360° Feedback

Ganz ehrlich: Wer ist - insbesondere "nach oben" - gänzlich wahrhaftig?

Natürlich wäre es am schönsten, Menschen würden sich direkt von Angesicht zu Angesicht sagen, was ihnen gefällt und was ihnen missfällt. Dazu bedarf es einer hohen Reife und eines guten Vertrauensverhältnisses. Beide können sich im Laufe der Zeit entwickeln - sie müssen es aber nicht. Grundsätzlich ist die Entwicklung einer echten Feedbackkultur in einem Unternehmen kein leichtes Unterfangen.

Im Privatleben geht man sich eher aus dem Weg, sollte es Spannungen geben. Im Beruf ist das oft nicht möglich - und im professionellen Umfeld führen Spannungen auch dazu, dass Produktivität sinken kann.

Mittels eines anonym ausgefüllten Online-Fragebogens können Mitarbeiterinnen, Kolleginnen, Vorgesetzte und andere zu definierende Partnerinnen einer Fach- bzw. Führungskraft Feedback geben. Der Fragebogen wird dazu gemeinsam entwickelt - oft auf Basis von vorhandenen Führungsleitlinien.

Das Feedback wird mit der Feedbacknehmerin in einem Transfercoaching besprochen und wesentliche Ziele und Maßnahmen definiert. Sollten darüber hinaus weiterführende Maßnahmen wie z.B. ein Workshop mit dem Team notwendig erscheinen, so werden auch solche Interventionen besprochen.

Es kann durchaus Sinn machen, nach ca. drei Jahren das Feedback zu wiederholen, um Entwicklungen aufzuzeigen.

Gerne unterstütze ich Sie bei der Entwicklung eines für Ihr Unternehmen geeigneten Instruments und führe solche Feedbacks durch.

Gerne wird das 360°-Feedback als ein heiliger Gral betrachtet. Meine praktische Erfahrung führt zu einer eher differenzierten und praktischen Herangehensweise. So kann z.B. die Vorgesetzte der Feedbacknehmerin oft nur schwer auf Fragen antworten, die eher die Mitarbeitersicht betreffen ("Sie delegiert Aufgaben."). Sie kann nur auf indirekte Beobachtungen und Multimomentaufnahmen zurückgreifen. Jemand, die sich "nach oben" anders verhält als "nach unten", ist so nur schwer zu greifen. Es bedarf daher anderer Vorgehensweisen, als lediglich den gleichen Fragebogen von der Vorgesetzten beantworten zu lassen.

Einfach mal zuhören ...