf der Loipe zurück zum Parkplatz. Schweißgebadet kam ich dort an. Kofferaum auf und, ein Bierli für Wolfi, Apfelsafti für mich. Gasthaus. Riesenschnitzel. Viel saufen! Heimfahren.
 
Fotoalbum hier
 
Giggi, 14.2.2011
(Tour vom 13.2.2011)
 
 
 
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