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K-M Klettersteig

Kaiser-Max Klettersteig
(in der Martinswand)

so jedes Jahr einmal gibt es einen Moment, wo der Kaiser Max Klettersteig seine Jünger zu sich zu rufen scheint. Dabei war ich erst letztes Jahr das erste mal mutig genug, um mich an ihm zu versuchen. Und für einen Bürohengst wie mich ist dieser Steig schon eine große Herausforderung. Immerhin muß ich fast 90 kg hinaufwuchten. Und ich bin kein Kletterer mit allzugroßer Erfahrung und Technik - aber eben mit viel Spaß an Klettersteigen und auch gut motiviert.  Und - als wollte es eben unbedingt sein, schrieb ich am Freitag nachmittag ein Mail zu Hannes, was er von einer Begehung am Samstag hält. Prompt kam das Rückmail, daß es sich wohl um Gedankenübertragung handeln müsse, er wollte mir genau dasselbe vorschlagen. Und ob es was ausmacht, wenn Jürgen mitkommt, der das erste mal am Kaiser Max lieber im Verbund gehen will. Flott war vereinbart, daß 08:30 Uhr die ideale Zeit zum Start ist und es waren wohl alle 3 etwas aufgeregt, weil schon um 08:20 Uhr alles beim Treffpunkt versammelt war. Die paar Meter zum Einstieg waren gut um sich ein bißchen auflockern.
 
Im Tal 6°+ - in der Wand warm
 
Zudem wärmte die Sonne den Fels auch schon - obwohl es im Mittelgebirge zuvor nur sagenhafte +6° anzeigte. Bis zum Grottenausstieg waren wir knapp 30 min unterwegs - gegen früher schon eher flott. Dann wechselten wir die Turnschuhe gegen Kletterpatschen. Jedem Neuling im "Kaiser-Max" empfehle ich dies unbedingt. Mit klobigen Bergschuhen oder Turnpatschen kann der Steig schon gefährlich werden. Ebenso sollte man sich Ganzfingerhandschuhe mit "Grip" zulegen. Wenn man sich am Seil hochziehen muß und rutscht, wirds heiß. Ich mußte mir den Halt am Draht  mit mehrmaligem Spucken auf die Handschuhe, die bei den letzten Touren vermutlich zu hart hergenommen wurden, wiederherstellen. Wir kraxelten dann weiter über den "Spitz", kletterten recht ausgesetzt ab zur Querung, die überleitet in den harten, knackigen Teil des Eisenweges. Eine "E" Stelle folgt auf die nächste, überhängend, abdrängend und ohne künstliche Tritte. Die Patscherln haben gute Dienste geleistet.
 
Ungesichert im schwersten Klettersteig der Ostalpen??
 
Höhepunkt war, als ein rüstiger - geschätzte 60+ - Kraxler mittem im schwersten Teil, locker und ungesichert (!!!!!) an mir vorbeischlenzte, sich fürs ausstellen bedankte, und ruck-zuck über mir verschwand. Oben, am Steigende, saß er dann da und plauderte mit einem weiteren Begeher - der ihm irgendwie seelenverwandt schien. Als sich die beiden verabschiedeten, ging ersterer nämlich zum Normalabstieg, der zweite, hantelte sich gleich rückwarts den Aufstiegsweg hinab in die erste "E"-Stelle. Und das wieder ohne Einhängen der Sicherung. Ich spreche hiermit diesen beiden Unbekannten meine Hochachtung aus. Immerhin sind sie ein gutes Stück älter als wir, aber man sieht, Alter muß noch lange nicht bedeuten, daß man zu nichts mehr in der Lage ist. Den Abstieg bis zur Grotte konnten wir auch genießen, es sind ja noch einige ansprechende Stellen zu meistern, freilich nie und nimmer so schwierig wie die im Aufstieg. Aber trotzdem lohnend und ein Tip für eine tolle Tour mit den Youngsters, ist es doch schnell erreichbar, nicht weit und in Verbindung mit einem Besuch der Grotte  recht abenteuerlich.
Den letzten Teil des Abstiegs meisterten wir wieder in unseren Turnpatscherln. Dabei wundern wir uns über die rege Tätigkeit eines Baggers im Steinbruch, der doch schon seit Ewigkeiten "saniert" http://tirol.orf.at/stories/248967/ wird? Egal, ich schieße ein schauderhaft schönes Foto der Straße, die die Bagger in die Wand gekratzt haben und wir traben weiter nach unten. Am Parkplatz angekommen freuen wir uns über die gelungene Vormittagstour und die Gedanken kreisen darum, wann uns "Kaiser-Max" das nächste mal  zu sich rufen wird.
 
4.10.2009 - Christian Hilgarter
 

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