Konflikt

Wo Menschen sind, gibt es "Zusammenstöße" (lat. "confligere" = zusammenstoßen) - sie sind unvermeidlich. In einer Organisation gibt es verschiedene Konfliktarten.

  • Es gibt Konflikte um die Ausrichtung der Organisation: Was ist der Zweck der Organisation? Welche Vision verfolgen wir? Wie wollen wir miteinander umgehen? Um handlungsfähig zu bleiben, müssen solche Wertekonflikte schließlich entschieden werden.
  • Sachkonflikte sind Alltag und werden mittels verschiedener Methoden der Problemlösung angegangen.
  • Beziehungskonflikte entstehen, wenn eine Partei eine andere verletzt, demütigt, missachtet. Solche Konflikte können nur geheilt werden - durch den Mut, verletzte Gefühle anzusprechen, und durch den Großmut, eine Entschuldigung anzunehmen und die Sache auf sich beruhen zu lassen.
  • Ressourcen sind knapp und begrenzt. Da Ressourcen begehrt sind, sind Verteilungskonflikte Alltag in Organisationen. Mittels verbindlicher Spielregeln muss ein Ergebnis - meist ein Kompromiss - ausgehandelt werden.
  • Innere Konflikte von Organisationsmitgliedern treten in zwei Formen auf; zum einen als Entscheidungskonflikt (alle bekannten Alternativen werden nach Abwägung als unbefriedigend empfunden), zum anderen als Rollenkonflikt (jemand soll widersprüchlichen Erwartungen gerecht werden).

Konflikte binden viel Energie in einer Organisation, die nicht für den Organisationszweck zur Verfügung steht. Andererseits: Etwas Neues kann ohne Konflikte kaum entstehen.

"Sapere aude!" - "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!". Kontroverse Standpunkte, die dialogisch ausgetragen werden, führen zu echtem Fortschritt.