Exkursionen

In der ersten Septemberwoche fanden neben Lager und Schulreisen auch Exkursionen statt. Die Neuntklässler aus Laufen führte die Reise ins Elsass. Dabei besichtigten die drei Klassen das Konzentrationslager Struthof und den Hartmannsweilerkopf, beides nationale Gedenkstätten.

„Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.“ Der Satz von dem amerikanischen Philosophen, Schriftsteller und Literaturkritiker George Santayana (1863 - 1952) bekommt eine grosse Bedeutung, wenn man als Schule den Besuch des Konzentrationslagers Struthof ins Auge fasst. Eigentlich idyllisch, im vom Deutschen Reich annektierten Elsass gelegen, war das KZ eines der mörderischsten Lager des NS-Regimes. Rund 60 Prozent überlebten das erste halbe Jahr im Lager nicht. Am Ende fanden 22‘000 Menschen den Tod, wobei diese aus 31 verschiedenen Ländern stammten.

Im KZ erfuhren die Jugendlichen, dass das Areal durch einen Zaun doppelt gesichert war und eine 15 Meter lange Todeszone die Wege im Innern vom Zaun trennten. In dieser durfte jeder Gefangene von den Wachen erschossen werden. Hin und wieder stiessen die NS-Leute die Gefangenen absichtlich in diese Zone, damit die Wachen diese erschiessen konnten. Fluchtversuche waren nahezu zwecklos. Nur einem Gefangenen gelang es, mit einem Trick aus dem Lager zu fliehen. Er verkleidete sich als SS-Mann und entkam mit einem Wagen durch den Haupteingang. Weiter besuchten die Jugendlichen das Krematorium, den Operationssaal sowie das Lagergefängnis. Besonders die Tatsache, dass bis zu 18 Gefangene in einem kleinen Raum tagelang gefangen gehalten wurden, schockierte die Schülerinnen und Schüler – dies bei Brot und Wasser und einem Eimer, der als Toilette diente. Viele Bilder und Augenzeugenberichte halfen mit, das damalige Geschehen zu verstehen.

Der Hartmannsweilerkopf galt im Ersten Weltkrieg als „Menschenfresserberg“. 30‘000 Soldaten fanden auf französischer und deutscher Seite ihren Tod. Kein Kampf war im Ersten Weltkrieg sinnloser als jener auf diesem Vogesengipfel, dessen Eroberung im Kriegsverlauf immer weniger strategische Bedeutung bekam. Acht Mal wechselte der Bergrücken im Kriegsverlauf den Besitzer. Weder den Deutschen noch den Franzosen gelang es, das Gebiet nachhaltig zu erobern. Schlachten im tiefen Winter, Ruhr, Cholera: Nichts konnte eine Seite zur Aufgabe zwingen. In Schützengräben standen sich die beiden Seiten über Jahre gegenüber, teilweise nur 30 Meter voneinander entfernt. Sowohl im Historial, dem Museum, als auch auf dem Schlachtfeld selber konnten sich die Schülerinnen und Schüler einen Eindruck verschaffen, wie es war, wenn man im Stellungskrieg in Schützengräben gegeneinander kämpfen musste.

Etwas weniger kriegerisch verlief die Exkursion der Klasse 1EeL von Thomas Bretscher ins Kaltbrunnental. Der Klassenlehrer erklärte den Jugendlichen die verschiedenen Karsterscheinungen. Es war von Höhlen, Ponoren oder Dolinen die Rede. Verschiedene Höhlen konnten dank der entsprechenden Ausrüstung (Helme, Stirnlampen etc.) besichtigt werden. Neben vielen wissenswerten Informationen zu den Erscheinungen im Kalkgebiet kam auch der Gemeinschaftssinn nicht zu kurz. Am Bach verbrachte man gemeinsam die Mittagspause am Feuer. Ein Schüler badete gar im kalten Wasser. (krm)