"Verdiene Dir erst einmal Deine Sporen!"

Beim Reiten gibt es drei sogenannte Hilfsmittel – Gerte, Stimme und Sporen. Man darf sie, muss sie aber nicht benutzen.

Ein Sporn (Singular) ist am Reitstiefel befestigtes gebogenes Metallstück mit Dorn oder Rädchen. Damit kann man präziser treiben als mit dem großflächigen Unterschenkel. Oder man kann Sporen auch einsetzen, um ein ungehorsames Pferd zu korrigieren.

Um das Pferd nicht dauernd ungewollt mit den Sporen am empfindlichen Bauch zu traktieren, braucht der Reiter eine sehr ruhige Schenkellage – ansonsten kommt es zu Kommunikationsschwierigkeiten oder sogar zu Verletzungen. Für solch ruhige Schenkel braucht der Reiter einige Jahre Übung.

Traditionell entschied der Reitlehrer, wann ein Reiter reif ist, Sporen zu tragen – er verleiht einem die Sporen.

Beim mittelalterlichen Ritterschlag erhielt der Ritter ein Paar Sporen, die er sich in der Schlacht oder im Turnier quasi im Nachhinein verdienen musste.

In jeder Organisation gibt es geschriebene und ungeschriebene Regeln. Von einem neuen Mitglied einer Organisation wird erwartet, diese zu respektieren und sich erst einmal durch Können und Engagement auszuzeichnen. Erst dann darf auch einmal etwas Kritisches (oder auch nur eine Idee) geäußert werden – in manchen Organisationen nicht einmal dann.

Der heilige Benedikt war da schon fortschrittlicher. In seiner berühmten Regel schreibt er: „Dass aber alle zur Beratung zu rufen seien, haben wir deshalb gesagt, weil der Herr oft einem Jüngeren offenbart, was das Bessere ist.“