EU-Regeln für Drohnen

Inhalt

  • Fachbegriffe
  • Luftraumstruktur in der Schweiz
  • Drohnen-Kategorien
  • Wissenstest / Registration
  • Drohnen-Klassen
  • U-Space / UTM
  • Flugvorbereitung
  • Diverses / Fragen

Fachbegriffe

  • UAS: Unmanned Aircraft System (Kopter, Multikopter, Starrflügel)
  • VLOS: Visual line of Sight
  • BVLOS: Beyond Visual Line of Sight
  • RPAS: Remotely Piloted Aircraft Systems
  • UTM / U-Space: Unmanned Traffic Management
  • CTR: Controlled Traffic Region
  • SORA: Specific Operations Risk Assessment
  • BAZL: Bundesamt für Zivilluftfahrt
  • SUST: Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle
  • EU: Europäische Union (28 Mitgliedstaaten)
  • CE: Conformité Européenne (Produktesicherheit)
  • EASA: European Aviation Safety Agency
  • FPV: First Person View
  • LUC: Light UAS Operator Certificat

Luftraumstruktur in der Schweiz

Luftraumstruktur Verkehrsflugplätze


  • Flugverbots-Zonen in der CTR
  • Die Horizontale Ausdehnung dieser Zonen sind unterschiedlich >> BAZL Luftraumkarte

Luftraumstruktur Regionalflugplätze


Drohnen-Kategorien ab 1. Juli 2020 (Erlaubte Flugmanöver - "Führerschein")


  • OPEN Category
  • SPECIFIC Category
  • (CERTIFIED Category)

Die European Aviation Safety Agency (EASA) will neue Luftfahrtvorschriften einführen. Diese sollen auf Grund der bilateralen Verträge ab 1. Juli 2020? für die Schweiz gelten. Bitte beachte, dass noch nicht alle Feinheiten geklärt sind. Die Behörden arbeiten daran, die Verordnungen in die Realität umzusetzen und den noch ausstehenden Regulierungsbedarf zu klären. Dazu zählt u.a. das Einrichten einer neuen Infrastruktur (z.B. für Registrierungen).

Welche Vorteile soll die neue Regulierung bringen?

  • Einheitliche europäische Regelung
  • EU-weit genehmigungsfreies Fliegen in der OPEN Category
  • EU-weite Genehmigung des Betriebes in der SPECIFIC Category durch die Heimatbehörde (in Abstimmung mit dem Mitgliedsstaat in dem geflogen werden soll)

OPEN Category (ohne Bewilligung möglich)


  • Die Drohne fällt in eine definierte Drohnen-Klasse oder wurde privat hergestellt oder wurde vor dem 01.07.2022 in den Verkehr gebracht (dann unter 250g in Unterkategorie A1 bzw. unter 4 kg in A3).
  • Die Drohne wiegt weniger als 25 Kilogramm.
  • Der Drohnenflug findet in sicherer Entfernung zu Personen und nicht über Menschenansammlungen statt.
  • Flug findet innerhalb der Sichtweite statt, wobei ein Beobachter bei FPV-Flügen neben dir die Beobachtung übernehmen kann.
  • Es werden keine gefährlichen Güter transportiert.
  • Es werden keine Objekte vom Fluggerät abgeworfen.
  • Die Flughöhe beträgt maximal 120 Meter.
  • Falls ein künstliches Hindernis (z.B. Turm, Windräder etc.) höher als 105 Meter ist, kann die zuständige Stelle die maximal zulässige Flughöhe um bis zu 15 Meter erhöhen.

SPECIFIC Category (mit Bewilligung möglich)


Die Zustimmung der Behörde kann auf drei Wegen erfolgen:

  1. Erklärung über die Einhaltung von Standardszenarien: Diese Szenarien müssen von Behörden innerhalb der nächsten Monate noch definiert werden.
  2. Betriebsgenehmigung: Wird nach Prüfung einer Risikobewertung nach dem SORA-Verfahren durch die zuständige Behörde erteilt.
  3. Genehmigung im Rahmen einer Mitgliedschaft in einer Flugmodell-Vereinigung (siehe EU Durchführungsverordnung Artikel 16)

Als Drohnen-Pilot in der Speziellen Kategorie ist eine ganze Reihe an Kenntnissen erforderlich:

  • Anwendung von Betriebsverfahren
  • Umgang mit Luftfahrtkommunikation
  • Beherrschen der Flugroute und der Automatisierung
  • Führung, Teamarbeit und Selbstmanagement
  • Problemlösung und Entscheidungsfindung
  • Lageerfassung
  • Bewältigung der Arbeitsbelastung
  • Koordinierung und Übergabe
  • Prozedere erklären bei grenzüberschreitendem Einsatz
  • Registrierungspflicht

Drohnen-Klassen für die OPEN Category ("Sportwagen oder Familienauto")

Die bestehenden Drohnen schwerer als 250 Gramm dürfen bis zum 1. Juli 2022 weiterhin "überall" betrieben werden. Danach nur noch 150 Meter entfernt von Wohngebieten, Naherholungsgebieten usw.

Je mehr eine Drohne wiegt und je mehr Menschen sich darunter befinden können, desto strenger die jeweiligen Bestimmungen.

Der Abstand zu nichtinvolvierten Personen in der C2-Klasse unterscheidet sich je nachdem, ob man über einen Low-Speed-Modus verfügt:

  • ohne Low-Speed-Modus muss einen Abstand von mindestens 50 Metern eingehalten werden; ansonsten gilt: Der Abstand zu den Personen muss mindestens die Flughöhe der Drohne haben (1:1-Regel).
  • mit Low-Speed-Modus verringert sich der Abstand auf bis zu 5 Metern.

U-Space / UTM (Unmanned Traffic Management )

Diverses / Fragen

Bestimmungen über “Drittstaatoperatoren” (Piloten aus Nicht-EU-Staaten)

Wenn sie in der offenen Kategorie fliegen wollen, müssen sie dort auch ihr Training und ihre Prüfungen absolvieren. Die EU kann aber auch die Zulassung und Prüfungen in Nicht-EU-Ländern als “gleichwertig” anerkennen. Es ist zu beachten, dass Länder wie die Schweiz, die wahrscheinlich die EU-Gesetzgebung anwenden werden, als EU-Staat und nicht als Drittstaat gelten.

Der Drohnenpilot sollte sich vor dem Start diese wichtige Fragestellungen vor Augen halten:

  • „Kenne ich die Gesetze und halte mich daran
  • Beherrsche ich meine Drohne sicher
  • Respektiere ich die Privatsphäre anderer
  • Gefährde ich weder Menschen noch Tiere
  • Fliege ich nicht in gesperrten Naturschutzgebieten
  • Kläre ich mit lokalen Behörden ab, ob es Flugeinschränkungen gibt
  • Weiche ich anderen Luftfahrzeugen rechtzeitig aus“