Neue EU-Regeln für Drohnen ab 2020

Die neuen Regeln sollen für eine Harmonisierung des Luftraums in der Europäischen Union sorgen. Im Juni 2019 wurden diese Regeln bekannt gegeben und gelten ab Juni 2020. Diese sollen auf Grund der bilateralen Verträge auch für die Schweiz gelten. >>SAFEDroneFlying.aero

Drohnen-Kategorien

  • OPEN CATEGORY
  • SPECIFIC CATEGORY
  • CERTIFIED CATEGORY

Bitte beachten Sie, dass noch nicht alle Feinheiten geklärt sind. Die Behörden arbeiten daran, die Verordnungen in die Realität umzusetzen und den noch ausstehenden Regulierungsbedarf zu klären.

Welche Vorteile soll die neue Regulierung bringen?

  • Einheitliche europäische Regelung.
  • EU-weit genehmigungsfreies Fliegen in der OPEN CATEGORY.
  • EU-weite Genehmigung des Betriebes in der SPECIFIC CATEGORY durch die Heimatbehörde (in Abstimmung mit dem Mitgliedsstaat in dem geflogen werden soll).

OPEN CATEGORY (ohne Bewilligung möglich)

  • Die Drohne fällt in eine definierte Drohnen-Klasse oder wurde privat hergestellt oder wurde vor dem 01.07.2022 in den Verkehr gebracht (dann unter 250g in Unterkategorie A1 bzw. unter 4 kg in A3).
  • Die Drohne wiegt weniger als 25 Kilogramm.
  • Der Drohnenflug findet in sicherer Entfernung zu Personen und nicht über Menschenansammlungen statt.
  • Flug findet innerhalb der Sichtweite statt, wobei ein Beobachter bei FPV-Flügen neben dir die Beobachtung übernehmen kann.
  • Es werden keine gefährlichen Güter transportiert.
  • Es werden keine Objekte vom Fluggerät abgeworfen.
  • Die Flughöhe beträgt maximal 120 Meter.
  • Falls ein künstliches Hindernis (z.B. Turm, Windräder etc.) höher als 105 Meter ist, kann die zuständige Stelle die maximal zulässige Flughöhe um bis zu 15 Meter erhöhen.

Drohnen-Klassen für die OPEN CATEGORY

Die bestehenden Drohnen schwerer als 250 Gramm dürfen bis zum 1. Juli 2022 weiterhin "überall" betrieben werden. Danach nur noch 150 Meter entfernt von Wohngebieten, Naherholungsgebieten usw.

Je mehr eine Drohne wiegt und je mehr Menschen sich darunter befinden können, desto strenger die jeweiligen Bestimmungen.

Der Abstand zu nichtinvolvierten Personen in der C2-Klasse unterscheidet sich je nachdem, ob man über einen Low-Speed-Modus verfügt:

  • ohne Low-Speed-Modus muss einen Abstand von mindestens 50 Metern eingehalten werden.
  • mit Low-Speed-Modus verringert sich der Abstand auf bis zu 5 Metern.

SPECIFIC CATEGORY (mit Bewilligung möglich)

Die Zustimmung der Behörde kann auf drei Wegen erfolgen:

  1. Erklärung über die Einhaltung von Standardszenarien: Diese Szenarien müssen von Behörden innerhalb der nächsten Monate noch definiert werden.
  2. Betriebsgenehmigung: Wird nach Prüfung einer Risikobewertung nach dem SORA-Verfahren durch die zuständige Behörde erteilt.
  3. Genehmigung im Rahmen einer Mitgliedschaft in einer Flugmodell-Vereinigung (siehe EU Durchführungsverordnung Artikel 16)

Als Drohnen-Pilot in der Speziellen Kategorie ist eine ganze Reihe an Kenntnissen erforderlich:

  • Anwendung von Betriebsverfahren
  • Umgang mit Luftfahrtkommunikation
  • Beherrschen der Flugroute und der Automatisierung
  • Führung, Teamarbeit und Selbstmanagement
  • Problemlösung und Entscheidungsfindung
  • Lageerfassung
  • Bewältigung der Arbeitsbelastung
  • Koordinierung und Übergabe
  • Prozedere erklären bei grenzüberschreitendem Einsatz
  • Registrierungspflicht

Langfristige Neuregulierung: U-Space / UTM (Unmanned Traffic Management)

Neue Einsatzmöglichkeiten werden getestet, immer neue Wege gesucht, die Potenziale des Betriebs unbemannter Luftfahrzeuge sinnvoll und gewinnbringend einzusetzen. All das lässt langfristig eine Neuregulierung des Lauftraums bis 150 Meter über Grund für sinnvoll erscheinen.

U-Space beschreibt dabei nicht ausschließlich einen bestimmten Luftraumbereich (allgemein definiert bis zu einer Höhe von 150 Meter), sondern ist auch als Managementsystem für bemannte und unbemannte Luftfahrt zu verstehen.

Luftfahrzeuge, die sich in diesem Luftraum bewegen, sollen durch U-Space-Dienste zunächst elektronisch registriert, identifizierbar gemacht und mit Geofencing-Systemen ausgerüstet werden, die den Ein- und Überflug in sensible Gebiete unmöglich machen. Es sind Detect & Avoid- Technologien geplant, die Kollisionen mit anderen Luftverkehrsteilnehmern verhindern sollen, damit Missionen dauerhaft auch in besiedelten Gebieten machbar werden. U-Space zielt vorrangig auf große, gewerblich eingesetzte Drohnen, die außerhalb der Sichtweite des Steuerers betrieben werden. Eine spätere Einbeziehung von "Freizeit-Drohnen" in dieses Konzept kann aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht explizit ausgeschlossen werden.