Fliegender Wechsel

„Josef Ackermann macht einen fliegenden Wechsel in den Aufsichtsrat.“ titelte eine Zeitung im Sommer 2011.

Jeder hat schon einmal von den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp gehört.

Stellen Sie sich nun vor, das Pferd galoppiert im Uhrzeigersinn auf einem gedachten Kreisbogen („Rechtsgalopp“). Erst ist das gesamte Gewicht auf dem linken Hinterbein, dann gleichzeitig auf dem rechten Hinterbein und dem linken Vorderbein und schließlich auf dem rechten Vorderbein, das weit nach vorne greift. Diese drei Takte wiederholen sich samt der anschließenden Schwebephase, solange das Pferd galoppiert.

Galoppiert das Pferd auf unserem Kreisbogen gegen den Uhrzeigersinn, so ist die Fußfolge spiegelbildlich zum Rechtsgalopp – das linke Vorderbein greift schließlich weit nach vorne („Linksgalopp“).

Unser Pferd möchte jetzt aus dem Rechts- in den Linksgalopp wechseln und zum Beispiel eine Acht reiten. Normalerweise wechselt man kurz vor dem Berührpunkt der beiden Kreise in den Trab oder in den Schritt und galoppiert im neuen Galopp an.

Fortgeschrittene Reiter und Pferde können auf dieses „Herunterschalten“ verzichten und machen einen sogenannten „fliegenden Wechsel“. Im Rechtsgalopp geben sie die Hilfen für den Linksgalopp und das Pferd stellt sich in der Schwebephase um. Sie bleiben also ohne Unterbrechung im Galopp.

Herr Ackermann sollte also ohne Verschnaufpause vom Vorstand in den Aufsichtsrat wechseln. Dazu kam es schließlich doch nicht.