Die ersten drei Sekunden entscheiden

Von rund 1000 Bewerbungen werden zirka 100 gar nicht erst angeschaut. Dies sagte Urs Berger, der stellvertretende Direktor der Wirtschaftskammer Basel-Landschaft, an einer Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler an der Sekundarschule Laufental. Einige der Briefe seien gar nicht oder nicht ausreichend frankiert, andere nicht sauber angeschrieben.

Er animierte die Jugendlichen, sich im Rahmen der Berufswahl ehrlich mit sich selber auseinanderzusetzen und auch mindestens drei Berufe näher in Betracht zu ziehen. «Berufswahl ist wie eine Shoppingtour», erklärte er. Man schaue verschiedene Dinge an und vergleiche diese. Schliesslich ist das Angebot gross. 210 verschiedene Berufe sind die Nordwestschweiz erlernbar. Entsprechend muss man sich Zeit für sich und die Berufswahl nehmen, zumal auch die Konkurrenz gross ist. Auf eine KV-Lehrstelle bewerben sich beispielsweise 110 Personen. Im Schnitt muss ein Jugendlicher 15 Bewerbungen schreiben, bis er eine Lehrstelle hat. «Alles, was ihr nicht macht, sind verpasste Chancen.» Bei schlechten Noten solle man nicht nach faulen Ausreden suchen. «Nicht die Lehrperson ist schuld, wenn ihr eine schlechte Note erzielt, sondern ihr selber», brachte er es auf den Punkt.

Wichtig sei auch das Thema Absenzen. Es ist kein Zufall, dass die meisten Absenzen am Montag und am Freitag verzeichnet werden. Wenig Absenzen zu haben, sei ein Leistungsausweis, meinte Berger. «Wenn man ab dem ersten Krankheitstag ein Arztzeugnis bringen muss, verringern sich die Absenzen um 80 Prozent», berichtete er und präsentierte eine mögliche Lösung, um Fehlstunden zu minimieren.

Berger gab den angehenden Lehrlingen viele wertvolle Tipps. «80 Prozent des ersten Eindrucks macht die Körpersprache aus. Dabei sind die ersten drei Sekunden massgebend.» Man solle authentisch sein. Auch die richtige Farbwahl sei wichtig. Das Äussere soll beim Vorstellungsgespräch schlicht und sauber sein. «Auch ein Händedruck sagt etwas über euch auch», erklärte er den Achtklässlern. Das Handy gehöre beim Vorstellungsgespräch nicht auf den Tisch, die Jacke werde ebenso abgelegt wie auch das Basecap. Man sollte auch die eigenen Bewerbungsunterlagen zum Vorstellungsgespräch mitbringen. «Ihr könnt punkten, wenn ihr Fragen zum Unternehmen und zur Ausbildung stellt.» Am Ende waren alle um viele Tipps reicher und damit fit für die anstehenden Aufgaben in ihrem persönlichen Berufsfindungsprozess.