Nur so hoch springen, wie man muss

„Ein gutes Pferd springt eben nur so hoch, wie es muss“

So kommentierte die Süddeutsche Zeitung Franck Ribérys Leistung beim Rückspiel des Champions League Semifinales in Barcelona.

Sprünge, inbesondere die ab ca. einen Meter Höhe, kosten Pferde Substanz und sind für Sehnen und Gelenke nicht unkritisch. Ein intelligentes Springpferd bringt eben genau die Leistung, die es bringen muss - aber auch nicht mehr.

Nach dem italienischen Ökonom Winfredo Pareto ist ein Prinzip benannt, das ungefähr wie folgt lautet: 80% der Ergebnisse werden in 20% der Gesamtzeit eines Projekts erreicht. Die verbleibenden 20% Ergebnisse benötigen 80% der Gesamtzeit und verursachen die meiste Arbeit.

In ganz vielen Fällen genügt ein 80%iges Ergebnis vollkommen. Aber schauen Sie einmal in eine beliebige Organisation, z.B. in ein typisches DAX-Unternehmen. Ganze Stäbe sind damit beschäftigt, irgendwelche Präsentationen vorzubereiten. Dabei verkünsteln diese sich in hohem Maße und verbrauchen (zu) viel produktive Zeit, eine Animation zu optimieren oder Ähnliches. Gerade für interne Präsentationen sollte eine klare Botschaft genügen.

Im Hinspiel hatte Franck Ribéry die gesamte Spielzeit gekämpft wie ein Löwe. Nachdem Robben die Führung in Barcelona erzielt hatte, schaltete er einen Gang zurück und verteidigte nicht mehr so vehement nach hinten – das war ganz einfach nicht mehr nötig. Die Pointe: Die Flanken zum 2:0 und zum 3:0 für Bayern stammten von ihm. Merke: Wenn Du die Prioritäten richtig setzt, gelingen große Erfolge.

Es gibt auch besonders schlaue Pferde: Ingrid Klimkes Goldpferd Abraxas sprang bei festen Geländehindernissen immer sicher darüber (ansonsten würde er sich ja wehtun). Bei unbefestigten Hindernissen räumt er schon mal gerne ab.

Was von Abraxas zu lernen wäre? Manchmal genügen auch 60%, wenn es denn keine persönlichen, negativen Konsequenzen hat. Aber Gott sei Dank sind wir Menschen ja stets selbst-motiviert und wollen uns anstrengen, hohe Ziele zu erreichen …